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03.06.2010
 

Drohung per Video

Al-Qaida ruft im Jemen zu Geiselnahmen auf

Ein jemenitischer Führer des Terrornetzwerks Al-Qaida fordert seine Anhänger zu Entführungen auf. Mit den Geiseln sollen eigene Leute freigepresst werden. Die Drohung richtet sich an Angehörige des saudiarabischen Königshauses - auch das Kidnapping von Christen sei erstrebenswert.

Kairo - Al-Qaida-Terroristen haben mit der Entführung von Christen und Angehörigen der saudischen Herrscherfamilie gedroht. In einer Audio-Botschaft von Said Ali al-Schihri heißt es, gläubige Muslime sollten helfen, "Christen und Prinzen der Familie - Al Saud sowie Minister und Offiziere" zu entführen. Diese Geiseln wolle man dann benutzen, um die Freilassung von Gesinnungsgenossen zu erzwingen.

Der Aufruf wurde von Islamisten-Websites veröffentlicht, al-Schihri gilt als Nummer zwei der Al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel. al-Schihri rief Angehörige von inhaftierten Al-Qaida-Kämpfern auf, nicht die Behörden um ihre Freilassung zu bitten, sondern dafür mit Waffengewalt zu kämpfen. "Hört auf, an die Tür der Tyrannen und ihrer abartigen geistlichen Lehrer zu klopfen", sagte er.

al-Schihri war Ende 2001 an der Grenze zwischen Pakistan und Afghanistan festgenommen worden. Er wurde in das US- Gefangenenlager Guantánamo gebracht. Nach seiner Freilassung 2007 durchlief er in seiner Heimat Saudi-Arabien eine Art Rehabilitierungsprogramm für Ex-Terroristen. Weniger als zwei Jahre später tauchte er in einem Al-Qaida-Video aus dem Jemen auf.

Der Jemen ist ein wichtiger Stützpunkt islamistischer Aufständischer, in den vergangenen Jahren sind wiederholt ausländische Christen entführt worden. Im Juni 2009 wurde im Norden des Landes eine fünfköpfige deutsche Familie verschleppt. Zwei der entführten Kinder wurden im Mai von saudiarabischen Sicherheitskräften befreit und nach Deutschland zurückgebracht, das Schicksal der Eltern und des dritten Kindes ist ungewiss.

Zwei Bibelschülerinnen aus Niedersachsen und eine Südkoreanerin, die zusammen mit der Familie verschleppt worden waren, wurden kurz nach der Entführung tot aufgefunden.

lgr/apn/dpa/AFP

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DPA

Entführung im Jemen: Nach fast einem Jahr Geiselhaft im Jemen sind zwei deutsche Kinder nun offenbar von saudi-arabischen Soldaten befreit worden. | 18.05.2010


Länderlexikon

Wichtigste Eckdaten

Eigenname: Republik Jemen

Offizieller Eigenname:
Al-Jumhuriya al-Yamaniya

Staatsoberhaupt:
Ali Abdullah Salih (seit Mai 1990)

Regierungschef: Mohammed Basindawa (seit Dezember 2011)

Außenminister: Abu Bakr al-Kurbi (seit 2001)

Staatsform: Islamische Präsidialrepublik

Mitgliedschaft: Uno

Hauptstadt: Sanaa

Amtssprache: Arabisch

Religion: mehrheitlich Muslime (überwiegend Sunniten)

Fläche: 536.869 km²

Bevölkerung: 24,053 Mio. Einwohner

Bevölkerungsdichte: 46 Einwohner/km²

Bevölkerungswachstum: 2,8%

Fruchtbarkeitsrate: 5,2 Geburten/Frau

Nationalfeiertag: 22. Mai
Vereinigung von Nord- und Südjemen 1990)

Zeitzone: MEZ +2 Stunden

Telefonvorwahl: +967

Internet-TLD: .ye

Mehr Informationen bei Wikipedia | Lexikon | Jemen-Reiseseite


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