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13.07.2010
 

Vermisster Wissenschaftler

Iranischer Atomforscher in USA aufgetaucht

Angeblicher Wissenschaftler Amiri (im iranischen TV, Archivaufnahme): Angeblich entführt, angeblich geflohenZur Großansicht
AFP

Angeblicher Wissenschaftler Amiri (im iranischen TV, Archivaufnahme): Angeblich entführt, angeblich geflohen

Verwirrung um einen iranischen Atomwissenschaftler: Der angeblich vor einem Jahr vom amerikanischen Geheimdienst verschleppte Forscher soll in die Vertretung Pakistans in Washington geflüchtet sein. Er behauptet, die USA hätten ihn heimlich zurückschicken wollen.

Teheran - Vor einem Jahr verschwand er unter mysteriösen Umständen, jetzt soll der iranische Atomforscher Schahram Amiri in der pakistanischen Botschaft in Washington aufgetaucht sein. Der Wissenschaftler habe darum gebeten, unverzüglich in sein Heimatland gebracht zu werden, meldete das staatliche iranische Fernsehen am Dienstag.

Irans Außenminister Manutschehr Mottaki forderte am Rande eines Spanienbesuchs die USA auf, die Ausreise Amiris in seine Heimat nicht zu behindern. Dem Wissenschaftler solle "ohne jede Behinderung" und so schnell wie möglich erlaubt werden, zu seinen Angehörigen zurückzukehren, sagte er.

Weil Washington und Teheran keine diplomatischen Beziehungen unterhalten, nimmt Pakistan in den USA die Interessen des Irans wahr. Der Leiter des iranischen Büros in der pakistanischen Botschaft, Mostafa Rahmani, bestätigte den Bericht, wollte aber keine weiteren Auskünfte geben. Nach Informationen des pakistanischen Außenministeriums werden Vorbereitungen für Amiris Rückreise in den Iran getroffen.

Die USA hätten vorgehabt, ihn heimlich zurück in den Iran zu schicken, sagte Amiri. Er hätte mit einer ausländischen Fluggesellschaft fliegen sollen, damit die USA jede Verantwortung von sich weisen könnten. Nachdem Videos von ihm im Internet veröffentlicht worden seien, hätten die Amerikaner feststellen müssen, dass sie "die Verlierer" dieser Angelegenheit seien.

Amiri arbeitete an der Malek-Aschtar-Universität in Teheran, die den Revolutionsgarden nahesteht. Er verschwand während einer Pilgerfahrt nach Saudi-Arabien im Juni vergangenen Jahres. Nach iranischer Darstellung soll der Wissenschaftler entführt und in die USA gebracht worden sein. Das iranische Staatsfernsehen präsentierte auf seiner Internetseite ein Telefoninterview mit dem angeblichen Amiri. Er sei in den vergangenen 14 Monaten einem "bedeutenden psychologischen Druck" ausgesetzt und von "bewaffneten Männern" bewacht worden. Wo er festgehalten worden sei oder wie es ihm gelungen sei, in die iranische Vertretung in Washington zu gelangen, sagte er nicht.

In den vergangenen Wochen waren in dem Fall bereits völlig widersprüchliche Filmaufnahmen von Amiri veröffentlicht worden. In einem Video sagte ein Mann, der als Amiri identifiziert wurde, er sei in die USA gebracht und gefoltert worden. In einem weiteren Video im Internet behauptete ein anderer Mann, er sei der Wissenschaftler und studiere in den USA. Ein drittes Video zeigte einen dritten Mann, der sich ebenfalls als Amiri ausgab und erklärte, er sei vor US-Agenten auf der Flucht.

USA stellen Amiri Ausreise frei

Die USA stellten Amiri ausdrücklich die Rückkehr in sein Heimatland frei. "Shahram Amiri war aus freien Stücken in den USA. Und er kann gehen, wenn er will", sagte Außenministerin Hillary Clinton am Dienstag in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem irakischen Außenminister Hoschiar Sibari in Washington. Eigentlich hätte Amiri schon am Montag das Land verlassen sollen, allerdings habe es Probleme bei seiner Reiseplanung durch Transit-Staaten gegeben, sagte Clinton. Die USA und Iran führen keine diplomatischen Beziehungen - daher gibt es auch keine Direktflüge.

als/Reuters/AFP/dpa

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13.07.2010 von JDR: ...

Ja, alles sehr seltsam, aber die IRI scheint "a great deal of interest" an diesem Mann zu haben. mehr...

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Uran und Atomwaffen

Uran

Uran eignet sich sowohl für die Energiegewinnung als auch für den Einsatz in Atomwaffen. Entscheidend ist der Grad der Anreicherung. Der Ausgangsstoff Uranerz besteht zu rund 99,3 Prozent aus Uran 238; das spaltbare Uran 235 macht nur etwa 0,7 Prozent aus. Für die Nutzung in Kernreaktoren muss der Anteil von Uran 235 auf drei bis fünf Prozent gesteigert werden, für eine Atombombe ist ein Anreicherungsgrad von mindestens 85 Prozent notwendig.

Anreicherung

Einsatz in Atomwaffen

Irans Atomprogramm

Streit

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Iran unterzeichnete 1968 den Sperrvertrag für Atomwaffen . Dieser erlaubt die zivile Nutzung von Nuklearenergie und die dafür notwendige Forschung einschließlich der Urananreicherung .

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) mit Sitz in Wien kontrolliert die Einhaltung des Atomwaffensperrvertrags; sie erstellt regelmäßig Berichte über das iranische Atomprogramm .

Der Uno-Sicherheitsrat hat in seiner Resolution 1696 vom 31. Juli 2006 Iran erstmals aufgefordert, die Anreicherung von Uran einzustellen; Teheran weigert sich unter Berufung auf den Atomwaffensperrvertrag.

Als Vermittler tritt seit einigen Jahren auch die "EU-Troika" auf, bestehend aus Frankreich, Großbritannien und Deutschland.

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Der Verhandlungspoker um die Urananreicherung


Republik Iran

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Die Islamische Republik Iran ist mit einer Fläche von rund 1,7 Millionen Quadratkilometern fünfmal so groß wie Deutschland. Das Land besitzt nach Russland die zweitgrößten Erdgasreserven der Welt, beim Erdöl steht Iran auf Platz drei und ist derzeit nach Saudi-Arabien der größte Produzent innerhalb der Opec.

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Aufstieg von Mohammed Resa

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Im Zweiten Weltkrieg gilt der monarchische Staat Iran als Freund der Achsenmächte. Britische und sowjetische Truppen besetzen daher 1941 das Land. Resa Schah muss abdanken. Die Alliierten inthronisieren seinen Sohn Mohammed Resa . Wegen seiner proamerikanischen Reformpolitik gerät der Schah erstmals 1963 in die Kritik von Ajatollah Ruhollah Chomeini, einem damals hochrangigen religiösen Führer, den die Regierung ein Jahr später in die Türkei abschiebt. Chomeini geht schließlich in den Irak. Dort bleibt er 13 Jahre und entwickelt er das Staatsmodell des islamischen Staates. Mit seiner repressiven Politik und seinem dekadenten Herrschaftsstil bringt der Schah eine wachsende Opposition aus sehr unterschiedlichen politischen und gesellschaftlichen Schichten gegen sich auf.

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