Kabul - Mehr Anstrengungen sind gefordert: Barack Obama hat bei seinem Staatsbesuch in Afghanistan eine klare politische Botschaft mitgebracht. Am Sonntagabend besuchte der US-Präsident zum ersten Mal in seiner Amtszeit Afghanistan. Präsidenten Hamid Karzai und wichtige Regierungspolitiker rief er zu einem entschlossenem Kampf gegen die im Land grassierende Korruption auf. Außerdem müsse das Justizsystem weiter ausgebaut und der Handel mit Drogen bekämpft werden. "All das führt dazu, dass es in Afghanistan mehr Wohlstand und mehr Sicherheit gibt", sagte Obama.
Nach einem kurzen Treffen mit Karzai im Präsidentenpalast in Kabul lobte Obama die jüngsten Schritte im militärischen Kampf gegen Aufständische. Gleichzeitig betonte er aber, dass sich die Situation auch aus Sicht der afghanischen Bevölkerung verbessern müsse.
Karzai bedankte sich bei Obama für den Militäreinsatz in seinem Land und sagte, dass sein Land weiter Fortschritte machen werde. Nach seinem Amtsantritt hatte Obama eine erhebliche Aufstockung der US-Truppen für den Krieg gegen al-Qaida und die radikal-islamischen Taliban angeordnet. Bis zum Sommer sollen 100.000 US-Soldaten in dem Land stationiert sein.
"Wir werden den Job erledigen"
Bei dem nächtliche Blitzbesuch stand auch ein Besuch bei US-Truppen auf dem Programm. Obama zeigte sich zuversichtlich, dass der Einsatz der Amerikaner und ihrer Verbündeten in Afghanistan zum Erfolg führen wird. Es werde Rückschläge geben, "aber wir werden unseren Job erledigen", sagte Obama am Sonntag während eines Besuches auf dem Luftwaffenstützpunkt Bagram vor rund 2000 Soldaten. Dorthin war er schon wenige Stunden zuvor mit der Air Force One gelandet und in einem Hubschrauber in die Hauptstadt Kabul geflogen.
Karzai war über den Besuch Obamas kurzfristig informiert worden, erklärte das Weiße Haus. Obama lud seinen Kollegen, der nach einer umstrittenen Wahl im November für eine zweite Amtszeit vereidigt worden war, für den 12. Mai in die USA ein. Karzai habe schon zugesagt, hieß es aus dem Weißen Haus.
Obamas Blitzbesuch erfolgt nur zwei Tage, nachdem eine neue Audio-Botschaft mit Drohungen von Qaida-Führer Osama Bin Laden aufgetaucht ist. Bin Laden soll sich in der bergigen Region entlang der Grenze zwischen Afghanistan und Pakistan verstecken.
Hunderttausend US-Soldaten im Afghanistan-Einsatz
Im Dezember hatte Obama 30.000 zusätzliche Soldaten nach Afghanistan beordert, um die radikal-islamischen Taliban unter Kontrolle zu bringen. Die zusätzlichen Truppen sollen im Sommer vollständig stationiert sein, dann werden sich rund hunderttausend amerikanische Soldaten in Afghanistan aufhalten. Zu Beginn von Obamas Amtszeit waren es 34.000. Hinzu kommen insgesamt mehr als 40 000 Soldaten aus anderen Ländern, darunter auch Deutschland.
"Wir haben diesen Krieg nicht gewählt", sagte Obama bei seinem Besuch. "Wir wollten unseren Einfluss nicht ausdehnen oder uns in ausländische Angelegenheiten einmischen. Wir wurden am 11. September 2001 angegriffen."
Die aus Sicherheitsgründen bis zuletzt geheimgehaltene Reise markiert das Ende einer ereignisreichen Woche in Obamas Präsidentschaft. Zunächst hatte er mit der Gesundheitsreform die ehrgeizigste innenpolitische Initiative seit Jahrzehnten durchgesetzt. Einen außenpolitischen Erfolg erzielte er mit einem neuen Abkommen mit Russland zur Rüstungskontrolle.
Nach Angaben des Weißen Hauses sei es bereits länger Obamas Wunsch gewesen, das Land zu besuchen. Das Wetter und andere logistische Hindernisse hätten die Reise aber immer wieder verzögert. Mitreisende Beamte und Journalisten waren zur Geheimhaltung verpflichtet worden. Vor rund einem Jahr hatte Obama den Irak besucht.
Es ist seine zweite Reise nach Afghanistan, als Präsidentschaftskandidat und US-Senator war er mit einer offiziellen Kongress-Delegation 2008 in dem Land. Sein Amtsvorgänger George W. Bush hatte Afghanistan nie besucht.
ore/AP/AFP/dpa
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In Bezug auf das Ausländer raus sind sie sich durchaus einiger, als die bundesrepuplikanische Gesellschaft. Beim Nachlesen ihrer Postings beschleicht mich obendrein der Verdacht, dass sie selber möglicherweise gar nicht vor Ort [...] mehr...
Nach dem deutschen Versagen im Norden, einen solchen Beitrag abzudrücken ist deutlich mehr als Realitätsignorant! mehr...
Sie benutzen den Begriff "Unsinn" hier im Sinne unvernünftigen Handelns. Aus der Sicht der Afghanistan-Krieger ist er nicht unsinnig, man verrät uns allerdings den Eigensinn nicht, der ihm zugrunde liegt, weil wir ihn [...] mehr...
Es gab XX Tote, darunter auch Kinder und Frauen. Ein vermeintlicher Standardsatz. Doch was will er uns sagen? Sind (a) keine Männer gestorben? Oder ist es (b) halb so schlimm, wenn Männer sterben?? In Zeiten der [...] mehr...
"freies afghanistan" - sie auch nicht! wenn sie was vom aktuellen krieg sehen wollen, dann empfehle ich: http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,688532,00.html das ist die freiheit , der frieden ( o.ä. dummschwätz ) [...] mehr...
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