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31.03.2010
 

Doppelanschlag in Dagestan

Kaukasus-Attacken schüren Furcht vor neuer Terrorwelle

Von Benjamin Bidder, Moskau

Wieder kamen sie am Morgen, wieder sprengten sie sich im Abstand von rund 40 Minuten in die Luft: Zwei Selbstmordattentäter rissen in der russischen Teilrepublik Dagestan mindestens zwölf Menschen in den Tod. Moskau fürchtet nun den Beginn einer Terrorserie.

Moskau - Rund 48 Stunden nach den verheerenden Bombenanschlägen auf die Moskauer U-Bahn am Montag haben sich in der nordkaukasischen Stadt Kisljar zwei Angreifer selbst in die Luft gesprengt - und mindestens zwölf Menschen getötet.

Unter den Toten befinden sich zahlreiche Milizionäre, auch der örtliche Polizeichef kam offenbar ums Leben. Einer der Selbstmordattentäter wollte laut Angaben des russischen Innenministeriums mit seinem verminten Wagen in Richtung Innenstadt fahren, wurde aber von einer Polizeistreife aufgehalten, in unmittelbarer Nähe eines Kindergartens und einer Polizeiwache. Dann detonierte der Sprengsatz. Der zweite Angreifer, selbst verkleidet als Milizionär, mischte sich nach der ersten Explosion unter herbeieilende Beamte und Rettungskräfte.

Hinter dem Doppelanschlag in Dagestan stecken nach Einschätzung von Regierungschef Wladimir Putin möglicherweise die gleichen Drahtzieher wie auf die Moskauer U-Bahn. "Ich schließe nicht aus, dass hier die gleichen Banditen am Werk waren", sagte Putin laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax bei einer Kabinettssitzung.

In Moskau wächst jetzt die Furcht, dass die Bombenattentate vom Montag, bei denen in den U-Bahn-Höfen Park Kultury und Lubjanka 39 Menschen starben, nur der Beginn einer neuen Terrorwelle sein könnten, die auf Russland zurollt.

Am späten Dienstagabend sperrten russische Sicherheitskräfte die Nikolskaj-Straße mitten im Herzen Moskaus wegen Bombenalarms. Die Straße liegt in unmittelbarer Nähe zum Hauptquartier des Inlandsgeheimdienstes FSB an der Station Lubjanka. Zur Entschärfung der vermeintlichen Autobombe wurde eiligst ein Roboter herbeigeschafft, doch der Sprengsatz entpuppte sich als harmloser Koffer.

Sprengstoffexperten im Einsatz

Am Mittwochmorgen mussten Sprengstoffexperten erneut ausrücken. Moskauer Milizionäre hatten unter einem ihrer Fahrzeuge verdächtige Gegenstände ausgemacht: zwei mit Klebeband verbundene Flaschen, dazu Batterien.

Eine Attrappe, stellten die Sicherheitsexperten später fest. Die Flaschen waren nicht mit Sprengstoff gefüllt, sondern mit Urin. Trotzdem wächst die Anspannung in der Hauptstadt angesichts des neuen Anschlags im Nordkaukasus.

Zwar hat noch immer keine Terrorgruppe offiziell die Verantwortung für die Bomben in den U-Bahnen übernommen. Moskauer Beobachter fürchten jedoch seit langem eine neue Offensive islamistischer Terroristen aus Russlands Unruheprovinzen im Süden. Deren Anführer, der selbsternannte "Emir des Nordkaukasus", der tschetschenische Untergrundkämpfer Doku Umarow, hatte bereits im Februar gedroht, die Zone "militärischer Operationen auf das Gebiet Russlands" auszuweiten. Mitte März prahlte er damit, man werde bald auch "die Region Krasnodar, Astrachan" sowie die Wolgagebiete "befreien", die sich unter der Knute der russischen Ungläubigen befänden.


Bei den Anschlägen von Moskau habe es sich um die "sorgfältig geplante, intensiv vorbereitete Aktion erstarkender Kräfte" gehandelt, sagt der Kaukasusexperte des Moskauer Carnegie-Zentrums, Nikolai Petrow. Russland habe jahrelang mit der Illusion gelebt, der Terror sei besiegt. Dabei seien die Probleme im Kaukasus ungelöst, glaubt auch Generalmajor Wladimir Owtschinskij, einst russischer Interpol-Chef. "Wir müssen uns der Realität stellen. Wir müssen begreifen, dass der Krieg der Terroristen gegen Russland in Wahrheit nie geendet hat."

