Bagdad - Bei zwei Selbstmordattentaten im Irak sind am Sonntag mindestens 48 Menschen getötet worden. Bei den meisten Opfern handelt es sich ersten Angaben zufolge um sunnitische Sahwa-Kämpfer. Die Miliz, die auch unter dem Namen "Söhne des Irak" bekannt ist, hatte Ende 2006 mit US-Unterstützung den bewaffneten Kampf gegen das Terrornetzwerk al-Qaida aufgenommen.
Seit Oktober 2008 stehen die Milizionäre unter irakischem Kommando. Im vergangenen halben Jahr waren immer wieder Sahwa-Kämpfer und ihre Angehörigen bei Racheakten getötet worden. Jetzt wurde die Gruppe erneut Ziel zweier Attentate.
Am Sonntagmorgen sprengte sich ein Attentäter vor dem Haupteingang des Militärstützpunktes in Radwanija in die Luft. Zu dem Zeitpunkt hatten sich dort Mitglieder der Sahwa-Miliz versammelt, um sich ihren Lohn auszahlen zu lassen. Die Zahl der Toten wird mindestens 45 angegeben, etwa ebenso hoch ist demnach die Zahl der Verletzten.
Auch der zweite Anschlag in El Kaim an der Grenze zu Syrien galt Angehörigen der Sahwa-Miliz: Ein Selbstmordattentäter sprengte sich vor einem Büro der Miliz in die Luft, wie die Polizei mitteilte. Zwei Milizionäre und ein Polizist wurden dabei getötet, sechs weitere Menschen verletzt.
Seit den Wahlen im März ist es im Irak nicht gelungen, eine Regierung zu bilden. Radikale Gruppen versuchen, das Land durch Anschläge zu destabilisieren. Die Gewalt zwischen Sunniten und Schiiten hat zugenommen.
jul/lgr/AFP/AP/Reuters/dpa
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