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28.05.2010
 

Bericht von Uno-Experten

Nordkorea lieferte wohl Atomtechnik an Iran

Militärparade mit nordkoreanischen Raketen in Pjöngjang: Heimlicher Handel mit IranZur Großansicht
REUTERS

Militärparade mit nordkoreanischen Raketen in Pjöngjang: Heimlicher Handel mit Iran

Kim Jong Il provoziert die Welt gern - mit Bombentests und wüsten Drohungen. Doch offenbar exportierte Nordkorea auch Atom- und Raketentechnik an Staaten wie Iran, Syrien und Birma. Von dem heimlichen Handel berichtet ein Uno-Expertenausschuss.

New York - 47 Seiten lang ist das Papier der Uno-Fachleute. Sie sollen die Uno-Sanktionen gegen Nordkorea überwachen - und zeigen nun drastische Verstöße Pjöngjangs auf. Das Land soll heimlich Atomtechnologie und Bauteile für ballistische Raketen exportiert haben. Käufer seien unter anderem Iran, Syrien und Burma gewesen.

Entsprechende Exporte seien über Mittelsmänner und dubiose Firmenkonstrukte abgewickelt worden, sagte ein westlicher Diplomat, der ungenannt bleiben wollte, der Nachrichtenagentur Reuters. Allerdings müssten die Hinweise weiter überprüft werden.

Zwar seien seit der Verschärfung der Uno-Sanktionen gegen Pjöngjang im Juni vergangenen Jahres nur noch Lieferungen konventioneller Waffen aus Nordkorea abgefangen geworden, heißt es in dem Bericht. Expertisen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) und Informationen der US-Regierung und Frankreichs legten aber nahe, dass das Land weiter auch Bauteile für Raketen und Atomtechnologie exportiere.

Nordkorea wird seit längerem verdächtigt, Atomtechnik an Iran zu liefern. Die Islamische Republik weist den Vorwurf zurück, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung an Atomwaffen zu arbeiten.

Scharfer Konflikt auf der koreanischen Halbinsel

Die Krise zwischen Nord- und Südkorea verschärft sich indes weiter. Die US-Botschafterin bei der Uno, Susan Rice, warnte den kommunistischen Norden vor weiteren "Aggressionen", die die gegenwärtige Lage noch verschlimmern könnten. Südkorea dagegen habe bislang "sehr verantwortungsbewusst und maßvoll" gehandelt.

Ermittler aus fünf Ländern hatten vergangene Woche erklärt, sie hätten "überwältigende Beweise" dafür, dass Nordkorea für den Torpedoangriff auf ein südkoreanisches Kriegsschiff am 26. März im Gelben Meer verantwortlich sei. Bei dem Unglück waren 46 Menschen ums Leben gekommen. Pjöngjang weist jede Schuld von sich. Die Lage auf der geteilten koreanischen Halbinsel ist seit dem Untergang des Schiffs äußerst gespannt.

Nordkorea erklärte zuletzt, das Land werde Sicherheitsabkommen zur Verhinderung bewaffneter Zusammenstöße kündigen. Die Vereinbarung werde für "vollkommen nichtig erklärt". Sollten südkoreanische Schiffe in die nordkoreanischen Hoheitsgewässer vordringen, würden sie sofort angegriffen, hieß es in der von der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA verbreiteten Erklärung.

Die südkoreanische Marine demonstrierte mit einem eintägigen Manöver am Donnerstag militärische Stärke, während in der Hauptstadt Seoul rund 10.000 Demonstranten Vergeltung forderten.

Nach dem Willen von Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon soll sich der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen mit dem Streit zwischen beiden Ländern befassen. Er habe das Gremium aufgefordert, die "notwendigen Maßnahmen" zur Beseitigung der wachsenden Spannungen zwischen den verfeindeten Nachbarstaaten zu ergreifen, sagte Ban am Donnerstag in Rio de Janeiro. Die USA forderten Pjöngjang auf, seine "provokanten Erklärungen und Akte" einzustellen.

China ist einer der wenigen Verbündeten Nordkoreas und hat als ständiges Mitglied des Uno-Sicherheitsrat ein Vetorecht. Peking wird nach Darstellung der südkoreanischen Regierung die Verantwortlichen für den Untergang des Kriegsschiffs nicht schützen.

