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28.03.2010
 

China

Bürgerrechtler Gao sendet Lebenszeichen

Gao Zhisheng auf einem Archivbild von 2006: Wie frei ist der Menschenrechtsanwalt?Zur Großansicht
AP

Gao Zhisheng auf einem Archivbild von 2006: Wie frei ist der Menschenrechtsanwalt?

Lange haben Freunde, Verwandte und westliche Regierungen auf ein Lebenszeichen gewartet. Nun hat sich der chinesische Menschenrechtsanwalt Gao Zhisheng gemeldet, ein Jahr nach seinem Verschwinden. Er sei "zurzeit frei", sagt er - doch ein Freund zweifelt an den Angaben.

Peking - Der seit mehr als einem Jahr vermisste chinesische Menschenrechtsanwalt Gao Zhisheng ist nach eigenen Angaben "zurzeit frei". Er lebe im Norden des Landes und wolle dort in Ruhe Zeit mit seiner Familie verbringen, sagte Gao am Sonntag telefonisch der Nachrichtenagentur AP.

Mit seinen Angehörigen sei er lange nicht zusammengewesen, und "diesen Fehler will ich wiedergutmachen". Weitere Fragen wollte Gao nicht beantworten. Es sei ihm nicht erlaubt, Interviews zu geben und er sei auch nicht gewillt, dies zu tun. Sein Verschwinden vor rund einem Jahr löste international Besorgnis aus, vor allem wegen früherer Berichte, er sei gefoltert worden.

Ein Freund Gaos zweifelte jedoch an den Angaben: "Ich glaube, er ist nicht frei", sagte Li Heping, der ebenfalls ein Anwalt für Menschenrechte ist und der auch mit Gao telefoniert hat. "Erst klang er, als wollte er auflegen. Er sagte, es seien Freunde um ihn herum - aber ich bin mir sicher, dass die Leute bestimmten, was er sagte", so Li. "Außerdem wollte er mir nicht sagen, wo genau er sich befindet, als ich ihm vorschlug, ihn zu besuchen."

Verschiedene Freunde und Kollegen erklärten, sie hätten seit langer Zeit nichts von Gao gehört. Die EU und die USA hatten die Regierung in Peking aufgerufen, Ermittlungen zu seinem ungewöhnlich langen Verschwinden aufzunehmen. Gao ist ein bekannter Menschenrechtsaktivist: Einige sahen in ihm schon einen künftigen Friedensnobelpreisträger.

Gao riet von den Olympischen Spielen in Peking ab

Anfang vergangenen Jahres hatte Gao erklärt, er sei 2007 im Gefängnis gefoltert worden. Er wurde im August 2006 festgenommen, im Schnellverfahren verurteilt und unter Hausarrest gestellt. Staatlichen Medienberichten zufolge wurde ihm Untergrabung der Staatsgewalt vorgeworfen, weil er mehrere Artikel auf ausländischen Web-Seiten veröffentlicht hatte.

Im Februar 2009 war Gao dann von der Polizei abgeholt worden. Obwohl allgemein vermutet wurde, dass er sich in Polizeigewahrsam befindet, machten die Behörden keine Angaben über seinen Verbleib. Sein Schicksal war seither ungeklärt.

Gao war einst Mitglied der Kommunistischen Partei. Er schrieb öffentliche Briefe an die Partei, in denen er gegen die Verfolgung der Falun Gong protestierte. Er vertrat Opfer von Enteignungen und der restriktiven Familienplanungspolitik, teils ohne Geld von den mittellosen Klägern zu verlangen.

Die Familie bekam Asyl in den USA

Ende 2005 trat er aus der Partei aus, die er für Gewaltakte gegen das eigene Volk verantwortlich machte. Daraufhin wurde ihm Berufsverbot erteilt. Nach einer Welle von Einschüchterungen wurde er in Peking inhaftiert und gefoltert. Im Gefängnis trat Gao in den Hungerstreik und schrieb an seiner Autobiografie "Ein gerechteres China". Im späteren Prozess verwandelte das Gericht seine dreijährige Haftstrafe in Hausarrest. 2007 schrieb Gao einen Brief an den US-Kongress, in dem er aufgrund der Menschenrechtslage von den Olympischen Spielen abriet.

Wegen der großen Belastung durch die ständige Überwachung der Familie flüchtete seine Frau Geng He Anfang 2009 mit den beiden Kindern über die südchinesische Grenze und weiter nach Thailand, bat um Asyl in den USA, wo sie heute lebt. Kurz darauf wurde Gao Zhisheng in Haft genommen und war seither verschwunden.

bim/AP

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insgesamt 3 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
29.03.2010 von Hongjian: .

Hmmm erst hatte ich noch etwas Mitleid mit diesem Mann, doch dann, als es hieß er habe sich für Falun Gong eingesetzt, dann hat er für mich leider alle Sympathien verloren. Dieser Psycho-Kult sollte der chinesischer Staat [...] mehr...

28.03.2010 von SchneiderG: Gendun Choekyi Nyima

Wenn Sie recht haben und davon gehen Sie doch aus, dann können Sie uns auch sicherlich mitteilen wo sich der der Nachfolger des Pantschen Lama "Gendun Choekyi Nyima" und seine Familie befindet, die seit 1995 [...] mehr...

28.03.2010 von laosichuan: Verschwinden? Nicht in China!

China ist kein Land, in dem Menschen einfach "verschwinden". Falls sich Hr. Gao strafbar gemacht hat, wird es ein Verfahren nach den chinesischen Gesetzen geben. mehr...

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