Neu Delhi - Der einzig überlebende Angreifer der Terrorserie von Mumbai 2008 ist am Donnerstag zum Tode verurteilt worden. Eineinhalb Jahre nach den verheerenden Angriffen in der westindischen Finanzmetropole folgte das Sondergericht damit Medienberichten zufolge der Forderung der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte in dem Verfahren gegen den 22 Jahre alten Pakistaner Ajmal Kasab angesichts der Jugend des Terroristen um Milde gebeten.
Die Verhängung der Todesstrafe wird automatisch vom Obersten Gericht Mumbais überprüft. Sollte auch dieses Gericht das Strafmaß bestätigen, könnte Kasab noch beim indischen Verfassungsgericht Berufung einlegen.
Der Schuldspruch selbst war bereits am Montag gefallen. Dabei hatte Richter M.L. Tahaliyani gesagt, Kasab habe "Krieg gegen Indien geführt, Menschen am Bahnhof CST und Regierungsvertreter getötet und den anderen neun Terroristen Beihilfe geleistet". Dies waren die schwerwiegendsten Anklagepunkte. Zwei indische Mitangeklagte, denen Unterstützung der Angreifer vorgeworfen worden war, wurden am Montag freigesprochen.
Die Staatsanwaltschaft hatte als Beweis für die Schuld Kasabs Bilder von Überwachungskameras vorgelegt, die den Angeklagten und einen Komplizen mit Sturmgewehren auf dem Victoria-Bahnhof in Mumbai zeigten. Durch Schüsse und Granaten waren in dem Bahnhof 52 Menschen getötet und 109 weitere verletzt worden. Bei der Anschlagsserie auf den Bahnhof, mehrere Luxushotels und andere Ziele waren insgesamt mehr als 170 Menschen ums Leben gekommen, darunter neun Attentäter. Unter den 26 ausländischen Todesopfern waren drei Deutsche.
Bei der beispiellosen Terrorserie hatten die Extremisten der radikalislamischen Terrorgruppe Lashkar-i-Toiba über drei Tage Geiseln genommen und Luxushotels sowie andere Gebäude in Mumbai angegriffen und besetzt gehalten.
Nach Überzeugung indischer Ermittler wurde die Terrorserie in Pakistan geplant. Die Anschläge belasten die Beziehungen zwischen den südasiatischen Atommächten Indien und Pakistan bis heute. Indien setzte die Friedensgespräche mit dem Nachbarland aus.
Für den Prozess war in einem Hochsicherheitsgefängnis eigens ein bombensicherer Gerichtssaal eingerichtet worden. Kasab hatte im vergangenen Juli zunächst seine Tatbeteiligung eingeräumt. Später widerrief er das Geständnis und erklärte, es sei durch Folter erzwungen worden.
ler/dpa/AFP
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