Peking werde den Bericht der internationalen Untersuchungskommission sorgfältig prüfen und eine "objektive und gerechte" Haltung einnehmen, zitierte ein Regierungssprecher in Seoul den chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao am Freitag. Wen habe diese Zusage bei einem Gespräch mit dem südkoreanischen Präsidenten Lee Myung Bak gemacht. Zu Beginn eines dreitägigen Besuchs in Seoul vermied Wen aber direkte Schuldzuweisungen in Richtung Nordkoreas.

Japan kündigte am Freitag eine Verschärfung seiner Sanktionen gegen Nordkorea an. Geldtransfers von Bewohnern Japans nach Nordkorea müssen künftig ab einem Wert von drei Millionen Yen, umgerechnet 27.000 Euro, genehmigt werden, teilte die Regierung in Tokio mit. Zuvor lag die Grenze bei zehn Millionen Yen. Japan hat bereits ein vollständiges Wirtschaftsembargo gegen Nordkorea verhängt und stellt nordkoreanischen Staatsbürgern keine Visa aus.

kgp/apn/Reuters/AFP

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02.06.2010 von BingoBongoMan: Nicht Jammern, Vorschläge machen.

Ich verstehe euere Punker-Mentalität nicht: Sch**egal was, Hauptsache dagegen!!! Da hat sich ein Diktator der Bombe bemächtigt. Wenn dem Westen das nicht passt und die unternehmen etwas dagegen, ist euer Aufschrei groß und der [...] mehr...

29.05.2010 von Klaschfr: Diplomatisch

Nun haben wir wieder die 'Schurken-Staaten' der Bush-Administration. Und ein ungenannter westlicher Diplomat hat Reuters "unter uns gemauschelt" die Angaben geliefert. Wenn da nicht nur noch China wäre, die stören [...] mehr...

29.05.2010 von tobid001: Mediendynamik

Ich glaube dass das tatsächlich nur auf der Dynamik der Medien beruht. Dem Thema Nordkorea wird gerade extrem hohe Aufmerksamkeit geschenkt und wenn man dann mit ner exklusiven Story oder zumindest ner reißerischen Headline aus [...] mehr...

29.05.2010 von inci:

sind die falken in den usa wieder von der leine gelassen? braucht der militärisch-industrielle komplex wieder neue geschäftsfelder und tätigkeitbereiche? mehr...

29.05.2010 von tobid001: Mal genauer lesen

Da hätte der Spiegel-Autor die Nachrichten zu dem Medienbericht mal genauer lesen sollen (zum Beispiel hier: [...] mehr...

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Nord- und Südkorea

Nordkorea und Kim Jong Il

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Am 9. September 1948 rief der kommunistische Politiker Kim Il Sung im Norden die Demokratische Volksrepublik Korea aus. Sie entwickelte sich, zunächst in enger Anlehnung an die Sowjetunion, zu einer kommunistischen Volksrepublik. 1998 wurde dessen Sohn Kim Jong Il Regierungschef. Der ehemalige US-Präsident George W. Bush bezeichnete Nordkorea zusammen mit Iran und dem Irak als "Achse des Bösen" , die aufrüstet, um den Frieden der Welt zu bedrohen.

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Nordkoreas Atomprogramm

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Genfer Rahmenabkommen 1994

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Irans Atomprogramm

Streit

AP
Iran unterzeichnete 1968 den Sperrvertrag für Atomwaffen . Dieser erlaubt die zivile Nutzung von Nuklearenergie und die dafür notwendige Forschung einschließlich der Urananreicherung .

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) mit Sitz in Wien kontrolliert die Einhaltung des Atomwaffensperrvertrags; sie erstellt regelmäßig Berichte über das iranische Atomprogramm .

Der Uno-Sicherheitsrat hat in seiner Resolution 1696 vom 31. Juli 2006 Iran erstmals aufgefordert, die Anreicherung von Uran einzustellen; Teheran weigert sich unter Berufung auf den Atomwaffensperrvertrag.

Als Vermittler tritt seit einigen Jahren auch die "EU-Troika" auf, bestehend aus Frankreich, Großbritannien und Deutschland.

Anlagen

Geschichte

Sanktionen

Nahost

Personen

Der Verhandlungspoker um die Urananreicherung




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