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20.05.2010
 

Versenktes Kriegsschiff

Nordkorea droht dem Süden mit "Heiligem Krieg"

Von Andreas Lorenz, Peking

Tödliches Torpedo: Untergang der koreanischen Korvette "Cheonan"
Fotos
AP/ Yonhap

Seoul ist sich sicher: Ein Torpedo aus dem verfeindeten Nordkorea hat das Kriegsschiff "Cheonan" versenkt. Pjöngjang weist die Anschuldigung zurück und droht mit Krieg. Jetzt soll US-Außenministerin Clinton vermitteln - doch der Schlüssel zur Entschärfung des Konflikts liegt in Peking.

Der Konflikt zwischen Nord- und Südkorea eskaliert: Der Süden macht einen nordkoreanischen Torpedo für den Untergang seines Kriegsschiffes "Cheonan" verantwortlich. Nach wochenlangen Untersuchungen der Ursachen sei nun "klar", dass sich eine "starke Unterwasserexplosion, verursacht durch die Detonation eines Torpedos" ereignet habe, erklärte Seouls Außenminister Yu Myung-hwan. Die südkoreanische Regierung behalte sich "entsprechende Gegenmaßnahmen in harter und kluger Form" vor.

Eine unabhängige Kommission aus Militärs und Zivilisten hatte die Ergebnisse an diesem Donnerstag veröffentlicht. Es sei erwiesen, dass ein Geschoss mit 250 Kilogramm Sprengstoff - vermutlich von einem kleinen U-Boot - abgefeuert worden sei.

Südkoreanische Taucher hätten Reste eines Propellers, eines Motors und einer Steueranlage auf dem Meeresboden gefunden. Diese Teile würden "exakt" den technischen Details des nordkoreanischen Torpedos "CHT-02D" entsprechen, den Pjöngjangs Militär ins Ausland verkaufe. In der Expertengruppe arbeiteten nicht nur südkoreanische, sondern auch amerikanische, australische, schwedische und britische Fachleute mit, hieß es. Ein Teil des Wracks war bereits am 15. April vom Meeresboden gehoben worden.

"Dieser totale Krieg wird ein heiliger Krieg des Volkes"

Die Nordkoreaner bestritten, hinter der Attacke auf die "Cheonan" zu stecken, bei der am 26. März 46 Seeleute ums Leben kamen. Die Anschuldigung sei eine "Lüge". Pjöngjang sei bereit, eine Untersuchungskommission in den Süden zu schicken und die vermeintlichen Beweise zu prüfen, erklärte die Nationale Verteidigungskommission.

In gewohnt schriller Sprache warnten die Nordkoreaner mit harten Gegenmaßnahmen, "sofortigen Krieg eingeschlossen", sollten die Südkoreaner versuchen, den Norden zu bestrafen. "Dieser totale Krieg wird ein heiliger Krieg der Nation, des Volkes und des Staates", drohte Pjöngjang.

Unklar ist, warum die Nordkoreaner ihre Landsleute derart provozierten. Sicher ist allerdings, dass sich die politische und militärische Lage in Ostasien dramatisch verschlechtern dürfte. Dabei ist offen, wie die Regierung in Seoul reagieren wird.

Südkorea hat kaum Spielraum für eine Reaktion

Fachleute gehen davon aus, dass die Versuche, die sogenannten Sechs-Parteien-Gespräche in Peking wiederzubeleben, erst einmal gescheitert sind. Die Verhandlungen haben zum Ziel, eine atomwaffenfreie koreanische Halbinsel zu schaffen.

Dem Besuch von US-Außenministerin Hillary Clinton in Ostasien kommt nun enorme Bedeutung zu. Sie wird am Wochenende in China eintreffen und danach weiter nach Südkorea reisen, "um die nächsten Schritte im Lichte der Untersuchung" zu besprechen, hieß es in Washington.

Die Südkoreaner haben allerdings wenig Spielraum. Zusätzliche Sanktionen des Uno-Sicherheitsrats gegen Nordkorea dürften die Herrscher in Pjöngjang nach bisherigen Erfahrungen wenig irritieren. Südkorea kann sich auch keine militärische Vergeltung erlauben, das Risiko eines Krieges ist zu groß, die südkoreanische Hauptstadt liegt nur 60 Kilometer von der Grenze zum Norden entfernt.

