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12.04.2010
 

Gipfel in Washington

Obama warnt vor Atomterror

Scharfe Warnung von Barack Obama: Vor dem Atomgipfel hat der US-Präsident Nuklearwaffen in den Händen von Terroristen als größte Gefahr für die US-Sicherheit bezeichnet. Falls al-Qaida in Besitz von Atomwaffen käme, hätte die Terrorgruppe keine Hemmungen, sie auch zu benutzen.

Washington - US-Präsident Barack Obama hat am Vorabend des Washingtoner Gipfeltreffens zur nuklearen Sicherheit eindringlich die Gefahr beschrieben, die droht, wenn Atomwaffen in die Hände von Terroristen fallen. Falls al-Qaida-Terroristen in deren Besitz kämen, würden sie "keine Hemmungen haben, sie auch zu benutzen", sagte Obama am Sonntag. "Die größte Einzelbedrohung für die Sicherheit der USA, sowohl kurzfristig als auch mittel- und langfristig, geht von der Möglichkeit aus, dass Terrororganisationen Atomwaffen erlangen", sagte er. "Wenn es jemals eine Detonation in New York, London oder Johannesburg geben sollte, wären die Konsequenzen für Wirtschaft, Politik und Sicherheit verheerend."

Eindringlich fügte Obama hinzu, es gebe eine große Menge nuklearen Materials in der Welt, das vor Diebstahl nicht genügend gesichert sei. Diese Tatsache lockt seiner Argumentation zufolge Terroristen an. "Wir wissen, dass Organisationen wie al-Qaida versuchen, sich Atomwaffen zu beschaffen." Zugleich begrüßte der US-Präsident, dass sich die von ihm zu dem Treffen nach Washington eingeladenen Staats- und Regierungschefs der Dringlichkeit des Themas bewusst seien. Er erwarte, dass die Staaten große Fortschritte dabei machten, die Verbreitung atomaren Materials zu unterbinden, sagte Obama.

Zu der Konferenz am heutigen Montag und Dienstag werden Staats- und Regierungschefs aus 47 Staaten erwartet, darunter auch Bundeskanzlerin Angela Merkel. Im Mittelpunkt des zweitägigen Treffens steht die Nichtweiterverbreitung und Sicherung von militärischem und zivilem Nuklearmaterial. In diesem Zusammenhang dürften die Atomprogramme von Iran und Nordkorea ein zentrales Thema sein. Iran wird vorgeworfen, unter dem Deckmantel der Stromerzeugung nach Atomwaffen zu streben. Die Regierung in Teheran bestreitet das. Iran ist wie auch das kommunistische Nordkorea nicht zu dem Gipfeltreffen eingeladen. Nordkorea hat trotz seiner Zusagen, sein umstrittenes Atomprogramm einzustellen, nukleare Sprengsätze getestet.

Trittin geißelt deutsche Atomexporte

US-Sicherheitsexperten schätzen, dass es weltweit rund 1600 Tonnen hochangereichertes Material sowie etwa 500 Tonnen Plutonium gibt. Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion Anfang der neunziger Jahre wurden mehrere Versuche von Atomschmuggel aufgedeckt. US-Geheimdienstler gehen auch davon aus, dass Qaida-Terroristen bereits mehrmals versucht haben, an Nuklearmaterial heranzukommen.

Obama empfing am Sonntag bereits die ersten Teilnehmer des Gipfeltreffens, darunter den indischen Ministerpräsidenten Manmohan Singh und den pakistanischen Regierungschef Yousuf Raza Gilani. Der US-Präsident wird das Gipfeltreffen am Montag mit einem Arbeitsessen eröffnen und sich auch zu Einzelgesprächen mit einigen der Teilnehmer treffen. Die Konferenz soll am Dienstag mit einer gemeinsamen Erklärung beendet werden.

In der deutschen Innenpolitik gibt es derweil Streit über den Umgang der Bundesregierung mit Atomtechnologie. Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin wirft Schwarz-Gelb vor, nuklearpolitisch ein gefährliches Spiel zu betreiben. "Zu Recht sehen die USA die größte Bedrohung des 21. Jahrhunderts darin, dass Atomwaffen oder nukleares Material in die falschen Hände gelangen könnten", schreibt Trittin in einem Gastbeitrag für das "Hamburger Abendblatt".

Der nukleare Terrorismus sei die größte Gefahr für den Frieden. CDU/CSU und FDP trügen aber nichts zur Reduzierung dieses Risikos bei. Im Gegenteil seien Kanzlerin Merkel und Außenminister Guido Westerwelle (FDP) dazu übergegangen, "Atomtechnologie weltweit zu exportieren". Das schaffe viele Irans. Zudem werde die Menge des in Deutschland anfallenden Atommülls durch die von Union und Liberalen verlängerten AKW-Laufzeiten verdoppelt: "Das ist jenes Material, nach dem Terroristen weltweit lechzen."

anr/apn/Reuters/dpa/ddp

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22.04.2010 von nahal:

Sie können sich das nicht erklären? Das glaube ich Ihnen nicht. :-) mehr...

22.04.2010 von nahal:

Ja. Sind mir. Sind Ihnen die Begriffe "IAEA" und "Bericht" auch geläufig? mehr...

22.04.2010 von rabenkrähe:

...... Vor allem werden immer irgendwelche Schurkenstaaten gesucht und gefunden, statt sich mal klar zu machen, wieviel MVWs es schon jetzt auf dieser, unserer Welt gibt, und vielfach befinden sich diese in Händen von äußerst [...] mehr...

22.04.2010 von Legacy:

Aber den pathologischen Atom-Lügnern z.B. in Israel schenken Sie dann Glauben ? Denn die haben das Ganze schon hinter sich was man dem Iran derzeit gerne verbieten möchte. Wie denken Sie darüber ? Aber bitte nicht mit der [...] mehr...

22.04.2010 von johny walker:

Wer übt Druck auf wem aus? ---Zitat--- Bei der IAEA kann man davon ein Lied singen, el Baradei wurde deshalb von den Bushisten angefeindet, weil er sich weigerte, sich missbrauchen zu lassen. ---Zitatende--- Sie müssen ja [...] mehr...

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Atom-Abrüstung: Die Verträge der USA und Russlands

Start I

In den Start-Abkommen haben Russland und die USA eine nukleare Abrüstung vereinbart. Die Abkürzung Start steht für Strategic Arms Reduction Treaty (Vertrag zur Verringerung der strategischen Nuklearwaffen).

Der Start-I-Vertrag wurde 1991 zwischen den USA und der damaligen Sowjetunion geschlossen. Nach der allseitigen Ratifizierung trat er im Dezember 1994 in Kraft. Die Vertragsparteien vereinbarten, die Bestände der weitreichenden Systeme (über 5000 Kilometer) um durchschnittlich 25 bis 30 Prozent zu verringern - auf etwa 8500 amerikanische und rund 7000 sowjetische Sprengköpfe. Der Vertrag ist am 5. Dezember 2009 ausgelaufen.

Start II

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Geschichte der Abrüstung

Nach dem Schock der Kuba-Krise 1962 versuchten die Großmächte, mit Verträgen die Gefahr eines Atomkriegs zu verringern. Die wichtigsten Abkommen - klicken Sie auf die Überschriften...

Atomwaffen-Sperrvertrag (1968)

Vereinbarung über Atomunfälle (1971)

Salt I (1972):

ABM-Vertrag (1972)

Salt II (1979)

Mittelstreckenraketen-Vertrag (1987)

Start I (1991)

Start II (1993)

Vereinbarung zur Meldung von Raketenabschüssen (2000)

Sort (2002)

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