Kabul - Die afghanische Regierung hat am Freitag Polizeiermittler in eine Provinz geschickt, in der Nato-Soldaten mehrere Afghanen getötet haben sollen. Nach Angaben der Provinzregierung kamen bei dem Einsatz vergangene Woche neun Zivilpersonen ums Leben, die Nato sprach von acht Aufständischen.
Gegen den Zwischenfall demonstrierten mehr als 500 Menschen in der Provinz Nangahar. Dabei gab es schwere Zusammenstöße zwischen Polizisten und Dorfbewohnern. Ein Reuters-Reporter berichtete, die Polizei habe das Feuer auf die Demonstranten eröffnet. Der Vorsitzende des örtlichen Provinzrats, Hadschi Dschamal, sprach von einem Toten. Die Demonstranten bewarfen Regierungsgebäude mit Steinen und skandierten "Tod den Amerikanern, lang leben die Taliban!". Wütende Demonstranten errichteten am Freitag Straßenblockaden und setzten Autoreifen und eine amerikanische Fahne in Brand.
Ein Regierungsvertreter im Bezirk Surch Rod sagte, bei den Opfern des Nato-Angriffs handle es sich um einen Vater, seine vier Söhne sowie vier Mitglieder einer anderen Familie. "Sie waren unschuldig. Sie waren weder Aufständische noch Extremisten", sagte Mohammed Arish.
Ein Sprecher des afghanischen Innenministeriums, Semeri Baschari, sagte, die Ermittler sollten nun feststellen, ob es sich bei den Getöteten um Zivilpersonen oder Aufständische handele. Ein Abgeordneter der Provinz Nangahar, Safija Sidiki, warf den internationalen Truppen vor, sich bei dem Einsatz auf falsche Informationen verlassen zu haben, die Staatsfeinde verbreitet hätten, um einen Keil zwischen Zivilbevölkerung und Regierung zu treiben. "Leider bekommen sie falsche Geheimdienstinformationen, oder Spione und diese Nachrichtendienstleute geben vorsätzlich falsche Informationen", sagte er.
Clinton macht Auflagen für Gespräche mit Taliban
Um den Schutz der Zivilbevölkerung bei Militäreinsätzen ging es auch in Gesprächen des afghanischen Präsidenten Hamid Karzai in dieser Woche in Washington. US-Außenministerin Hillary Clinton sprach am Donnerstag mit Karzai außerdem über mögliche Verhandlungen mit den Taliban. Gespräche dürften nur mit Aufständischen geführt werden, die ihre Waffen niederlegen, Verbindungen zum Terrornetzwerk al-Qaida kappen und sich zur afghanischen Verfassung bekennen, sagte Clinton. "Und worauf ich persönlich sehr viel Wert lege: Sie müssen die Rechte der Frau achten", forderte sie weiter.
Nach Einschätzung von US-General Stanley McChrystal ist der Krieg in Afghanistan noch lange nicht entschieden. "Im Moment würde ich sagen, dass niemand dabei ist, zu gewinnen", sagte der Oberbefehlshaber der internationalen Afghanistan-Schutztruppe Isaf dem US-Fernsehsender PBS. McChrystal wertete dies allerdings als Fortschritt. Noch vor einem Jahr "dachten die Aufständischen, sie seien auf dem Vormarsch, ich glaube, das ist vorbei", sagte der US-General.
Den Plan von Präsident Barack Obama, ab Juli 2011 die Zahl der US-Soldaten in Afghanistan zu reduzieren, halte er für "sehr realistisch", erklärte McChrystal. Allerdings werde die Präsenz amerikanischer Truppen in Afghanistan noch weit über diesen Termin hinaus erforderlich sein, um die einheimischen Truppen zu unterstützen.
ler/apn/AFP
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NIX-mus ! Vernunft ist immer das eine Ufer, wo die Schwachen stehen, der Starke kennt weder Vernunft noch Moral, sei vernünftig: sagt die Mama/ Papa zum Sprössling, wenn er nicht so will, wie sie ! mehr...
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