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16.07.2010
 

Iran

Selbstmordattentäter töten viele Schiiten vor Moschee

Doppelanschlag auf eine schiitische Moschee: Zwei mutmaßlich sunnitische Attentäter haben sich in einer iranischen Unruheprovinz in die Luft gesprengt - und mindestens 20 Menschen mit in den Tod gerissen. Eine Rebellengruppe bekannte sich zu der Tat, das Regime spekuliert über Terrorhilfe aus dem Westen.

Teheran - Bei einem Doppelanschlag auf eine schiitische Moschee im Südosten des Iran sind mehr als 20 Menschen getötet und 100 weitere verletzt worden. Die Explosionen hätten sich am Donnerstagabend in Sahedan ereignet, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Irna mit Verweis auf lokale Behörden. Die Stadt liegt in Provinz Sistan-Balutschistan, die an Pakistan und Afghanistan grenzt und eine Hochburg sunnitischer Rebellen ist.

Zu dem Anschlag hat sich die sunnitische Rebellengruppe Dschundallah in einer E-Mail an den Fernsehsender al-Arabija bekannt. Der Angriff solle die Hinrichtung von Dschundallah-Chef Abdolmalek Rigi Ende Juni rächen. Die iranischen Sicherheitskräfte hatten ihn im Februar bei einer aufsehenerregenden Flugzeugentführung gefasst.

Die erste Explosion ereignete sich Irna zufolge am Abend gegen 21.20 Uhr Ortszeit. In der Moschee hatten sich demnach zahlreiche Gläubige versammelt, um den Geburtstag des Iman Hussein zu feiern, des Enkels des Propheten Mohammed. Aus diesem Anlass werden alljährlich auch die iranischen Revolutionsgarden gefeiert, eine der zentralen Stützen der Islamischen Republik. Unter den Toten sollen auch Soldaten der Elitetruppe sein.

Der Sahedaner Abgeordnete Hossein Ali Schahriari sprach laut Fars von zwei Selbstmordanschlägen, wobei den ersten ein als Frau verkleideter Mann begangen habe. Er habe versucht, in die Moschee zu gelangen, sei aber darin gehindert worden. Als nach der ersten Explosion Menschen herbeigeeilt seien, um den Verletzten zu helfen, habe ein weiterer Selbstmordattentäter seinen Sprengsatz gezündet. Daher habe der zweite Selbstmordanschlag noch mehr Opfer verursacht, sagte Vize-Innenminister Abdollahi.

In Sistan-Baluchistan leben viele Sunniten, die unsichere Provinz ist eine Hochburg des sunnitischen Widerstands gegen die schiitische Vorherrschaft im Iran - und liegt auf einer der Hauptdrogenrouten nach Europa. Seit einem Jahrzehnt kommt es dort zu Angriffen Dschundallah. Bei ihrem bisher letzten Anschlag kamen im Oktober 2009 in Pischin 42 Menschen ums Leben, darunter mehrere Revolutionsgarden. Die Gruppe bekannte sich auch zu einem Anschlag auf die schiitische Amir-el-Momenin-Moschee in Sahedan mit 20 Toten und 50 Verletzten im Mai zuvor.

Die iranische Regierung wirft den Geheimdiensten der USA, Großbritanniens und Israels vor, die Dschundallah-Rebellen auszubilden und auszurüsten. Diese bestreiten das. Nach dem Doppelanschlag sagte der Leiter des politischen Büros der Revolutionsgarden, Jadollah Dschawani, "die direkte Intervention Amerikas, der Zionisten und anderer westlicher Länder bei den Explosionen" am Donnerstag könne nicht ausgeschlossen werden.

plö/AFP/Reuters/dpa

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insgesamt 8 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
17.07.2010 von Cerberos: Wer ist schuld?

Natürlich ist mal wieder jeder Nicht-Muslim schuld, wenn sich Sunniten und Schiiten gegenseitig umbringen, alles Andere würde religiöse Gefühle beleidigen und das wäre ja noch schlimmer als der Anschlag selbst. Fehlt nur noch [...] mehr...

17.07.2010 von Manfred-M: "Widerstand"?

Wie kann man bei diesen Massenmördern nur von "Widerstand" sprechen??? Glaubt denn der Autor tatsächlich selber, dass auch die Sunniten im Iran wirklich diese Terroristen für "Widerstandskämpfer" halten? Nein, [...] mehr...

16.07.2010 von Shayla: ,..

Da sagen Sie was Richtiges. Auch mir ist Antarinejad lieber als "Präsident", als der "Reformer" (kann diesen geheuchelten Begriff nicht mehr hören) Mousavi. Gemordet wurde eh unter beiden im Amt. Nur macht es [...] mehr...

16.07.2010 von BingoBongoMan: Ahmadinedschad wird'S richten

Ist nix Neues. Ahmadinejad sagt es doch seit Jahren: Der Westen ist an Allem schuld und das Regime in Iran ist die Lösung aller Probleme der Menschheit, einschließlich die Bohrkatastrophe im Golf von Mexico. Ich persönlich glaube [...] mehr...

16.07.2010 von Anna-Maria-49: die bedauernswerten Angreifer

Im Beitrag wird von Selbstmordattentäter und einer Rebellengruppe berichtet. Es sind also keine Massenmörder und Scherverbrecher, es sind keine primitiven Terroristen. Zu Zeiten des kalten Krieges oder in der heutigen [...] mehr...

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