Moskau - Nach dem blutigen Doppelanschlag auf die Moskauer Metro haben Sicherheitskräfte eine weitere scharfe Bombe entdeckt. Es handelt sich um einen Sprengstoffgürtel, der an der Haltestelle Park Kultury gefunden wurde. Dort hatte sich eine der beiden Selbstmordattentäterinnen am Montagmorgen in die Luft gesprengt. Polizisten fanden inzwischen die sterblichen Überreste der 18- bis 20-jährigen Frau. Der nicht detonierte Sprengstoffgürtel sei entschärft worden, meldete die Staatsagentur Ria Nowosti nach Angaben von Ermittlern.
Zwei Frauen hatten am Morgen an den Stationen Lubjanka und Park Kultury mit der Detonation von Sprengsätzen mindestens 38 Menschen mit in den Tod gerissen. 64 Fahrgäste wurden zur Hauptverkehrzeit verletzt.
Weltweit haben die blutigen Anschläge Entsetzen und Empörung ausgelöst. "Wir können es nicht erlauben, dass Gewalt gegenüber Freiheit und Demokratie die Oberhand gewinnt", erklärte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso am Montag in Brüssel.
Auch die Nato verurteilte die Bluttat. "Es gibt keine Rechtfertigung für diese Art von Angriffen auf unschuldige Zivilpersonen", sagte Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen in Brüssel. Das Militärbündnis sei weiter entschlossen, mit Russland im Kampf gegen den internationalen Terrorismus zusammenzuarbeiten.
US-Präsident Barack Obama bekundete dem russischen Volk seine Solidarität. Er bezeichnete die Anschläge als "empörende Aktionen". "Die amerikanische Bevölkerung steht vereint an der Seite des russischen Volkes in der Absage an gewalttätigen Extremismus und feige Terrorattacken, die eine solche Missachtung menschlichen Lebens zeigen", erklärte er in Washington.
Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach von einem schrecklichen Ereignis und einem Rückschlag für die russischen Bemühungen um Sicherheit. Merkel übermittelte dem russischen Präsidenten ihr tiefes Bedauern über die Anschläge und äußerte die Hoffnung, dass die Taten schnell aufgeklärt werden können. "Es ist erschütternd, dass solche Anschläge mitten in Moskau möglich waren", sagte die Kanzlerin am Rande ihrer Türkei-Reise in Ankara.
Ähnlich äußerte sich auch der britische Premier Gordon Brown. In London zeigte er sich "erschüttert" und übermittelte dem russischen Präsidenten seine Anteilnahme. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy sicherte Russland "die umfassende Solidarität Frankreichs angesichts dieser feigen und ehrlosen Tat" zu.
Medwedew droht Terroristen Krieg an
Moskau ist nach den Anschlägen schockiert - und Präsident Medwedew lässt keinen Zweifel daran, wie er reagieren wird: mit Härte gegen Extremisten. , sagte Medwedew am Montag. Die Sicherheitskräfte würden kompromisslos gegen Terroristen vorgehen, die Menschenrechte müssten aber bei Polizeieinsätzen gewahrt bleiben. Nach den Anschlägen auf die Moskauer U-Bahn wurden die Sicherheitsvorkehrungen landesweit verstärkt. Auch an allen russischen Flughäfen wurden die Kontrollen verschärft.
Medwedew wies den Geheimdienst FSB und die übrigen Sicherheitskräfte an, keine Destabilisierung im Land zuzulassen. Die jüngsten Terrorakte seien genauestens geplant gewesen, um die Situation im Land und in der Gesellschaft aus dem Lot zu bringen. Regierungschef Wladimir Putin drohte den Hintermännern mit dem Tod. Die "Terroristen" würden "gefangen und vernichtet", sagte Putin am Montag laut russischen Nachrichtenagenturen.
Zu dem Doppelattentat bekannte sich zunächst keine Extremistengruppe. Der Chef der Sicherheitsdienste, Alexander Bortnikow, vermutete aber eine Verbindung zu Rebellengruppen im Nordkaukasus. In der Vergangenheit hatten wiederholt Witwen getöteter Kämpfer aus Region solche Anschläge verübt.
Angriff in der Rushhour
Die erste Selbstmordattentäterin sprengte sich nach Angaben der russischen Behörden gegen 8 Uhr Moskauer Zeit (6 Uhr MESZ) am Bahnhof Lubjanka in die Luft. Dabei wurden mindestens 23 Menschen getötet. Über dem Bahnhof liegt das Hauptquartier des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB. Laut Staatsanwalt Juri Semin entsprach die Sprengkraft der Bombe etwa drei Kilogramm TNT. Der zweite Anschlag ereignete sich am Bahnhof Park Kultury, wo nun auch der dritte Sprengsatz entdeckt wurde. Hier wurden 14 Menschen getötet.
Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft erklärte, es seien Ermittlungen gemäß des Terrorismusparagrafen 205 des russischen Strafgesetzbuchs eingeleitet worden. Ministerpräsident Wladimir Putin werde laufend über die Entwicklungen informiert, sagte ein Behördensprecher. Ein Twitter-Nutzer schrieb, die Moskauer Polizei habe Mobilfunkfrequenzen blockiert - offenbar, um einer möglichen weiteren Sprengsatzzündung per Handy zuvorzukommen.
Behörden fordern Bevölkerung auf, zu Hause zu bleiben
Die Moskauer Behörden haben derweil die Bevölkerung aufgefordert, Ruhe zu bewahren, Radio- und Fernsehsender empfahlen den Hauptstädtern, möglichst zu Hause zu bleiben und öffentliche Plätze zu meiden.
Russland war in der Vergangenheit immer wieder Schauplatz von Anschlägen, zu denen sich Extremisten bekannten. Erst Ende November waren bei einem Anschlag auf einen Schnellzug im Nordwesten 26 Menschen getötet worden. Zu der Tat hatte sich eine islamistische Rebellengruppe bekannt. Weitere Anschläge in Moskauer U-Bahnhöfen hatte es in den Jahren 2004, 2001, 1998 und 1996 gegeben.
ler/dpa/AFP/Reuters/apn
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Oha das ist ja spannend, klingt wie aus einem James Bond Film abgeschrieben, warum dürfen wir dieses Fanatsie-Material dann nicht sehen beziehungsweise warum hört man nichts davon? Oder meinen sie mit dem mysteriösen [...] mehr...
Viel wahrscheinlicher ist es das man als Terroristen-Tourist dort den Kadyrovsky-Milizen in die Arme läuft, was allerdings sehr unangenehm werden kann, aber das sind Tschetschenen die damals im ersten Tschetschenienkrieg gegen [...] mehr...
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