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20.06.2010
 

Neue Aufregung um Tony Hayward

Das Öl sprudelt, der BP-Boss geht segeln

Ölpest: BP-Boss Hayward unter Druck
Fotos
REUTERS

Das Krisenmanagement für die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko hat er abgegeben - doch den Schlagzeilen entkommt BP-Chef Tony Hayward nicht: Weil er bei einer Nobelregatta auf seiner Luxusyacht gesichtet wurde, wird er nun vom Weißen Haus und von Umweltverbänden attackiert.

Hamburg/Berlin - Er wird immer mehr zum Buhmann. BP-Chef Tony Hayward, wegen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko ohnehin schon in der Schusslinie, hat sich nun eine neue PR-Panne geleistet: Er sorgt mit seinem Besuch bei einer Yachtregatta in seiner englischen Heimat für Empörung. Hayward wurde am Samstag von Fotografen auf seinem luxuriösen Segelschiff "Bob" bei der Regatta vor der Isle of Wight im Ärmelkanal abgelichtet - einen Tag, nachdem der britische Energieriese BP ihn vom Krisenmanagement der schlimmsten Ölpest in der Geschichte der USA abgezogen hatte.

Das Weiße Haus in Washington kritisierte Haywards Verhalten scharf. "Das ist Teil einer langen Liste von Ausrutschern und PR-Fehlern", sagte der Stabschef von US-Präsident Barack Obama, Rahm Emanuel. "Ich glaube, wir kommen alle zu dem Schluss, das Tony Hayward nicht vor einer Zweitkarriere als PR-Berater steht", sagte Emanuel in einem Interview des US-Fernsehsenders ABC, das am Sonntag ausgestrahlt werden sollte.

"Nun, um Tony Hayward zu zitieren - er hat sein Leben wieder, wie er sagen würde", sagte der enge Vertraute von Obama weiter. Emanuel spielt damit auf eine Äußerung des BP-Chefs an, der inmitten der Umweltkatastrophe erklärt hatte, er wolle "sein Leben wiederhaben". Später entschuldigte sich Hayward dafür.

Auch von anderer Seite wurde er wegen seiner Regattateilnahme schwer angegriffen. Der Senator aus Alabama, Richard Shelby, dessen Bundesstaat mit den Folgen der Ölpest zu kämpfen hat, nannte Haywards Segeltörn im TV-Sender Fox News "den Gipfel der Arroganz". Die Umweltschutzorganisation Greenpeace prangerte das "verletzende" Verhalten des BP-Chefs an. "Das streut Salz in die Wunden", sagte Sprecher Charlie Kronick.

BP stellt sich hinter Hayward

BP verteidigte dagegen das Verhalten seines Top-Managers. Hayward sei "immer" auf dem Laufenden bei den Entwicklungen im Konzern, sagte Sprecher John Curry. Sprecher Robert Wine sagte, der Samstag sei Haywards erster freier Tag seit Beginn der Ölkatastrophe gewesen.

Hayward war in einer Anhörung vor dem US-Kongress am Donnerstag äußerst scharf angegangen worden und hatte schwere Versäumnisse im Zusammenhang mit dem Ölunfall im Golf von Mexiko eingestanden. Am folgenden Tag wurde er vom Krisenmanagement der Ölpest abgezogen. Die Aufgabe soll nun BP-Manager Robert Dudley übernehmen. BP hatte am Mittwoch auf Druck von US-Präsident Obama 20 Milliarden Dollar (16 Milliarden Euro) für einen Entschädigungsfonds zugesagt.

Am 20. April war die Bohrinsel "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko explodiert und zwei Tage später gesunken. Seitdem strömen Millionen Liter Öl aus dem lecken Bohrloch in 1500 Metern Tiefe ins Meer. Die Ökosysteme im Küstengebiet von mehreren US-Bundesstaaten und die Fischereiindustrie haben bereits schweren Schaden genommen.

flo/dpa/AFP

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Die neuesten Beiträge:
15.08.2010 von merapi22:

Ja, mal eine Stiftung die was gegen Malaria unternimmt, hats mehr in den ärmeren warmen Ländern: http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,674827,00.html Da haben die reichen Länder kein Interesse, außer wie in [...] mehr...

15.08.2010 von DoubleU:

Und wieder einer der nichts, aber auch gar nichts, über die Aktivitäten der Gates-Stiftung weiß und auf einen simplen PR-Stunt in seiner Eigenschaft als Schaf reinfällt. Auch Buffet hat mehr Dreck am Stecken/Geld mit schmutzigen [...] mehr...

15.08.2010 von merapi22:

Bill Gates hat der Menschheit mindestens tausendmal mehr gegeben als ich oder Sie! Das der persönliche Besitz von so viel Geld unsinnig ist hat Herr Bill Gates und andere Superreiche erkannt und so beschlossen das überflüssige [...] mehr...

15.08.2010 von nüzjanix: Kontrolle?

Waren Ölkonzerne bisher politisch kontollierbar? NEIN!!! Die Frage ist, wie stark ist der Einfluss der Energiekonzerne auf die Politik! Obama hat doch keine Chance die Konzerne in die Schranken zu weisen. Wenn er BP schadet, [...] mehr...

14.08.2010 von tom_hwi:

Da werden sie schwerlich die Sonne verantwortlich machen können. Was uns wohl Lebensqualität kosten wird, ist vermutlich das Ende der fossilen Rohstoffe ohne wirkliche Alternative. Im Endeffekt bleibt uns garnichts anderes [...] mehr...

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