Kairo - Al-Qaida-Terroristen haben mit der Entführung von Christen und Angehörigen der saudischen Herrscherfamilie gedroht. In einer Audio-Botschaft von Said Ali al-Schihri heißt es, gläubige Muslime sollten helfen, "Christen und Prinzen der Familie - Al Saud sowie Minister und Offiziere" zu entführen. Diese Geiseln wolle man dann benutzen, um die Freilassung von Gesinnungsgenossen zu erzwingen.
Der Aufruf wurde von Islamisten-Websites veröffentlicht, al-Schihri gilt als Nummer zwei der Al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel. al-Schihri rief Angehörige von inhaftierten Al-Qaida-Kämpfern auf, nicht die Behörden um ihre Freilassung zu bitten, sondern dafür mit Waffengewalt zu kämpfen. "Hört auf, an die Tür der Tyrannen und ihrer abartigen geistlichen Lehrer zu klopfen", sagte er.
al-Schihri war Ende 2001 an der Grenze zwischen Pakistan und Afghanistan festgenommen worden. Er wurde in das US- Gefangenenlager Guantánamo gebracht. Nach seiner Freilassung 2007 durchlief er in seiner Heimat Saudi-Arabien eine Art Rehabilitierungsprogramm für Ex-Terroristen. Weniger als zwei Jahre später tauchte er in einem Al-Qaida-Video aus dem Jemen auf.
Der Jemen ist ein wichtiger Stützpunkt islamistischer Aufständischer, in den vergangenen Jahren sind wiederholt ausländische Christen entführt worden. Im Juni 2009 wurde im Norden des Landes eine fünfköpfige deutsche Familie verschleppt. Zwei der entführten Kinder wurden im Mai von saudiarabischen Sicherheitskräften befreit und nach Deutschland zurückgebracht, das Schicksal der Eltern und des dritten Kindes ist ungewiss.
Zwei Bibelschülerinnen aus Niedersachsen und eine Südkoreanerin, die zusammen mit der Familie verschleppt worden waren, wurden kurz nach der Entführung tot aufgefunden.
lgr/apn/dpa/AFP
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