Kiew - Im Parlament in Kiew ist es bei einer Abstimmung über die Pachtverlängerung für den Stützpunkt der russischen Schwarzmeerflotte zu Tumulten gekommen: Rauchbomben wurden gezündet, Parlamentspräsident Wolodimir Litwin musste sich mit einem Regenschirm vor Eierwürfen schützen.
"So etwas habe ich überhaupt noch nicht erlebt", sagt CDU-Vorstandsmitglied Friedbert Pflüger, der am Rande einer Tagung in Kiew dem ukrainischen Parlament einen Besuch abstattete und die Tumulte mitverfolgen konnte. Es habe heftige Schlägereien zwischen Oppositions- und Regierungsvertretern gegeben, der Raum sei voller Qualm gewesen, berichtet Pflüger SPIEGEL ONLINE per Telefon: "Die jeweiligen Abgeordneten versammelten sich ums Podium, um ihre Redner zu schützen." In den Reihen der Opposition sei eine Fahne mit den Nationalfarben der Ukraine entfaltet worden, mindestens zehn mal drei Meter groß.
Nachdem das Parlament die Pachtverlängerung für die russische Flotte mit den Stimmen der Regierungsmehrheit beschlossen hatte, ging man rasch zum nächsten Tagesordnungspunkt über. "Man hat das durchgezogen", berichtet Pflüger, "schon fünf Minuten später wurde über den Haushalt 2010 entschieden".
Die Opposition um Ex-Regierungschefin Julija Timoschenko hatte Proteste gegen die Vereinbarung angekündigt. Man fürchte um die Früchte der Orangen Revolution, sagt Pflüger. Es waren der frühere Staatspräsident Wiktor Juschtschenko und Timoschenko, denen Millionen Menschen 2005 zujubelten und Juschtschenkos damaligem Gegenkandidaten Janukowitsch Wahlfälschung vorwarfen. Die Orange Revolution verhieß Freiheit, Aufschwung und Aufbruch gen Westen. Fünf Jahre später aber steht nun doch der prorussische Janukowitsch an der Spitze des Staates.
Timoschenko lehnt den neuen Vertrag mit Russland als Ausverkauf der ukrainischen Interessen ab. Janukowitsch und Medwedew hatten vereinbart, dass Kiew durch Nachbesserungen an Gasverträgen von Moskau einen Rabatt von umgerechnet 30 Milliarden Euro erhält. Bedingung dafür ist, dass die russische Schwarzmeerflotte mindestens bis 2042 auf der ukrainischen Halbinsel Krim stationiert bleiben darf.
anr/sef/Reuters/AFP
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Dann haben Sie sicherlich auch für Ihre Zeitung berichtet wie viel Geld die Leute am Maidan damals erhalten haben und warum heute niemand mehr dabei gewesen sein will. Haben sie auch berichtet dass Leute 4 Tage nach dem Putsch [...] mehr...
Au weia. Ich bin seit gut 11 Jahren in der Ukraine und war während der orangen Revolution öfters in der Menschenmenge auf dem Maidan Nesalejnosti. Habe unter anderem für eine Tageszeitung berichtet und wurde vom Radio [...] mehr...
Sewastopol ist russisch, die heimliche Giftschlange Amerika hat dort nicht zu suchen:-) mehr...
Die Mehrheit der Bevölkerung hat bei der Stichwahl Janukowitsch gewählt, Basta! Und nun weinen sie mal nicht, in Deutschland bekommt man auch nicht was man wählt, man wählt Versprechen und die da oben machen was sie wollen, [...] mehr...
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