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17.07.2010
 

Lockerbie-Attentäter

Freilassung soll ein Gefallen für BP gewesen sein

Der Verurteilte Mikrahi (l.) nach seiner Freilassung mit Gaddafis Sohn MuhammadZur Großansicht
AFP

Der Verurteilte Mikrahi (l.) nach seiner Freilassung mit Gaddafis Sohn Muhammad

Undurchsichtiger Deal: Hat die britische Regierung den Lockerbie-Attentäter auf Druck von BP freigelassen? US-Senatoren werfen dem britischen Energiekonzern vor, wegen eines Ölgeschäfts Druck ausgeübt zu haben. Eine Anhörung in Washington soll jetzt für Klärung sorgen.

London - Neuer Ärger für BP und diesmal nicht wegen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko: Der britische Energiekonzern soll seine Finger im Spiel gehabt haben, als Großbritannien den kranken libyschen Lockerbie-Attentäter aus der Haft in dessen Heimat entließ. Vier demokratische US-Senatoren werfen BP vor, Druck auf die Regierung in London ausgeübt zu haben, um sich ein Millionengeschäft mit Libyen zu sichern. Der britische Außenminister William Hague sicherte nun seiner US-Kollegin Hillary Clinton Hilfe bei der Untersuchung der Vorwürfe zu.

In einem Telefongespräch mit Clinton habe Hague betont, dass die Regierung die Ausreise Abd al-Bassit Ali al-Mikrahi vor rund einem Jahr als "einen Fehler" ansehe, meldete die Nachrichtenagentur PA am Samstag. Man werde "konstruktiv" mit Washington zusammenarbeiten.

Mikrahi war 2001 zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Bei dem Anschlag auf eine Maschine der US-Fluglinie Pan Am über dem schottischen Ort Lockerbie im Dezember 1988 waren 270 Menschen ums Leben gekommen, die meisten von ihnen waren US-Bürger.

Mikrahi hatte seine Schuld stets bestritten. Er war begnadigt worden, da Ärzte ihm attestierten, er habe wegen einer Prostatakrebserkrankung nur noch drei Monate zu leben. Mikrahi wohnt seitdem bei seiner Familie in einer Villa in Libyen. In den vergangenen Monaten Kritik an der Begnadigung laut geworden.

Der damalige Justizminister Jack Straw hatte offen eingeräumt, dass bei der Entscheidung über das Schicksal des Attentäters Ölgeschäfte eine Rolle gespielt hätten. BP hatte kurz nach der Freilassung einen sehr lukrativen Fördervertrag mit Libyen abgeschlossen, bestreitet aber, Einfluss auf die Entscheidung genommen zu haben. Am 29. Juli soll in Washington eine Anhörung zum Thema stattfinden. Es wird erwartet, dass hohe BP-Vertreter zur Aussage geladen werden.

hpi/dpa

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