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20.05.2010
 

Streiks und Demonstrationen

Tausende Griechen protestieren gegen Sparkurs

Demonstranten in Griechenland: "Banken und Kapitalisten sollen bezahlen"Zur Großansicht
AFP

Demonstranten in Griechenland: "Banken und Kapitalisten sollen bezahlen"

In ganz Griechenland haben Menschen gegen die Sparpolitik der Regierung aufbegehrt. Fähren, Busse und U-Bahnen fuhren nicht, Ministerien und Schulen blieben geschlossen. Tausende nahmen an einem Protestzug durch Athen teil - doch die Beteiligung war geringer als erwartet.

Athen - Der harte Sparkurs der griechischen Regierung erzürnt viele Menschen im Land - auch am Donnerstag haben wieder Tausende gestreikt und demonstriert. Die Proteste blieben offenbar friedlich, präsent ist noch immer die schwere Randale Anfang Mai: Bei Ausschreitungen waren drei Menschen gestorben, als Vermummte Brandflaschen in eine Bank warfen.

Tausende Menschen versammelten sich nun im Zentrum Athens und in anderen Städten des Landes. Die Beteiligung war am Donnerstag jedoch deutlich geringer als von den Gewerkschaften erhofft, berichteten übereinstimmend griechische Medien. Zentraler Spruch auch dieser Demonstrationen war: "Die Defizite und die Krise sollen die Banken und die Kapitalisten bezahlen." Auf einem anderen Plakat stand: "Die Renten dürfen nicht dem Markt unterworfen werden."

Eine Gruppe von rund 3000 Mitgliedern von Organisationen der außerparlamentarischen Linken und Autonomer Gruppierungen versammelte sich nach dem Ende der Demonstration vor dem Parlamentsgebäude und schrie "Diebe" in die Richtung des Gebäudes. Einige der Demonstranten forderten, das Parlament sollte "verbrannt" werden. Parlamentariern wurde damit gedroht, man werde sie bald "erhängen".

Um Ausschreitungen zu vermeiden, nahm die Polizei am Donnerstagvormittag schon im als Hochburg der Autonomen geltenden Athener Stadtteil Exarchia mehrere Personen in Gewahrsam, berichteten Reporter vom Ort des Geschehens.

Auch in Thessaloniki, der zweitgrößten griechischen Stadt im Norden des Landes, gingen laut Polizei rund 5000 Menschen gegen die Sparpläne auf die Straße. Die Demonstrationen, die von einem Generalstreik begleitet wurden, verliefen zunächst ruhig.

Nur Notfälle in Krankenhäusern, keine Nachrichtensendungen im Fernsehen

Am Donnerstag haben die landesweiten Streiks zudem weite Teile des Landes lahmgelegt. Keine Fähre lief aus Piräus zu den Ägäisinseln aus. Drei Kreuzfahrtschiffe konnten in Piräus nicht anlegen, weil auch die Hafenarbeiter streikten. Busse und U-Bahnen wurden für mehrere Stunden bestreikt. Ministerien, Steuerämter sowie viele Schulen und Universitäten blieben geschlossen. Kommunistische Demonstranten besetzten vorübergehend den Eingang des Arbeitsministeriums in Athen.

Der internationale Flugverkehr wurde am Donnerstag jedoch normal abgewickelt, da sich die Fluglotsen nicht am Streik beteiligten. Im staatlichen Fernsehen wurden nur Dokumentarfilme und kleine Nachrichtensendungen ausgestrahlt. Die privaten Radio- und Fernsehstationen und die Journalisten arbeiteten dagegen normal. Die Ärzte in öffentlichen Krankenhäusern behandelten nur Notfälle.

Die Regierung hat wegen der drohenden Staatspleite ein beispielloses Sparprogramm im Umfang von 30 Milliarden Euro auf den Weg gebracht. Gehälter und Renten werden gekürzt, Steuern erhöht. Im Gegenzug erhält Griechenland in den kommenden drei Jahren von der EU und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) Notkredite in Höhe von 110 Milliarden Euro.

kgp/dpa/AFP

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Wen die USA aufhören im Ausland (bis hin zum Krieg) ihre Interessen durchzuziehen, und sich um ihr eigenes Land und dessen Prosperität kümmern, inklusive der Partnerschaft eines echten Verteigigungsbündnis, welches nicht so [...] mehr...

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Rettungspaket für Griechenland

Volumen

AFP
Griechenland erhält bis 2012 Notfallkredite in Höhe von maximal 110 Milliarden Euro vom Internationalen Währungsfonds (IWF) und den Euro-Ländern. Im ersten Jahr werden alle Euro-Länder bilaterale Hilfen über insgesamt bis zu 30 Milliarden Euro bereitstellen.

Die Kosten für die Euro-Länder

Zinshöhe

Sparauflagen

Bedingungen und Risiken

Risiken für den deutschen Steuerzahler


Wo das Geld für Griechenland herkommt
Internationaler Währungsfonds 30 Milliarden Euro
Deutschland 22,3 Milliarden Euro
Frankreich 16,8 Milliarden Euro
Italien 14,7 Milliarden Euro
Spanien* 9,8 Milliarden Euro
Niederlande 4,7 Milliarden Euro
Belgien 2,9 Milliarden Euro
Österreich 2,3 Milliarden Euro
Portugal 2,1 Milliarden Euro
Finnland* 1,5 Milliarden Euro
Irland 1,3 Milliarden Euro
Slowakei* 0,8 Milliarden Euro
Slowenien* 0,4 Milliarden Euro
Luxemburg 0,2 Milliarden Euro
Zypern 0,2 Milliarden Euro
Malta 0,1 Milliarden Euro
* In diesen Staaten steht die Zustimmung des Zustimmung des Parlaments noch aus.

Länderlexikon Griechenland

Fläche: 131.957 km²

Bevölkerung: 11,359 Mio.

Hauptstadt: Athen

Staatsoberhaupt:
Karolos Papoulias

Regierungschef: Loukas Papademos

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