Russlands Führung präsentiert sich derweil als Herr der Lage. Präsident Dmitrij Medwedew drohte, man werde die Hintermänner der Anschläge "fassen und vernichten." Regierungschef Putin forderte die Sicherheitsorgane des Landes ebenfalls energisch zur Suche nach den Drahtziehern auf. Die "Komplizen und Hintermänner der Tat" hielten sich versteckt und müssten "vom Boden der Kanalisation gekratzt und ans Tageslicht gebracht" werden, sagte Putin im russischen Fernsehen. Dies sei "eine Frage der Ehre für die Sicherheitskräfte".

Russland geht gleichwohl schon jetzt mit großer Härte gegen die Kämpfer aus dem Nordkaukasus vor. Anfang März töteten Sicherheitskräfte acht Terroristen, darunter ihren Anführer Said Burjatskij. Russische Boulevardmedien vermeldeten den Schlag gegen den Terror triumphal, und präsentierten Fotos der entstellten Leiche des Terrorfürsten.

Dabei aber, gibt Sergej Markedonow vom Moskauer "Institut für politische und militärische Analyse" zu bedenken, dürfe man nicht vergessen, dass jede Spezialoperation neuen Hass auf die Russen sähe. "Jede Liquidierung", sagt Markedonow, "schafft neue Kämpfer."

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06.04.2010 von Strahlenflosser: "in die Schnabeltasse beißen"

*Sie* sind persönlich an der Produktion beteiligt? Aber ich vermassel ihnen jetzt einfach mal die Premiere: http://www.liveleak.com/view?i=c21_1267558459 Erinnert irgendwie an: [...] mehr...

06.04.2010 von Strahlenflosser: Wake the Dog?

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06.04.2010 von Strahlenflosser: "zerstörtes Land"?

Viel wahrscheinlicher ist es das man als Terroristen-Tourist dort den Kadyrovsky-Milizen in die Arme läuft, was allerdings sehr unangenehm werden kann, aber das sind Tschetschenen die damals im ersten Tschetschenienkrieg gegen [...] mehr...

06.04.2010 von Strahlenflosser: Realitätsverleugnung?

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05.04.2010 von elandy:

De Klerk hat Südafrika zusammen mit Mandela das Ende der Apartheid gebracht und einen Bürgerkrieg verhindert. Havel hat in Tschechien die Transformation von einem sozialistischen zu einem demokratischen System maßgeblich [...] mehr...

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Anschläge in Russland

2010: Terror in der U-Bahn

29. März 2010: In den Moskauer U-Bahn-Stationen Park Kultury und Lubjanka explodieren am Morgen zwei Sprengsaätze - russischen Ermittlern zufolge haben sich zwei junge Selbstmordattentäterinnen aus der russischen Teilrepublik Dagestan in die Luft gejagt. Mindestens 38 Menschen sterben bei den Anschlägen. Zu den Anschlägen bekannte sich eine Rebellengruppe aus dem Nordkaukasus, das sogenannte Kaukasus-Emirat von Doku Umarow.

31. März 2010: Bei einem Doppelanschlag in Kisljar in Dagestan werden zwölf Menschen getötet. Unter den Toten befinden sich zahlreiche Milizionäre, auch der örtliche Polizeichef kam ums Leben.

2009: "Sabotagekrieg" im Schnellzug

2006: Terror auf dem Marktplatz

2005: Blutiges Gefecht in Naltschik

2004: Als der Schrecken nach Beslan kam

2002: Geiselnahme im Musicaltheater

Die Moskauer Metro

Die Metro in Moskau gilt als die schönste der Welt und ist das wichtigste Verkehrsmittel in der größten Stadt Europas. Täglich nutzen etwa neun Millionen Fahrgäste das rund 300 Kilometer lange Schienennetz der U-Bahn. Zu den Stoßzeiten drängen sich die Menschen in den meist veralteten Waggons der zwölf Linien.

Die 180 Stationen sind häufig prunkvoll mit Lüstern, Reliefs und Statuen verziert und mit Marmor verkleidet. Viele Touristen kaufen sich eigens eine Fahrkarte zum Preis von 26 Rubel (ca. 66 Cent), um die in Reiseführern beschriebenen "unterirdischen Paläste" zu bestaunen. Die 1935 eröffnete Metro war ein Prestigeprojekt von Sowjetdiktator Josef Stalin.





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