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12.03.2010
 

Doppelanschlag in Pakistan

Selbstmordattentäter töten Dutzende Menschen

Rettungskräfte am Anschlagsort in Lahore: Bomben im Sekundentakt gezündetZur Großansicht
DPA

Rettungskräfte am Anschlagsort in Lahore: Bomben im Sekundentakt gezündet

Sie zündeten ihre Bomben innerhalb weniger Sekunden: Attentäter haben in der pakistanischen Stadt Lahore Dutzende Menschen getötet. Der Polizei zufolge galten die Attacken einem Militärkonvoi. Es ist bereits der zweite Anschlag in dieser Woche.

Lahore - Zwei Selbstmordattentäter haben sich in der pakistanischen Stadt Lahore in einem Wohn- und Geschäftsviertel in die Luft gesprengt. Dabei rissen sie am Freitag mindestens 39 Menschen in den Tod. Über die genaue Zahl der Opfer gab es unterschiedliche Angaben. "Der Tod von 30 Zivilisten und 18 Soldaten ist bestätigt", sagte ein Armeeoffizier. Die Polizei dagegen sprach von 39 Toten und 95 Verletzten.

Ziel der Anschläge in einem belebten Viertel war ein Militärkonvoi. Die Selbstmordattentäter sprengten sich auf einem Basar in der Nähe einer Armee-Basis binnen Sekunden in die Luft, als Militärfahrzeuge passierten, teilte die Polizei mit. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag, Ermittler vermuten aber Taliban als Drahtzieher.

Erst am Montag waren bei einem Autobombenanschlag in Lahore 15 Menschen getötet worden. Taliban hatten sich zu der Attacke auf ein Gebäude der Anti-Terror-Polizei bekannt.

Seit die pakistanische Armee im Oktober vergangenen Jahres eine Offensive gegen Taliban im Grenzgebiet zu Afghanistan begann, haben die Aufständischen eine ganze Serie von Anschlägen verübt. Ermittler sind in Pakistan in den vergangenen Wochen verstärkt gegen Taliban-Anführer vorgegangen, die dort untergetaucht sind.

Seit 2007 wurden in Pakistan mehr als 3000 Menschen bei mehr als 360 Anschlägen getötet. Immer öfter zielen die Attentäter auch auf Zivilisten. So starben bei einem Doppelanschlag auf einem belebten Markt in Lahore Anfang Dezember 49 Menschen.

Attentäter erschießen sunnitische Geistliche

Auch in der größten pakistanischen Stadt Karatschi gab es am Freitag eine blutige Attacke. Dort wurden nach Angaben der Polizei drei sunnitische Geistliche auf offener Straße erschossen. Drei Attentäter hätten von einem Motorrad aus das Feuer auf den Wagen der Männer eröffnet, sagte der Polizeichef der Stadt, Wasim Ahmed.

Die Geistlichen seien auf dem Rückweg von einem Gebet gewesen. Ein weiterer Insasse des Wagens sei verletzt worden. "Es war ein gezielter Angriff, der einen religiösen Hintergrund haben könnte. Wir ermitteln in alle Richtungen", sagte der Polizeichef. In den vergangenen zwei Jahrzehnten sind in Pakistan bei Auseinandersetzungen zwischen Sunniten und Schiiten Tausende Menschen getötet worden.

mmq/ffr/dpa/AP/Reuters/AFP

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Pakistan entstand 1947 aus den überwiegend muslimischen Teilen von Britisch-Indien. Zunächst bestand es aus den beiden Landesteilen West- und Ostpakistan, zwischen denen mehr als 1500 Kilometer Entfernung lagen. Beiden Teilen mangelte es jedoch an einer gemeinsamen nationalen Identität. Nach einem Krieg, bei dem Indien dem Osten half, entstand 1971 als neuer Staat Bangladesch .

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