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24.06.2010
 

Ärger um Vulkanasche-Regeln

Ramsauer greift EU-Kommission an

Verkehrsminister Peter Ramsauer: "Nicht jedes Land darf tun, was es will"Zur Großansicht
DPA

Verkehrsminister Peter Ramsauer: "Nicht jedes Land darf tun, was es will"

Klare Grenzwerte, eindeutige Regeln: Um ein neues Vulkanasche-Chaos zu verhindern, sollte ein einheitliches europäisches Messsystem entwickelt werden. Doch die EU-Kommission arbeitet zu langsam, meint Verkehrsminister Ramsauer. Er forderte Brüssel auf, die "Hausaufgaben zu machen".

Luxemburg/Brüssel - Die Bundesregierung ist verärgert über die Arbeit der EU-Kommission. Brüssel nehme die Vorbereitung auf mögliche neue Vulkanausbrüche seinem Eindruck nach nicht ernst genug, sagte Verkehrsminister Peter Ramsauer vor einem Treffen mit seinen Ressortkollegen am Donnerstag in Luxemburg.

Zwei Monate nach dem Vulkanasche-Chaos über Europa sei die EU auf dem Weg zu einheitlichen Regeln keinen Schritt vorangekommen. Auf ihrer Dringlichkeitssitzung Anfang Mai hatten die EU-Verkehrsminister die Kommission beauftragt, einheitliche Messverfahren und Grenzwerte zu erarbeiten, bis zu denen das Fliegen sicher und unbedenklich ist. "Das alles ist leider nicht vorgelegt worden", sagte Ramsauer.

Es fehle an Vorschlägen für eine einheitliche Bewertung der Risiken bei Vulkanasche in der Luft, damit "nicht jedes Land tut, was es will". So lasse etwa Frankreich seine Fluglinien in mit Vulkanasche kontaminierten Zonen fliegen, für die deutsche Triebwerkshersteller keine Unbedenklichkeitsgarantie geben könnten, sagte Ramsauer. Er forderte die Kommission auf, "schnellstens ihre Hausaufgaben zu machen".

Im April hatte der Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull mit seiner Aschewolke den Luftverkehr in Europa lahmgelegt. Hunderte Flughäfen mussten schließen, mehr als acht Millionen Reisende saßen fest. Zu dem Chaos trugen unterschiedliche Regelungen zur Sperrung des Luftraums in den einzelnen Ländern bei. Die europäischen Verkehrsminister verständigten sich darum schließlich auf ein gemeinsames Vorgehen. Der Vulkan hat sich inzwischen beruhigt, könnte nach Ansicht von Experten aber jederzeit wieder ausbrechen.

kgp/dpa/AFP/apn

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insgesamt 2 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
24.06.2010 von Viva24: Kennt Herr Raumsauer eigemtlich sein Ministreium?

Wenn er es kennnen würde, dann weiß er, wie lange die Beamten in seinem Ministerium für Genehmigungen benötigen. Manch ein Projekt liegt da 20 Jahre und länger.... mehr...

24.06.2010 von Olaf: Wow

Daran erkennt man den Vollblut Politiker: Eine Sache selber völlig versemmeln zu können und danach, ohne rot zu werden, sich über die Leute beklagen, die einen daran nicht gehindert haben. mehr...

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Vulkan Eyjafjallajökul

Der 1666 Meter hohe Vulkan Eyjafjallajökull im Süden Islands liegt großteils unter Eismassen verborgen. Er war bislang weniger aktiv als andere Vulkane Islands. Nur vier Eruptionen wurden seit der Besiedelung Islands dokumentiert. Sie verliefen anscheinend weniger explosiv als die aktuelle Eruption. Der Vulkan verfügt über einen vier Kilometer breiten Krater. Lava und Asche strömen zudem aus Klüften und Spalten, die sich über Dutzende Kilometer erstrecken.

Was ist ein Sichtflug?

Grundprinzip des Sichtfluges ist - der Name lässt es vermuten -, dass der Pilot genügend Sicht nach draußen hat. Flüge in Wolken sind also verboten. Normalerweise fliegen so nur kleine Propellerflugzeuge.

Allein der Pilot ist für die Sicherheit von Maschine und Passagiere zuständig. Er muss im unteren Luftraum auch ohne Lotsenhilfe Mindestabstände zu anderen Flugzeugen und den Wolken einhalten. Dabei kann er aber Funkfeuer und Satelliten-Navigation nutzen. Die Lufthansa-Flüge sollen als sogenannte kontrollierte Sichtflüge durchgeführt werden. Radarlotsen unterstützen dabei die Piloten.

Im Sichtflug können wesentlich weniger Flugzeuge gleichzeitig unterwegs sein als unter Kontrolle der Flugsicherung, die sie staffelt und in Luftkorridore einreiht. Außerdem verbrauchen die Jets im unteren Luftraum viel mehr Kerosin, weil der Luftwiderstand größer ist.





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