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25.03.2010
 

Neue Tonbotschaft

Bin Laden droht mit Ermordung von US-Geiseln

Von Yassin Musharbash

Qaida-Propaganda: Drohung gegen die USAZur Großansicht

Qaida-Propaganda: Drohung gegen die USA

Osama Bin Laden richtet eine neue Tonbotschaft an die Vereinigten Staaten: Sollte 9/11-Drahtzieher Chalid Scheich Mohammed in den USA zum Tode verurteilt werden, werde al-Qaida mit der Tötung von Geiseln reagieren, droht der Chefterrorist.

Berlin - Dem arabischen Satellitensender al-Dschasira ist ein neues Tonband von Qaida-Chef Osama Bin Laden zugespielt worden. Wie der Sender auf seiner Website berichtet, handelt es sich um eine Botschaft, die sich an die USA richtet.

Darin drohe der Saudi-Araber, dass sein Netzwerk etwaige US-Geiseln umbringen würde, falls Chalid Scheich Mohammed in den USA zum Tode verurteilt werden sollte. Weiterhin sage Bin Laden, dass US-Präsident Barack Obama denselben Weg beschreite, den sein Vorgänger George W. Bush begangen habe. Als Beispiele führe er das "Unrecht der Gefangenen" und die Ausweitung des Krieges in Afghanistan an. Ozeane könnten die USA nicht beschützen. Sie sollten zudem ihre Unterstützung für Israel aufgeben.

Der Kuwaiter Chalid Scheich Mohammed gilt als Planer der Anschläge vom 11. September 2001 und befindet sich seit 2003 in US-Gewahrsam, zunächst mutmaßlich in einem Geheimgefängnis der CIA, seit 2006 im US-Gefangenenlager Guantanamo.

In der Haft wurde er auch gefoltert, unter anderem mittels Waterboarding, einem simulierten Ertränken. Bei seinen Anhörungen im Jahr 2007 gab er nicht nur eine 9/11-Beteiligung zu, sondern auch die Drahtzieherschaft an Dutzenden weiteren Terrorakten, was den Verdacht aufkommen ließ, er gebe entweder an oder versuche andere zu schützen.

Schon vor seiner Festnahme in Pakistan hatte er sich allerdings öffentlich damit gebrüstet, für die Anschläge von New York und Washington am 11. September 2001 verantwortlich gewesen zu sein.

In den USA wird zurzeit diskutiert, vor was für einem Gericht Chalid Scheich Mohammed der Prozess gemacht werden soll; ein Zivilprozess in New York, wie ursprünglich geplant, scheint vom Tisch. Die Todesstrafe freilich nicht.

Rede möglicherweise unvollständig

Es ist nicht das erste Mal, dass Bin-Laden-Botschaften zunächst bei al-Dschasira eingehen. Alleine in den vergangenen Monaten ist dies zweimal geschehen. Wenige Tage später veröffentlichte al-Qaidas Propaganda-Abteilung dann die Botschaften selbst im Internet.

In einem Fall war die Qaida-Version dabei umfangreicher als der von al-Dschasira ausgestrahlte Teil. So könnte es auch in diesem Fall sein. Daher ist es derzeit unmöglich zu sagen, ob die Drohung, US-Geiseln hinzurichten, tatsächlich der Kern der aktuellen Botschaft ist. Zuletzt hatte Osama Bin Laden sich zum Klimawandel und zu einem Anschlagsversuch al-Qaidas auf einen US-Passagierjet geäußert.

Die Authentizität der am Donnerstag von al-Dschasira ausgestrahlten Botschaft kann zunächst nicht unabhängig bestätigt werden. Es spricht aber - auch wegen des eingespielten Modus' - zunächst wenig dagegen. Die CIA behauptete kürzlich, sie habe in Erfahrung gebracht, dass Qaida-Mitglieder sich mehr Präsenz von Osama Bin Laden wünschten.

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Wegen der Anschläge vom 11. September vor Gericht

Chalid Scheich Mohammed

dpa
Der Mann, einst "Nummer drei" im Terrornetzwerk al-Qaida, gilt als Drahtzieher der Anschläge. "Ich war verantwortlich für die Planung der Operationen von A bis Z", soll er 2007 nach Angaben des Pentagons gestanden haben. Kritiker zweifeln die Aussagekraft der Geständnisse allerdings an und verweisen auf Berichte, nach denen Mohammed gefoltert wurde. Der Angeklagte kam 1964 oder 1965 auf die Welt und wuchs in Kuwait auf, sein Vater soll aus der pakistanischen Provinz Belutschistan stammen. In den achtziger Jahren studierte er in den USA, wo er angeblich einen Abschluss als Ingenieur erwarb. mehr auf der Themenseite...

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