Paris - Die israelische Regierung hat den Bau eines neuen Atomkraftwerks angekündigt. Sein Land habe dafür "die technische Infrastruktur, das Wissen und die Motivation", sagte der israelische Infrastrukturminister Usi Landau bei einer Konferenz zur zivilen Nutzung der Atomenergie in Paris. "Wir hoffen, das in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern und den Ingenieuren unserer arabischen Nachbarn zu machen."
Der Nuklearbereich könne "ein Sektor regionaler Kooperation" werden, "mit dem Ziel, den Frieden voranzubringen", sagte der Minister. Er verwies darauf, dass Israel schon seit den siebziger Jahren an Atomenergie interessiert sei, um seine Abhängigkeit von anderen Energieträgern zu verringern. "Israel ist eine Art Energie-Insel, die alle Energieressourcen importieren muss, um seine Bedürfnisse zu decken." Sein Land habe inzwischen bereits einen Standort für den Bau eines Atomkraftwerks ausgewählt. Er liege im Norden der Negev-Wüste im südlichen Teil Israels. Die Wüste grenzt an Jordanien und Ägypten.
Auf der Konferenz in Paris äußerte auch das mit Israel verfeindete Syrien Interesse an der Nutzung der Kernenergie. Syrien prüfe derzeit die Nutzung "alternativer Energiequellen einschließlich der Atomkraft", sagte der stellvertretende Außenminister Faisal Mekdad.
Israel betreibt bisher zwei Atomreaktoren. Ein Forschungsreaktor liegt unweit von Tel Aviv in Nahal Sorek. Ein weiterer Reaktor befindet sich bei der Stadt Dimona und dient nach verbreiteter Ansicht der Herstellung von Atomwaffen. Israel hat den Besitz von Atombomben weder bestätigt noch dementiert. Der jüdische Staat ist nicht Mitglied des Atomwaffensperrvertrags. Mit Ausnahme der anerkannten Atommächte China, Frankreich, Großbritannien, Russland und den USA werden durch ihn alle Unterzeichner verpflichtet, auf Nuklearwaffen zu verzichten.
anr/AP/AFP
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