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19.03.2010
 

Teheraner Tagebuch

"Ohne Musik könnte ich den Alltag nicht ertragen"

Er kämpft mit der Zensur, der Bürokratie, dem Alltag in Teheran. Der Musiker Keyvan Saket ist ein populärer Künstler in Iran - und muss trotzdem Ärgernisse über sich ergehen lassen. Für SPIEGEL ONLINE führte er eine Woche lang Tagebuch. Ein Protokoll von Frust und kleinen Freuden.

Freitag, 26. Februar 2010

Der Freitag ist Ruhetag in Iran. Wichtig ist abzuschalten. Das ist oft nicht so einfach und gelingt nicht immer. Freitags versuche ich stets, viel Zeit für meine Familie zu haben.

Unter der Woche bin ich fast durchgehend unterwegs und komme selten zur Ruhe. Freitags wird es auch in der sonst so unglaublich überfüllten Stadt etwas stiller. Zu bestimmten Stunden kann man sogar durch Teheran fahren, ohne sehr viel Zeit im Stau zu verbringen.

Erst zum späten Nachmittag und Abend werden die Straßen wieder unerträglich voll. Da ist die Jugend unterwegs auf den vielen Boulevards und Einkaufsstraßen. Wer jetzt etwas unternehmen will, braucht wieder diese unmenschliche Geduld, ohne die sich Teheran nicht überleben lässt.

Meine Familie und ich nehmen eine Autofahrt auf uns und verabreden uns zum Abendessen mit Verwandten in einem schönen Restaurant auf der Vali-Asr-Avenue - einer der lebendigsten Straßen der Stadt, die von Norden bis zum runter zum Stadtzentrum reicht. Ich ahne nicht, wie sehr ich die Kraft, die ich dabei tanke, noch brauchen werde.

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19.03.2010 von wilde Socke: Üben

Interessant und bedauerlich. Da kann man im Geiste schon mal üben, mit solchen Herausforderungen umzugehen, wenn bei uns in Deutschland in einigen Jahren der Überwachungsstaat vollständig aktiv ist. mehr...

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Zur Person

Keyvan Saket , 50, zählt zu den bekanntesten Spielern der Taar, der iranischen Laute, und ist durch zahlreiche internationale Tourneen auch im Westen Freunden orientalischer Musik ein Begriff. Der Musikprofesser lebt mit Ehefrau Shahin Torshizi, 46, einer Flötistin, und den gemeinsamen Söhnen Siavash, 24, und Kiarash, 16, in einem Apartmenthaus im Norden Teherans.

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