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18.03.2010
 

Nahost-Konflikt

Rakete aus Gaza tötet Landarbeiter in Israel

Opfer nach Raketenabschuss: Ashton verurteilt GewaltZur Großansicht
REUTERS

Opfer nach Raketenabschuss: Ashton verurteilt Gewalt

Angriff aus Gaza: Beim Einschlag einer Rakete wurde am Donnerstag erstmals seit einem Jahr ein Mensch in Israel getötet. Die neue Gewalt überschattet den Besuch der EU-Außenbeauftragten Ashton. Sie hatte sich zuvor mit dem israelischen Staatspräsidenten Peres getroffen.

Jerusalem - Erstmals seit rund einem Jahr ist in Israel wieder ein Mensch bei einem Raketenangriff getötet worden. Bei dem Opfer handele es sich um einen etwa 30 Jahre alten Landarbeiter aus Thailand, teilte der israelische Rettungsdienst am Donnerstag mit. Der Mann arbeitete in einer Landwirtschaftskommune nördlich von Gaza, als er getötet wurde. Die Rakete wurde aus dem Gazastreifen abgefeuert.

Seit der israelischen Militäroffensive gegen die dort herrschende Hamas vor mehr als einem Jahr sind solche Angriffe recht selten geworden. Sie gehen zumeist auf das Konto kleinerer extremistischer Gruppierungen. Zu dem Anschlag bekannten sich sogar zwei verschiedene kaum bekannte islamistische Vereinigungen. Den israelischen Streitkräften zufolge wurden binnen zwölf Stunden insgesamt zwölf Raketen aus dem Gazastreifen abgefeuert. Zunächst gab es keine Anzeichen auf eine mögliche Vergeltungsaktion.

Die Anschläge fielen zusammen mit dem Besuch der neuen EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton in der Region. "Ich verurteile jede Art von Gewalt. Wir müssen eine friedliche Lösung finden", erklärte sie. Ashton war die ranghöchste ausländische Diplomatin, die Gaza seit mehr als einem Jahr besucht hat.

Ashton hatte dem israelischen Staatspräsidenten Schimon Peres am Morgen in Jerusalem gesagt, sie sei in die Region gekommen, um den Nahost-Friedensprozess zu unterstützen. Peres äußerte sich dabei zu den umstrittenen israelischen Siedlungsplänen in Ost-Jerusalem: "40 Jahre lang gab es eine bestimmte Position, dass wir in den Vororten bauen, die hauptsächlich jüdisch sind, und nicht in den Vororten, die hauptsächlich arabisch sind - das wurde von allen Regierungen so gehalten." Dies habe bislang nie die Verhandlungen gestört, sagte Peres.

Peres sprach sich dafür aus, so weiterzumachen wie gehabt. "Dass wir nicht bauen, wo wir vorher nicht gebaut haben, und es unser Recht ist, dort zu bauen, wo wir schon gebaut haben." Gleichzeitig müsse man so schnell wie möglich Verhandlungen mit den Palästinensern aufnehmen, damit der künftige Grenzverlauf geklärt werde.

Peres äußerte sich auch zur komplizierten humanitären Lage der rund 1,5 Millionen Palästinenser im Gazastreifen. Israel wolle nicht, dass die Menschen dort leiden. Allerdings werde dort weiterhin der Terror unterstützt, sagte er. "Sie wollen Israel nicht anerkennen, sie wollen keinen Frieden. Und der Mörtel oder das Geld, das die Europäische Union schickt, wird für den Bau von Tunneln und dem Kauf von Raketen verwendet."

Unterdessen erklärte Obama am Mittwoch, die Beziehungen mit Israel steckten nicht in der Krise. Israel hatte vergangene Woche während des Besuchs von US-Vizepräsident Joe Biden den Bau von 1600 neuen Wohnungen im Nordosten Jerusalems angekündigt und damit internationale Kritik ausgelöst. In einem Interview des US- Fernsehsenders FoxNews sagte Obama dennoch, Israel sei einer der engsten Verbündeten. "Wir und das israelische Volk haben einen besonderen Bund, der nicht einfach verschwinden wird."

Der Nahost-Konflikt ist auch Thema von Gesprächen, zu denen US-Außenministerin Hillary Clinton am Donnerstag in Moskau eintraf. Am Freitag steht dort ein Treffen des Nahost-Quartetts auf dem Programm. Daran wollte auch der US-Sondergesandte George Mitchell teilnehmen. Er hatte wegen des Konflikts um israelische Baugenehmigungen für 1600 neue Wohnungen in Ostjerusalem eine für Dienstag geplante Nahost-Reise kurzfristig verschoben. Clinton nannte die Erteilung der Genehmigungen ein "zutiefst negatives Signal" für den Friedensprozess.

vme/apn/dpa

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