Berlin - Den USA steht eine unbequeme Debatte über "Homegrown Terrorism" ins Haus, so viel ist sicher. Nicht nur, dass ganze Gruppen somalisch-stämmiger US-Bürger sich ins Krisengebiet am Horn von Afrika abgesetzt haben und ein jemenitisch-amerikanischer Hassprediger auf der Arabischen Halbinsel zu Terroranschlägen aufruft und ein extremistischer Kalifornier als al-Qaidas Oberpropagandist in Videos auftritt.
Jetzt gibt es offenbar gleich zwei Beispiele dafür, dass auch Amerikanerinnen ohne Wurzeln in muslimischen Ländern nicht immun gegen die Verlockungen des islamistischen Terrorismus sind.
Erst vor wenigen Tagen war bekanntgeworden, dass die zum Islam konvertierte Colleen LaRose aus Pennsylvania bis zu ihrer zunächst geheim gehaltenen Festnahme im Herbst 2009 monatelang ein Doppelleben hatte - nach Außen unauffällig, machte sie sich im Internet einen Namen als "Dschihad Jane". Laut Anklage soll sie mit fünf Verschwörern auf drei Kontinenten die Ermordung des schwedischen Karikaturisten Lars Vilks geplant haben, der den Propheten Mohammed als Hund gezeichnet hatte. Sie selbst schlich sich offenbar sogar in seine Künstlerkolonie ein, um ihn persönlich zu töten, was sie aber, aus noch unbekannten Gründen, nicht tat.
Am 11. September 2009 tauchte sie unter
Ihre bereits vor Monaten erfolgte Verhaftung wurde erst bekanntgegeben, als vor einigen Tagen in Irland einige ihrer Mitverschwörer festgenommen wurden. Nun berichtet das "Wall Street Journal", dass eine der mutmaßlichen Komplizinnen eine weitere US-Bürgerin ist.
Es handelt sich demnach um die 31 Jahre alte Jamie Paulin-Ramirez aus dem US-Bundesstaat Colorado. Am 11. September 2009 sei sie plötzlich untergetaucht, berichtete ihre Mutter der Zeitung. Erst ein halbes Jahr zuvor war sie überhaupt zum Islam konvertiert, woraufhin sie sich offenbar rasend schnell radikalisierte. Während es im Mai 2009 noch möglich war, mit ihr darüber zu diskutieren, ob sie auf der Beerdigung ihres Vaters wirklich ein Kopftuch tragen müsse, verbarg sie sich Monate darauf schon unter einer Vollverschleierung.
Nach ihrem Verschwinden im September 2009 heiratete sie offenbar einen Mann, den sie über das Internet kennengelernt hatte. Das "Wall Street Journal" deutete an, dass dieser Mann ebenfalls zu den in Irland verhafteten mutmaßlichen Mitverschwörern zählt. Er soll nicht genannten Quellen zufolge der Hauptansprechpartner von "Dschihad Jane" gewesen sein.
Das Blatt berichtet weiter, dass Paulin-Ramirez' Stiefvater sie einige Monate vor ihrem Verschwinden fragte, ob sie vorhabe, sich eine Bombe umzubinden. "Wenn nötig, ja", habe sie geantwortet.
Ein Alptraum für Sicherheitsbehörden
In den USA hatte sie einen Job in einer Klinik, der ihr 30.000 Dollar im Jahr einbrachte. Doch es scheint Hinweise zu geben, dass sie eine labile Person war. Sie soll viermal verheiratet gewesen sein, aus einer Ehe stammt ein heute sechs Jahre alter Sohn, der sich offenbar mit ihr in Irland aufhält. Zunächst habe sie sich für das Christentum interessiert, dann für den Islam.
Die Fälle LaRose und Paulin-Ramirez stellen eine Grundannahme der US-Sicherheitsbehörden in Frage, die bislang davon ausgingen, dass es kaum Radikalisierungstendenzen unter Muslimen in den USA gibt. Diese seien viel besser integriert und viel erfolgreicher als ihre Glaubensbrüder in Europa, deswegen drohe Gefahr eher von dort.
Der gesamte Plot, Lars Vilks zu ermorden, ist aber noch aus einem anderen Grund von Bedeutung. Sollten sich die bisherigen Vermutungen erhärten, hätten die Verschwörer auf eigene Faust gehandelt - ohne Anschluss an eine bekannte Terrorgruppe. Weibliche Konvertiten mit westlichen Pässen, die nur ein halbes Jahr nach ihrer Konversion so radikal werden, dass sie über Kontinente hinweg Attentate planen: Das ist für Sicherheitsbehörden weltweit ein Alptraum.
Vermutlich gibt es nicht allzu viele solcher Personen. Aber sie zu entdecken, ist eine große Herausforderung. Als ein Vordenker aus dem Umfeld al-Qaidas vor einigen Jahren das Aufkommen von "Tarnkappen-Konvertiten" prophezeite, galt das noch als reiner Wunschtraum der Dschihadisten-Szene.
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Die Konvertiten sind katholsischer als der Papst. Dies galt während der Glaubenskriege in Europa, dies gilt heute für den Islam. mehr...
“Without wishing to undermine her twin commitments to holy war and talking to cats, the self-styled Jihad Jane might be the war on terror's least effective bogeywoman. In fact, let's not be gender specific. She might well be its [...] mehr...
Ich halte das durchaus nicht für Schauermärchen. Wer Konvertiten kennt, die aus eigenem Antrieb und nicht aus familiären Gründen (Heirat) die Religion gewechselt haben, kennt auch höchstwahrscheinlich darunter welche, die in [...] mehr...
Ängste der Bevölkerung sind immer wieder eine schöne Vorlage um öffentliche Gelder in private Taschen zu schaufeln. Ob Vorfälle und Krisen echt sind oder lanciert - Wir blicken nur auf die Kulissen und auch die Journalisten [...] mehr...
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