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09.03.2010
 

Afghanistan

Deutscher Diplomat wird Uno-Gesandter

Diplomat Kobler (Archivfoto): Künftig in Afghanistan tätigZur Großansicht
dpa

Diplomat Kobler (Archivfoto): Künftig in Afghanistan tätig

Neuer zweiter Mann in Afghanistan: Martin Kobler wird neuer stellvertretender Sondergesandter der Vereinten Nationen in Kabul. Der Diplomat hatte zuvor als Büroleiter unter Außenminister Joschka Fischer gearbeitet, derzeit ist er Leiter der Kulturabteilung des Auswärtigen Amtes.

New York - Der deutsche Diplomat Martin Kobler wird künftig als zweiter Mann der Vereinten Nationen in Afghanistan tätig sein. Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon ernannte Kobler am Dienstag zum stellvertretenden Uno-Sondergesandten in Kabul, wie sein Sprecher Martin Nesirky mitteilte. Kobler wird sich unter dem Schweden Stafan De Mistura vor allem um politische Aufgaben, Fragen zu Frieden und Stabilität in Afghanistan sowie um die Menschenrechte kümmern. De Mistura hatte offiziell am 1. März die Nachfolge des Norwegers Kai Eide angetreten. Uno-Angaben zufolge hält sich Kobler derzeit noch zur Einweisung in New York auf.

Kobler wurde 1953 in Stuttgart geboren. Er studierte erst Jura, dann Asiatische Philologie, lernte Indonesisch und besuchte die Universität Padjadjaran in Bandung. 1983 trat er in den Auswärtigen Dienst ein und wurde in den nächsten 25 Jahren nach Kairo, Neu Delhi und den Balkan gesandt, war als Wahlbeobachter in Nicaragua, Haiti und Kambodscha tätig, arbeitete als Büroleiter für Außenminister Joschka Fischer und stieg schließlich zum Botschafter für Ägypten und später den Irak auf. Derzeit ist er Leiter der Kultur- und Kommunikationsabteilung des Auswärtigen Amtes.

Er wird in Kabul die Nachfolge des Amerikaners Peter Galbraith antreten, der von Ban bereits Anfang Oktober zurückgerufen worden war. Galbraith hatte seinem Vorgesetzten, Eide, nach der Präsidentschaftswahl in Afghanistan am 20. August vorgeworfen, Wahlbetrug bei der umstrittenen Abstimmung verharmlost zu haben. Ban stellte sich zunächst auf die Seite von Eide und orderte Galbraith "im Interesse der Vereinten Nationen" nach Hause. Als sich der Verdacht des Wahlbetrugs erhärtete, nahm der Uno-Chef Eides Bescheid, seinen Vertrag nicht verlängern zu wollen, ohne Widerrede hin.

luk/dpa

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