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12.06.2010
 

Schirin Ebadi

Iran zwingt Ehemann zu Hasstirade gegen Nobelpreisträgerin

Von Dieter Bednarz

Iranische Aktivistin Ebadi: Aussagen des Ehemanns erpresstZur Großansicht
REUTERS

Iranische Aktivistin Ebadi: Aussagen des Ehemanns erpresst

Böse Worte zur besten Sendezeit: Im iranischen Staatsfernsehen hat der Ehemann von Schirin Ebadi seine Frau als "schlechte Gattin" und "politisch fehlgeleitet" beschimpft. Die Friedensnobelpreisträgerin vermutet hinter den Aussagen Zwang und Druck durch das Regime in Teheran - ihre Ehe sei intakt.

Kurz vor dem Jahrestag der offensichtlich manipulierten Wiederwahl von Staatschef Mahmud Ahmadinedschad am 12. Juni 2009 verstärkt die Führung in Teheran die Repressalien gegen Oppositionelle. Prominentestes Opfer ist der Ehemann der Friedensnobelpreisträgerin und Regimekritikerin Schirin Ebadi. In der Sendung "20 Uhr 30" des staatlichen Fernsehens wurde Dschawad Tawasolian am Donnerstagabend als Kronzeuge gegen seine Frau präsentiert.

In einem etwa zehnminütigen Beitrag beschuldigt Tawasolian die Teheraner Rechtsanwältin und Menschenrechtsaktivistin, eine schlechte Ehefrau und politisch fehlgeleitet zu sein. Mit ihren kritischen Aussagen schade seine Frau der Islamischen Republik. Der 68-Jährige selbst sei von ihr gedemütigt worden. So soll Ebadi ihren Mann sogar mit einem Schuh beworfen haben.

Die Friedensnobelpreisträgerin von 2003, die sich seit der Präsidentenwahl im Ausland aufhält, überrascht der Auftritt in der Propagandasendung nicht. Ihr Mann, sagte die 63-Jährige dem SPIEGEL, sei im Juli 2009 verhaftet worden und "stand unter massivem psychischen und physischen Druck". Nach seiner Entlassung, so Ebadi, habe er ihr von seinen Aussagen und den Aufnahmen berichtet und sie auf eine mögliche Ausstrahlung hingewiesen.

In dem TV-Beitrag sieht die Anwältin eine "altbekannte Masche des Informationsministeriums", dem auch der Geheimdienst untersteht, um unliebsame Kritiker durch Druck auf ihre Angehörigen zum Schweigen zu bringen. Gleich nach der Wahl Ahmadinedschads hatte Ebadi im SPIEGEL die "tiefe Kluft zwischen Bevölkerung und Führung" beklagt und die "Brutalität gegen die eigene Bevölkerung" verurteilt.

Seither hatte sie sich immer wieder kritisch zu Wort gemeldet. Erst am Donnerstag startete die Menschenrechtlerin in Paris eine Kampagne zur Unterstützung von 40 inhaftierten Journalisten, Gewerkschaftern und Frauenrechtlerinnen.

Schimpftirade als gezielte Aktion des iranischen Regimes

Die Aussagen Tawasolians weist Ebadi als offensichtlich erpresst zurück. "Mein Mann hat sich nie mit Politik beschäftigt", sagt Ebadi. Auch führten sie, entgegen der Darstellung des Staatsfernsehens, eine gute Beziehung. Dass der TV-Auftritt Tawasolians eine gezielte Aktion des Regimes ist, legt auch die Verhaftung der Ebadi-Mitstreiterin Narges Mohamadi nahe.

Die Journalistin, die stellvertretend für Ebadi den "Verein zur Verteidigung der Menschenrechte" leitet, wurde am Donnerstagabend in Teheran festgenommen - nahezu zeitgleich mit dem Auftritt Tawasolians. Vor einigen Monaten waren bereits Ebadis Schwester und Bruder verhört worden. Die Schwester wurde für 20 Tage in Haft genommen. Trotz der jüngsten Repressalien will Ebadi auch in Zukunft "zu dem Unrecht in Iran nicht schweigen".

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insgesamt 27 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
14.06.2010 von elikey01: Wenn Sie da mal nicht

[Zitat von Zarathustra http://www.en-hrana.org/] gewaltig irren - bei allem Respekt vor Ihrem Recht der freien Meinungsäußerung. Fakten, wie hohe Arbeitslosigkeit, hohe Inflation und ein bis ins Mark korruptes Regime von [...] mehr...

14.06.2010 von PeaceNow: ...

Die Rede war von einigen hundert Demonstranten und viele wurden schon im Vorfeld verhaftet. Auch wenn es uns überhaupt nicht gefallen mag (incl. mir), eine knappe Mehrheit der Iraner steht hinter Achmadinedschad, vor allem [...] mehr...

13.06.2010 von Zarathustra: Sie haben vollkommen Recht.

Viele im Westen mochten damals Shah Pahlavi nicht. Ganz besonders Carter und der Westen hat entweder aktiv oder passiv mitgeholfen damit Khomeini an die Macht kommt. Das darf man aber den Anti-Amerikanern im Forum nicht [...] mehr...

13.06.2010 von Gruber: ????? Wie meinen?

Könnten Sie uns einen Link zu einer Stellungnahme der USA, Großbritanniens, Frankreichs oder Deutschlands geben, wonach diese Länder, die jetzt Moussavi unterstützen, diesen Mann, als unter seiner Zeit als Ministerpräsident die [...] mehr...

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Ehrung mit Weltrang - die Nobelpreise

Der Stifter

Mit der Stiftung der Nobelpreise wollte der schwedische Forscher und Großindustrielle Alfred Nobel (1833-1896) einen Konflikt lösen, der sein Leben bestimmte: Der Dynamit-Erfinder konnte nicht verwinden, dass seine Entdeckung für den Krieg genutzt wurde. Als "Wiedergutmachung" vermachte er sein Vermögen einer Stiftung, aus deren Zinsen Preise für jene finanziert werden sollten, die "im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen geleistet haben". Nobel selbst hatte mehr als 350 Patente angemeldet.

Die Auszeichnungen

Die Kategorien

Die Alternativen


Nobelpreise für Friedensinitiativen

Zeichen gen Osten (1971)

Willy Brandt, Bundeskanzler der Jahre 1969 bis 1974, erhielt den Friedensnobelpreis für seine Versöhnungspolitik in Richtung Osten. Das Gewaltverzichtsabkommen mit Moskau und der Warschauer Vertrag bildeten die Grundlagen zur Aussöhnung mit der UdSSR und Polen. Die Bilder von Brandts Kniefall am Mahnmal für die im Warschauer Ghetto ermordeten Juden gingen um die ganze Welt.

Ringen um den Nahen Osten (1978)

Ausgleich zwischen Ost und West (1990)

Friedensabkommen für Nahost (1994)

Hoffnung für Nordirland (1998)

Aussöhnung der Koreas (2000)

Erfolgreicher Vermittler (2002)






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