Von Matthias Gebauer, Hasnain Kazim und Shoib Najafizada
Berlin/Kunduz/Kabul - Bei einem stundenlangen Feuergefecht und einem anschließenden Anschlag mit einer Sprengfalle sind bei Kunduz in Nordafghanistan am Freitag drei deutsche Soldaten getötet und mindestens fünf weitere schwer verletzt worden. In Chahar Darreh südwestlich des deutschen Camps in Kunduz kam es seit dem Vormittag zu heftigen Schusswechseln zwischen Taliban und der Bundeswehr. Am Abend (Ortszeit) endeten die Gefechte.
Bei dem Feuergefecht wurden die Deutschen während einer Patrouille nach afghanischen Polizeiangaben aus mehreren Richtungen angegriffen. Im Zuge der Schießerei wurden drei Bundeswehrsoldaten getötet und mehrere weitere verletzt. Als die Deutschen den Angreifern schließlich ausweichen wollten, fuhr ein gepanzertes Fahrzeug auf eine an der Straße platzierte Bombe. Bei der Explosion wurden mehrere Soldaten schwer verletzt.
Helikopter transportierten die Schwerverletzten umgehend ins Camp in Kunduz. Ein SPIEGEL-ONLINE-Reporter ist im Camp vor Ort und wurde Zeuge des Geschehens. Vier der Verletzten sollen sich in kritischem Zustand befinden.
Bis zu diesem Angriff sind beim Einsatz in Afghanistan 36 Soldaten der Bundeswehr gefallen. Es ist der erste tödliche Zwischenfall für die deutschen Einsatzkräfte in diesem Jahr. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) ließ sich seit dem frühen Freitagmorgen regelmäßig über die Lage informieren, er ist über Ostern in Südafrika im Urlaub. Vermutlich will er noch am Freitag nach Deutschland zurückfliegen, um sich in seinem Ministerium mit dem Fall zu beschäftigen.
Die Taliban bekannten sich zu dem Angriff. Ihr Sprecher Sabihullah Mudschahed sagte SPIEGEL ONLINE per Telefon, Taliban-Kämpfer hätten mehrere deutsche Fahrzeuge zerstört, es habe bis zu acht Tote gegeben. Die Angaben des Sprechers sind allerdings oft übertrieben.
Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE hatte die Bundeswehr kürzlich einen neuen Vorposten in der Region errichtet, von dem aus die Soldaten den Unruheherd Chahar Darreh besser übersehen können. Schon bei Errichtung des Postens war es zu schweren Auseinandersetzungen mit den Taliban in der Region gekommen.
Der perfekte Ort für einen Hinterhalt - für die Taliban
Das Gebiet Chahar Darreh gilt seit Monaten als Rückzugszone für Taliban-Kämpfer und deren Anführer. Die lokale afghanische Polizei ist in dem von Lauf des Kunduz-Flusses durchzogenen Gebiet nicht präsent. Die Bundeswehr hat im vorigen Jahr die alte Polizeiwache in Chahar Darreh festungsartig ausgebaut, Infanterie-Einheiten operieren aus der Station heraus und verbringen die Nächte häufig dort.
Unter Kontrolle ist das Gebiet jedoch keineswegs, immer wieder kommt es hier zu Gefechten und Schusswechseln zwischen den Aufständischen auf der einen Seite und den Sicherheitskräften und der deutschen Armee auf der anderen. Zwar haben US-Einheiten in den vergangenen Monaten mehrere hochrangige Taliban-Führer entweder festgenommen oder getötet, die Aufständischen verfügen aber nach Einschätzung der Bundeswehr und der Geheimdienste weiterhin über funktionierende Kommandostrukturen in der Region, auch an Waffen mangelt es ihnen nicht.
Das Gebiet eignet sich durch starke Bewaldung und ein Netz von Kanälen geradezu perfekt für Hinterhalte durch die Taliban. Trotz der modernen Technik der Bundeswehr sind die Angreifer nur sehr schwer zu entdecken. Die Bundeswehr hingegen fällt mit ihren schweren gepanzerten Fahrzeugen, die nur auf befestigten Straßen fahren können, sehr leicht auf.
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Sie zitieren viele Quellen die man alle als Versager bezeichnen kann. Die ganze Deutsche Politik bis zur Kapitulation wurde von geistigen Nichtskoennern und oftmals von grausamen Massenmoerdern gefuehrt. Zeit das einmal [...] mehr...
Vollkommen richtig; aber... ...mein Beispiel bezog sich auf die Angst der Großmächte, daß Niederlagen auch am Nimbus der Unbesiegbarkeit nagen und dann einen geschichtlichen Wendepunkt darstellen könnten... Das Beispiel von [...] mehr...
http://www.kinderhilfe-afghanistan.de/uber_uns.html mehr...
Ein Besatzungkrieg gegen eine einheimische Bevölkerung wird praktisch nie gewonnen, wenn das einzige Ziel ist die militärische Besatzung aufrechtzuerhalten. Irgendwann schaffen es die Besetzten, die Besatzer hinauszuwerfen, früher [...] mehr...
[QUOTE=teacher20;5298787] 1. die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort verbessern, ohne ihnen ein fremdes System aufzuzwingen (was aber nicht heißt, dass das Problem des islamischen Extremismus ausschließlich soziale Ursachen [...] mehr...
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