Auch Nordkorea wird eine weitere Eskalation zugetraut

Möglich wäre es, humanitäre Hilfen an Nordkorea völlig einzustellen. Zudem könnten sich die Südkoreaner aus der Industriezone bei Kaesong zurückziehen. Dies dürfte allerdings den Einfluss Chinas auf Nordkorea verstärken, das schon jetzt wichtigster Handelspartner ist.

Seoul hatte schon vor dem Ende der Untersuchungen diplomatische Schützenhilfe in China, Russland, den USA und Japan gesucht. Eine Schlüsselrolle bei der Lösung des Konflikts dürfte dabei Peking zukommen, das mit Pjöngjang verbündet ist. Während seines Besuchs in China vor wenigen Tagen soll Nordkoreas Herrscher Kim Jong Il abgestritten haben, mit dem Untergang der "Cheonan" etwas zu tun zu haben.

Fest steht: Die politischen Beziehungen zwischen Nord- und Südkorea sind an einem neuen Tiefpunkt angelangt. Auch den Nordkoreanern wird zugetraut, die Lage weiter zu verschärfen. Nicht ausgeschlossen ist ein dritter Atomwaffentest.

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07.06.2010 von hastenichgesehn: Cui bono?

Wer´s glaubt wird selig. Cui bono? Die Amis! Das ist eine Botschaft an die Japaner, das es doch besser für ihre Sicherheit ist wenn die Luftwaffenbasis Futenma auf der Insel Okinawa bleibt wo sie ist. 25.4.2010 [...] mehr...

22.05.2010 von Müller Karl: Querschnitt

Angesichts der Querschnittszeichnung kan mann sich schon fragen was das alles soll. Die Batteriesektion ist bemerkenswert kurz für einen E-To und Antrieb sowie Tiefensteuerung wirken auch eher historisch. Sind das auf den [...] mehr...

22.05.2010 von Fritze Bollmann: Bilderchen

Bilderchen von den "Fundstücken" und dem angeblichen torpedo blue print finden Sie hier: http://209.157.64.200/focus/f-news/2517243/posts (die Zeichnung ist ganz unten, runterscrollen). Ich möchte fast [...] mehr...

22.05.2010 von Rainer Daeschler: Wikipedia

Ein Konflikt, aber ein Überfall eines ganzen Landes wäre eine unzutreffende Formulierung. Hier ist die Geschichte im englischen Wikipedia: http://en.wikipedia.org/wiki/United_States_expedition_to_Korea mehr...

22.05.2010 von Müller Karl: @ Wasserspiele

Wirklich zufriedenstellend ist die südkoreanische Darstellung tatsächlich nicht. Was genau ist mit "dt. Bauart" gemeint, die Antriebssektion eines DM2 sieht doch etwas anders aus. kennen Sie eine Bauvariante mit 5/5 [...] mehr...

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Nord- und Südkorea

Nordkorea und Kim Jong Il

REUTERS
Am 9. September 1948 rief der kommunistische Politiker Kim Il Sung im Norden die Demokratische Volksrepublik Korea aus. Sie entwickelte sich, zunächst in enger Anlehnung an die Sowjetunion, zu einer kommunistischen Volksrepublik. 1998 wurde dessen Sohn Kim Jong Il Regierungschef. Der ehemalige US-Präsident George W. Bush bezeichnete Nordkorea zusammen mit Iran und dem Irak als "Achse des Bösen" , die aufrüstet, um den Frieden der Welt zu bedrohen.

Die Teilung Koreas

Korea-Krieg

Südkorea

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Nordkoreas Atomprogramm

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Nordkoreas Atomprogramm

Anfänge

Genfer Rahmenabkommen 1994

Sechs-Parteien-Gespräche ab 2003

Atombomben- und Raketentests



Nordkoreanischer Raketenplatz Musudan-Ni  Größere Kartenansicht




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