Aus Kabul berichten Matthias Gebauer und Shoib Najafizada
Kabul - Es war ein brutales Ritual und sollte die Macht der Taliban unter Beweis stellen: Extremisten haben am Dienstag sechs afghanische Polizisten enthauptet, nachdem sie stundenlang gegen lokale Sicherheitskräfte gekämpft und schließlich die Polizeiwache der Beamten eingenommen hatten.
Die Gewaltorgie ist ein neuer Höhepunkt der Kämpfe in der Region Baghlan, rund eine Autostunde südlich vom Bundeswehrstandort Kunduz in Nordafghanistan. Am Tag der Afghanistan-Konferenz mit ihren vielen Versprechungen von Präsident Karzai und ebenso zahlreichen Hoffnungsbekundungen der internationalen Gemeinschaft zeigt der Vorfall, wie bedrohlich die Lage in Afghanistan wirklich ist - und wie sehr die lokalen Sicherheitskräfte unter Druck stehen.
Die Sicherheitslage in der Region Baghlan ist prekär, mittlerweile nennen führende Offiziere der Schutztruppe Isaf sie in einem Atemzug mit Taliban-Hochburgen im Süden. Im April wurden Bundeswehrsoldaten während einer Operation nahe der Stadt Baghlan mit Panzerfäusten angegriffen - vier Deutsche starben. Erst kürzlich musste Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg einen Besuch deutscher Kampftruppen in Baghlan wegen laufender Gefechte mit Extremisten kurzfristig absagen.
Der in Deutschland oft zitierte Plan, im Norden schon bald ganze Landstriche an die afghanischen Sicherheitskräfte zu übergeben, wird in Baghlan nicht funktionieren.
"Brutale, barbarische, sinnlose Taten der Taliban"
Höhepunkt der heftigen Kämpfe in der Region war die Enthauptung der Polizisten. Die afghanische Regierung versuchte am Mittwoch, diese Vorkommnisse herunterzuspielen. Entweder waren die lokalen Provinzverantwortlichen nicht erreichbar, oder sie erklärten, dass sie von den brutalen Morden nichts gehört hätten. Die Isaf dagegen bestätigte die Enthauptungen und verurteilte sie aufs Schärfste. "Dieses Ereignis demonstriert erneut die brutalen, barbarischen und sinnlosen Taten der Taliban", sagte ein Sprecher der Schutztruppe in Kabul.
Am Dienstag meldeten die Taliban zudem, dass sie große Teile der Gegend Dana Ghori eingenommen und Polizei und Armee vertrieben hätten. Tatsächlich versuchten Dutzende Kämpfer, mehrere Polizeistationen und sogar das Haus des Gouverneurs zu erobern. Kurzfristig hieß es sogar, sie hätten den Politiker in ihrer Gewalt; dies bestätigte sich jedoch nicht.
Die Taliban haben in den vergangenen Wochen immer häufiger versucht, ganze Gebiete zu überrennen und unter ihre Kontrolle zu bringen. Trotz einer Großoperation der afghanischen Armee, an der auch Mitglieder der Schnellen Eingreiftruppe der Bundeswehr als Trainer beteiligt waren, gelingt es den Aufständischen immer wieder, Gebiete einzunehmen und Polizeiwachen zu stürmen. Ob bei den jüngsten heftigen Kämpfen auch Deutsche direkt oder indirekt beteiligt waren, war zunächst nicht zu erfahren.
Nächtliche Aktionen der US-Elitekämpfer
Erst am Sonntag waren bei der Operation vier Bundeswehrsoldaten durch einen versteckten Sprengsatz verletzt worden. Die Deutschen waren in einem Fahrzeug vom Typ "Wolf" unterwegs, das durch die Detonation schwer beschädigt wurde.
Ziel der aktuellen Operation der Isaf ist es, Landstriche von Taliban zu befreien und sie dann zu halten. Zumindest gelang es den Einheiten der afghanischen Nationalarmee mit dieser Taktik kurzzeitig, die Straße südlich von Kunduz wieder einigermaßen sicher zu machen. Nun aber scheinen die Taliban zurückzuschlagen. In den Bergen der Region haben sie ausreichend Verstecke und Waffenlager.
Etwas weiter nördlich, nahe Kunduz, setzten Spezialeinheiten der US-Armee in der vergangenen Nacht ihre Aktionen gegen die Taliban fort. In einem gezielten Zugriff nahmen sie einen Unterstützer der Aufständischen namens Maulawi Ghazi fest, fünf Kämpfer wurden getötet. Nach Angaben des Gouverneurs von Kunduz spielte der festgenommene Ghazi eine wichtige Rolle bei der Rekrutierung von Kämpfern und dem Eintreiben von Geld für Waffen und Sprengstoff. Außerdem wurden zwei weitere Aufständische festgesetzt.
US-Elitekämpfer sind in den vergangenen Wochen fast jede Nacht gegen Taliban ausgerückt, besonders im Unruheherd Chahar Darreh südwestlich des deutschen Feldlagers. Begleitet werden sie stets von speziell ausgebildeten Afghanen. Die amerikanischen Truppen nahmen Dutzende Kommandeure fest - und töteten mehrere Verdächtige durch gezielte Raketenangriffe auf Gehöfte in der Region.
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zu 1: Die Frage ist nicht einfach, da braucht man erstmal Infos. Zuerst die Qualität vergleichen. Dann mal die Löhne auf Basis der Lebenshaltungskosten vergleichen. Und natürlich schauen, wieviel Geld die Firmen besitzen- [...] mehr...
Ihre Veteranen waren im Norden. Sie sollten vielleicht in die Gegenden gehen, die von den Paschtunen - der ethnischen Mehrheit dieses Landes besiedelt sind. Sie würden dann andere Aussagen hören! mehr...
Woher wollen sie denn wissen, das die Machthaber wirklich was sozialistisches ,marxistisches, ect einrichten wollten?(die beiden von ihnen genannten meinten es wohl ernst, aber die Mehrheit nicht) Den meisten Politikern geht [...] mehr...
Sorry, wenn ich zu Ihrem Beitrag nochmal poste. Habe aber gerade ein aktuelles Thema, zu dem Ihre Meinung mich sehr interessieren würde: Ich muss für mein Unternehmen einen Programmierauftrag vergeben. Die Angebote, die mir [...] mehr...
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