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18.03.2010
 

Terror in Mumbai

Amerikaner bekennt sich schuldig

Anschlagsziel Taj Hotel: Beschuldigter bekennt sich in allen Anklagepunkten schuldigZur Großansicht
REUTERS

Anschlagsziel Taj Hotel: Beschuldigter bekennt sich in allen Anklagepunkten schuldig

Überraschendes Geständnis: Ein terrorverdächtiger Amerikaner hat sich schuldig bekannt, die Bombenanschläge im indischen Mumbai 2008 unterstützt zu haben. Der Beschuldigte David Coleman Headley gab zu, die Stadt als Ziel ausgekundschaftet zu haben.

Washington - Ein US-Bürger hat sich am Donnerstag im Zusammenhang mit den verheerenden Terroranschlägen in Mumbai 2008 überraschend für schuldig erklärt. David Coleman Headley gab nach Angaben des US-Justizministeriums vor einem Gericht in Chicago im Bundesstaat Illinois zu, an der Planung der blutigen Anschlagsserie mit rund 170 Toten in der westindischen Finanzmetropole beteiligt gewesen zu sein.

Er sei auch in die Vorbereitungen für einen Anschlag auf eine dänische Zeitung wegen ihrer Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen im Jahr 2005 verwickelt gewesen. Headley, der in den Verfahren ursprünglich auf unschuldig plädiert hatte, erklärte sich nun in allen zwölf Anklagepunkten für schuldig.

Der 49-jährige Mann, der einen pakistanischen Vater hat, soll der islamistischen Terrorgruppe Lashkar-e-Taiba (LeT) angehören. Die aus Pakistan agierende Gruppe wird für die Anschläge in Mumbai (früher Bombay) verantwortlich gemacht. Zehn Terroristen hatten am 26. November 2008 in Mumbai unter anderem zwei Luxushotels, den größten Bahnhof der Stadt sowie das jüdische Zentrum angegriffen. Die Terroristen nahmen mehrere hundert Menschen als Geiseln. Den indischen Sicherheitskräften gelang es erst nach drei Tagen, die letzten Angreifer zu überwältigen.

Headly gab nun zu, dass er dort geholfen habe, Ziele der Anschlagserie auszukundschaften. Dasselbe habe er auch zur Vorbereitung eines Anschlags auf die Zentrale der dänischen Tageszeitung "Morgenavisen Jyllands-Posten" getan. Mit der Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen hatte das Blatt den Zorn der muslimischen Welt auf sich gezogen.

Die Kehrtwende in Headleys Verfahren kam nun überraschend. Justizminister Eric Holder bezeichnete sie als bedeutenden Schritt in den Bemühungen, Gerechtigkeit für die Opfer der Terroranschläge von Mumbai zu finden. Headley ist nach Informationen des Ministeriums zugesichert worden, dass ihm nicht die Todesstrafe droht, wenn er weiterhin mit den amerikanischen Behörden kooperiert.

Dies könnte auch eine Aussage gegen seinen Mitangeklagten bedeuten, den Chicagoer Geschäftsmann Tahawwur Rana. Rana wird beschuldigt, Material zur Unterstützung des Terrorismus bereitgestellt zu haben. Er hat sich für nicht schuldig erklärt.

wit/dpa/apn

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