Potsdam/Kunduz - Im Norden Afghanistans haben sich Bundeswehrsoldaten ein mehrstündiges Gefecht mit Aufständischen geliefert. Wie das Einsatzführungskommando in Potsdam mitteilte, wurde eine deutsche Patrouille am Montag rund sechs Kilometer westlich des Regionalen Wiederaufbauteams (PRT) in Kunduz mit Gewehren und Panzerfäusten beschossen.
Die Soldaten und zur Verstärkung gerufene Einheiten hätten das Feuer erwidert. Deutsche Soldaten wurden den Angaben zufolge nicht verletzt. Während des Schusswechsels seien insgesamt drei Transportpanzer vom Typ Fuchs getroffen worden, hieß es. Die Schwere der Schäden war zunächst nicht bekannt.
Die afghanische Regierung kündigte nach der Anschlagsserie mit 35 Toten im Süden des Landes an, die Stadt Kandahar künftig besser zu schützen. Die Anordnung von Präsident Hamid Karzai solle dafür sorgen, dass die Sicherheit in der Stadt verstärkt werde, sagte Innenminister Mohammed Hanif Atmar am Montag in Kandahar vor Journalisten, nachdem er Angehörigen von Anschlagsopfern kondoliert hatte. Der Provinzgouverneur Turjalai Wisa hatte am Sonntag mehr Truppen gefordert, um Angriffe der Taliban besser abzuwehren.
Bei der Anschlagsserie in der südafghanischen Stadt wurden am Samstag 35 Menschen getötet. Unter den Opfern waren nach Angaben des Gouverneurs mindestens zehn Gäste einer Hochzeitsfeier. Ein Taliban-Sprecher bezeichnete die Anschläge als "Antwort" auf die Pläne der US-geführten Truppen, in der Rebellen-Hochburg eine Großoffensive zu starten. Innenminister Atmar sagte am Montag, die Offensive solle dann beginnen, wenn Gespräche mit Stammesältesten geführt worden seien.
Kandahar gilt als eine Hochburg der Taliban. Dort hatten die Rebellen bis zum US-geführten Einmarsch im Jahr 2001 ihr Machtzentrum. In der benachbarten Provinz Helmand führen internationale und afghanische Truppen derzeit eine Großoffensive, um die Rebellen aus der Region zu vertreiben. Der Kommandeur der internationalen Afghanistan-Truppen, Stanley McChrystal, hatte angekündigt, anschließend gegen die Rebellen in Kandahar vorgehen zu wollen.
hen/AFP
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