Athen - Der harte Sparkurs der griechischen Regierung erzürnt viele Menschen im Land - auch am Donnerstag haben wieder Tausende gestreikt und demonstriert. Die Proteste blieben offenbar friedlich, präsent ist noch immer die schwere Randale Anfang Mai: Bei Ausschreitungen waren drei Menschen gestorben, als Vermummte Brandflaschen in eine Bank warfen.
Tausende Menschen versammelten sich nun im Zentrum Athens und in anderen Städten des Landes. Die Beteiligung war am Donnerstag jedoch deutlich geringer als von den Gewerkschaften erhofft, berichteten übereinstimmend griechische Medien. Zentraler Spruch auch dieser Demonstrationen war: "Die Defizite und die Krise sollen die Banken und die Kapitalisten bezahlen." Auf einem anderen Plakat stand: "Die Renten dürfen nicht dem Markt unterworfen werden."
Eine Gruppe von rund 3000 Mitgliedern von Organisationen der außerparlamentarischen Linken und Autonomer Gruppierungen versammelte sich nach dem Ende der Demonstration vor dem Parlamentsgebäude und schrie "Diebe" in die Richtung des Gebäudes. Einige der Demonstranten forderten, das Parlament sollte "verbrannt" werden. Parlamentariern wurde damit gedroht, man werde sie bald "erhängen".
Um Ausschreitungen zu vermeiden, nahm die Polizei am Donnerstagvormittag schon im als Hochburg der Autonomen geltenden Athener Stadtteil Exarchia mehrere Personen in Gewahrsam, berichteten Reporter vom Ort des Geschehens.
Auch in Thessaloniki, der zweitgrößten griechischen Stadt im Norden des Landes, gingen laut Polizei rund 5000 Menschen gegen die Sparpläne auf die Straße. Die Demonstrationen, die von einem Generalstreik begleitet wurden, verliefen zunächst ruhig.
Nur Notfälle in Krankenhäusern, keine Nachrichtensendungen im Fernsehen
Am Donnerstag haben die landesweiten Streiks zudem weite Teile des Landes lahmgelegt. Keine Fähre lief aus Piräus zu den Ägäisinseln aus. Drei Kreuzfahrtschiffe konnten in Piräus nicht anlegen, weil auch die Hafenarbeiter streikten. Busse und U-Bahnen wurden für mehrere Stunden bestreikt. Ministerien, Steuerämter sowie viele Schulen und Universitäten blieben geschlossen. Kommunistische Demonstranten besetzten vorübergehend den Eingang des Arbeitsministeriums in Athen.
Der internationale Flugverkehr wurde am Donnerstag jedoch normal abgewickelt, da sich die Fluglotsen nicht am Streik beteiligten. Im staatlichen Fernsehen wurden nur Dokumentarfilme und kleine Nachrichtensendungen ausgestrahlt. Die privaten Radio- und Fernsehstationen und die Journalisten arbeiteten dagegen normal. Die Ärzte in öffentlichen Krankenhäusern behandelten nur Notfälle.
Die Regierung hat wegen der drohenden Staatspleite ein beispielloses Sparprogramm im Umfang von 30 Milliarden Euro auf den Weg gebracht. Gehälter und Renten werden gekürzt, Steuern erhöht. Im Gegenzug erhält Griechenland in den kommenden drei Jahren von der EU und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) Notkredite in Höhe von 110 Milliarden Euro.
kgp/dpa/AFP
Auf anderen Social Networks posten:
Wen die USA aufhören im Ausland (bis hin zum Krieg) ihre Interessen durchzuziehen, und sich um ihr eigenes Land und dessen Prosperität kümmern, inklusive der Partnerschaft eines echten Verteigigungsbündnis, welches nicht so [...] mehr...
Und ? Wären Sie dann glücklich und zufrieden ? (Ach ja : "untergehen" tun die USA deshalb trotzdem nicht...zu schade, nicht wahr ?) mehr...
Aber es hat auch noch eine andere Seite, die eher noch von den Oligarchen der kapitalistischen Systeme gefürchtet werden. Schließlich ist China auf diesem Weg zu einem Wirtschaftsimperium herangereift, das im Export alle anderen [...] mehr...
„...China-hype ist doch von der old ökonomy gemacht...“ Aus deren Perspektive war mein Beitrag auch gedacht ("China wird hierzulande leidenschaftlich als ultrakapitalistisches Pharaonenreich......"). Ein [...] mehr...
Wann biden sich übertriebene Spekulationsblasen?? Wenn sich eine extreme Ungleichheit in der Einkommensentwicklung bildet und die Arbeitserträge vieler sich bei Einzelnen zu stark sammeln. Deren immer grüßer werdende Gier verläßt [...] mehr...
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Politik | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Ausland | RSS |
| alles zum Thema Griechenland | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH