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29.05.2010
 

Afghanistan-Einsatz

Geheimer Nato-Bericht wirft Deutschen Fehler vor

Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr: Hätte der "Friendly Fire"-Vorfall verhindert werden können?
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REUTERS

Die Bundeswehr gerät unter Druck: Am Karfreitag töteten deutsche Soldaten in Kunduz sechs Afghanen - angeblich aus Versehen. Doch die Erschießung hätte verhindert werden können. Nach SPIEGEL-Informationen hält ein geheimer Nato-Bericht den Deutschen eklatante Fehler vor.

Berlin/Kabul - Der Tod der sechs afghanischen Soldaten durch Bundeswehrsoldaten nahe Kunduz am 2. April hätte verhindert werden können. Zu diesem Ergebnis kommt nach SPIEGEL-Informationen der geheime Untersuchungsbericht der Nato. Die Deutschen hätten demnach taktische Informationen nicht ordnungsgemäß verarbeitet.

So hatten sich die afghanischen Soldaten, die dem Konvoi einer deutschen Infanteriekompanie aus dem Feldlager Kunduz mit einem Geländewagen vom Typ Humvee und einem Ford Ranger entgegenkamen, ordnungsgemäß über ihren belgischen Ausbildungsoffizier beim Operationszentrum in Kunduz angemeldet. Die Meldung ist aber laut dem Isaf-Bericht dort hängengeblieben.

Die von Isaf-Chef Stanley McChrystal beauftragten Ermittler der Nato monieren in dem geheimen Bericht zudem, dass die Deutschen gemäß den Einsatzregeln den Unglücksort hätten sichern müssen, bis lokale Sicherheitskräfte eingetroffen wären. Was nicht geschah.

Die Bundeswehr rechtfertigt dies damit, dass die Soldaten für die toten Afghanen nichts mehr hätten tun können und ihre deutschen Kameraden im Gefecht hätten unterstützen müssen. Über den Ablauf des Geschehens gibt es widersprüchliche Aussagen.

Die Bundeswehr, deren Feldjäger eine eigenständige Untersuchung des Vorfalls durchführten, sieht trotz der Kritik der Nato kein Fehlverhalten bei den deutschen Soldaten.

In einer vertraulichen Unterrichtung für das Parlament teilte die Truppe mit, es sei "kein Dienstvergehen der an dem Zwischenfall beteiligten deutschen Soldaten festzustellen". Unabhängig von der Bewertung der Bundeswehr prüft mittlerweile die Bundesanwaltschaft, ob es einen Anfangsverdacht für eine Straftat gibt.

Scharfe Kritik an US-Offizieren wegen Tod von 23 afghanischer Zivilisten

Auch die US-Truppen stehen wegen eines Einsatzes mit vielen Toten in der Kritik: Demnach ist der Tod von 23 Zivilisten bei einem US-Luftangriff in Afghanistan im Februar auf unzureichende Informationen und Fehlschlüsse zurückzuführen. Schwere Vorwürfe erhebt der am Samstag veröffentlichte Bericht gegen Luftwaffenoffiziere, die das Geschehen in Afghanistan mit Hilfe von Aufnahmen eines unbemannten Flugzeugs aus den USA beobachteten. Die Crew auf dem Luftwaffenstützpunkt in Nevada habe Hinweise darauf, dass der bombardierte Konvoi ungefährlich sein könnte, ignoriert.

Der Luftangriff am 21. Februar richtete sich gegen einen Fahrzeugkonvoi in der Nähe des Dorfes Chod in der Provinz Urusgan, wo sich zu diesem Zeitpunkt US-Spezialkräfte schwere Gefechte mit Aufständischen lieferten. Der Angriff wurde in der Annahme befohlen, dass in dem Konvoi weitere Aufständische zur Verstärkung anrückten.

Dem Untersuchungsbericht zufolge beruhte diese Annahme indes auf ungenauen Informationen. Weder die Gefechtsstände vor Ort noch die Luftwaffenoffiziere in Nevada hätten dem zuständigen Kommandeur Hinweise darauf übermittelt, dass die Fahrzeuge möglicherweise keine Bedrohung darstellten. Dem Team in Nevada sei "ungenaue und unprofessionelle Berichterstattung" vorzuwerfen.

Der Oberbefehlshaber der US- und Nato-Truppen in Afghanistan, General Stanley McChrystal, rügte aufgrund des Berichts sechs Offiziere in Afghanistan. Zudem forderte er die Luftwaffe auf, die Vorwürfe gegen die Offiziere in Nevada zu prüfen. Der Angriff vom 21. Februar war von der afghanischen Regierung scharf kritisiert worden. Mit 23 zivilen Opfern war es der folgenschwerste Zwischenfall seit dem von der Bundeswehr angeforderten Luftangriff auf zwei Tanklaster in Kunduz am 4. September 2009. Bei dem Angriff in Kunduz kamen 142 Menschen ums Leben, darunter zahlreiche Zivilisten.

jjc/apn

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Msn kann die Dinger auch Spielzeuggewehre nennen, Denn mit ihrem Kinderkaliber 5,62 erweisen sie sich als völlig ungeeignet für den Einsatz unter "Afghanistan-Bedingungen". Das alte G 3 wäre da noch besser. Der [...] mehr...

30.05.2010 von ElDiez: verhindert werden können?

Hier wird kurz erwähnt, dass die Erschießung hätte verhindert werden können. Doch im Artikel wird gar nicht erwähnt, WIE die Erschiessung hätte verhindert werden können. Womöglich wird dieser Vorwurf im Bericht nicht erwähnt. [...] mehr...

30.05.2010 von haltetdendieb: Ja der Geheimbericht hat Recht!

Der Deutschen Fehler ist es, überhaupt dort zu sein!!! RAUS AUS AFGHANISTAN SOFORT!!! mehr...

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Der Bundeswehreinsatz in Kunduz

Die Mission der Bundeswehr

AP
Die Bundeswehr engagiert sich seit 2003 in der nordafghanischen Provinz Kunduz. Im Rahmen der internationalen Sicherheits- und Aufbautruppe Isaf soll sie für ein stabiles Umfeld sorgen.

Kunduz war der erste Einsatzort der Bundeswehr in Nordafghanistan, wo inzwischen der deutsche Einsatzschwerpunkt liegt. Im Vergleich zum umkämpften Süden des Landes galt die Region lange als eher ruhig. Mittlerweile kommt es aber auch dort immer wieder zu schweren Anschlägen der radikal-islamischen Taliban.

Die Provinz Kunduz

Die Unruhe-Region Chahar Darreh

Die Kunduz-Affäre

Tod afghanischer Zivilisten

Länderlexikon Afghanistan

Fläche: 652.225 km²

Bevölkerung: 31,412 Mio.

Hauptstadt: Kabul

Staats- und Regierungschef: Hamid Karzai

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