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23.07.2010
 

Afghanistan-Mission

Ministerium weist Klage über Ausrüstungsdrama zurück

Zu wenig Munition, fehlende Feldbetten, wochenlang das gleiche Essen: Der Wehrbeauftragte des Bundestags hat Ausrüstungsmängel bei der Bundeswehr in Afghanistan beklagt - doch das Verteidigungsministerium wiegelt ab. Die Behörde arbeite ständig an Verbesserungen.

Berlin - Das Verteidigungsministerium hat die Kritik des Wehrbeauftragten Hellmut Königshaus an der Ausrüstung der Bundeswehr weitgehend zurückgewiesen. Die Ausstattung der Truppe im Einsatz werde ständig verbessert, sagte der stellvertretende Ministeriumssprecher Christian Dienst am Freitag in Berlin. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) habe eigens dafür eine Arbeitsgruppe im Ministerium eingesetzt, in der "Dutzende von Maßnahmen" angegangen würden.

Königshaus hatte die Ausrüstungsmängel der Bundeswehr in einem Interview mit der "Sächsischen Zeitung" als "Drama" bezeichnet. Unter anderem hatte er das Fehlen von Feldbetten sowie Gefechts- und Übungsmunition beanstandet und die Zulassungsverfahren für bestimmte Anschaffungen kritisiert.

Königshaus nannte als Beispiel ein Sanitätsfahrzeug auf Basis des Truppentransporters "Dingo", das für die Bundeswehr nicht zugelassen werde, weil die Stehhöhe im Innenraum nicht ausreiche. Das Fahrzeug werde aber vom österreichischen Bundesheer eingesetzt. Der Ministeriumssprecher verwies darauf, dass Österreich keine Truppen in Afghanistan einsetze und die Anforderungen an den österreichischen Einsatz auf dem Balkan anders seien als in Afghanistan.

Der Sprecher sagte, dass die Bundeswehr die Sanitätsvariante des "Dingo" in Afghanistan nicht verwende, liege nicht an der Stehhöhe im Innenraum, sondern daran, dass das verwendete Fahrzeug "Fuchs" nach "einhelliger Vorstellung" besser für die Sanitätsausstattung geeignet sei. Insgesamt gelte aber, dass die Erfahrungen vor Ort ständig in die Beschaffungsentscheidungen einfließen würden.

Königshaus beklagte zudem, dass neben wichtigen Rüstungsgütern auch Möbel für die Quartiere, vor allem Feldbetten, fehlten. Zudem mangele es an Gefechts- und Übungsmunition. Die Knappheit der Munition ist nach Angaben des Ministeriumssprechers bekannt - entsprechender Nachschub sei bestellt.

Dienst räumte allerdings ein, dass es immer Optimierungsbedarf geben werde. "Der Feind des Guten ist immer das Bessere", sagte er. "Für uns selber ist es so, dass die Ausrüstung in der Perfektion immer ... leicht hinterherhinkt." Der Mangel müsse immer erst im Einsatz erkannt werden, bevor man optimieren könne. "Wir können nicht durch einen Blick in die Glaskugel sehen, welche optimale Ausrüstung wir in zwei Jahren brauchen."

ffr/dpa/AFP

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Die afghanische Regierung will spätestens 2014 die Verantwortung für die Sicherheit in ihrem Land von den ausländischen Truppen übernehmen. Mitte 2011 will Deutschland beginnen, seine Truppen abzuziehen. Derzeit sind in Afghanistan unter dem Kommando der Nato rund 85.000 Soldaten aus mehr als 40 Ländern stationiert. Um den Abzug zu ermöglichen, werden derzeit afghanische Soldaten und Polizisten ausgebildet. Die internationale Gemeinschaft rechnet damit, dass Afghanistan bis zum Herbst 2011 171.600 Soldaten und 134.000 Polizisten benötigt. Deutschland beteiligt sich an dem Aufbau der afghanischen Armee und bildet zudem mit gut 200 Polizeibeamten die örtlichen Polizisten in bilateralen Programmen aus.

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