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20.07.2010
 

Raketenangriff in Kabul

Ban Ki Moons Flugzeug wird umgeleitet

Die Taliban versuchen alles, um den internationalen Afghanistan-Gipfel zu stören: Wegen eines Raketenangriffs auf den Flughafen in Kabul musste das Flugzeug, in dem Uno-Generalsekretär Ban saß, andernorts landen. Manche Politiker konnten wegen des Terrors gar nicht kommen.

Stockholm/Kabul - Ein Raketenangriff auf den Flugplatz von Kabul hat Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon sowie Schwedens Außenminister Carl Bildt bei der Anreise zur Konferenz zur Zukunft Afghanistans behindert. Die dänische Außenministerin Lene Espersen kann deswegen überhaupt nicht teilnehmen.

Wie Bildt am Dienstag in seinem Internetblog berichtete, wurde sein Flugzeug zum US-Militärflugplatz Bagram umgeleitet. Zusammen mit Ban Ki Moon habe er mehrere Stunden gewartet. Um vier Uhr morgens wurden beide mit Hubschraubern der US-Streitkräfte nach Kabul geflogen.

Das Flugzeug mit der dänischen Außenministerin Lene Espersen wurde nach Kasachstan umgeleitet. Nach Angaben aus Kopenhagen konnte die Ministerin die rechtzeitige Anreise zu der eintägigen Konferenz nicht mehr schaffen und will direkt nach Dänemark zurückkehren.

Am Dienstagmorgen waren in der Nähe des Flughafens in Kabul Raketen eingeschlagen. Bei dem Angriff sei aber niemand verletzt worden, teilte das afghanische Innenministerium mit. "Einige Raketen" seien abgefeuert worden, sagte ein Sprecher.

Unterdessen hat der afghanische Geheimdienst mehrere Aufständische festgenommen, die laut Polizei vermutlich einen Anschlag geplant haben. Die Verdächtigen hatten vor einem Haus kampiert. Die Festnahmen erfolgten wenige Stunden vor Beginn der Tagung am Montagabend. Nach Angaben der Isaf haben die Männer Angriffe gegen die Zivilbevölkerung sowie gegen internationale und afghanische Truppen geplant.

Seit Dienstagmorgen beraten die Nato-Außenminister zum ersten Mal in Afghanistan selbst über die Zukunft des Landes. Der afghanische Präsident Hamid Karzai sagte bei seiner Begrüßungsrede, er sei "entschlossen", dass die Sicherheitskräfte des Landes die vollständige Verantwortung 2014 übernehmen. In den kommenden Monaten sollten bereits erste Maßnahmen eingeleitet werden. Deutsche Delegationskreise zeigten sich zufrieden, dass im sich abzeichnenden Schlussdokument ein "konkretes Zeitziel" genannt wird. Bei seiner Ankunft in Kabul hatte Außenminister Guido Westerwelle bereits die Hoffnung geäußert, dass das von den Afghanen "selbstgesetzte Ziel" von der internationalen Staatengemeinschaft "gemeinsam vereinbart und bekräftigt" werde.

Die USA wollen Afghanistan nach den Worten von US-Außenministerin Hillary Clinton auch nach dem Abzug ihrer Soldaten unterstützen. Der für Juli kommenden Jahres geplante Beginn des Truppenabzugs sei "der Beginn einer neuen Phase, nicht das Ende unseres Engagements", versicherte Clinton auf der internationalen Konferenz. "Wir haben keinerlei Absicht, unsere langfristige Aufgabe aufzugeben, ein stabiles, sicheres und friedliches Afghanistan zu schaffen." Es dürfe jedoch nicht unbegrenzt der Zeitpunkt herausgeschoben werden, an dem die afghanische Regierung und die Behörden komplett die Verantwortung im Land übernehmen müssten.

Nach den Worten Clintons wollen die USA auch nach dem Abzug ihrer Soldaten weiter bei der Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte helfen und den Aufbau der Wirtschaft in dem krisengeschüttelten Land unterstützen. Die Regierung in Kabul müsse trotz einiger "ermutigender" Fortschritte jedoch den Kampf gegen Korruption verstärken, forderte die US-Außenministerin.

anr/dpa/ddp

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Beschlüsse der Kabuler Afghanistan-Konferenz

Sicherheit

Die afghanische Regierung will spätestens 2014 die Verantwortung für die Sicherheit in ihrem Land von den ausländischen Truppen übernehmen. Mitte 2011 will Deutschland beginnen, seine Truppen abzuziehen. Derzeit sind in Afghanistan unter dem Kommando der Nato rund 85.000 Soldaten aus mehr als 40 Ländern stationiert. Um den Abzug zu ermöglichen, werden derzeit afghanische Soldaten und Polizisten ausgebildet. Die internationale Gemeinschaft rechnet damit, dass Afghanistan bis zum Herbst 2011 171.600 Soldaten und 134.000 Polizisten benötigt. Deutschland beteiligt sich an dem Aufbau der afghanischen Armee und bildet zudem mit gut 200 Polizeibeamten die örtlichen Polizisten in bilateralen Programmen aus.

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Fläche: 652.225 km²

Bevölkerung: 31,412 Mio.

Hauptstadt: Kabul

Staats- und Regierungschef: Hamid Karzai

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