Von Matthias Gebauer, John Goetz, Hans Hoyng, Susanne Koelbl, Marcel Rosenbach und Gregor Peter Schmitz
Der pakistanische Geheimdienst Directorate for Inter-Services Intelligence (ISI) hat die Taliban mit aufgebaut - und gefördert, als nach dem Abzug der Sowjets Afghanistan im Bruderkrieg der siegreichen Mudschahidin versank. Trotz aller Beteuerungen pakistanischer Politiker, die alten Verbindungen seien gekappt, betreibt das Land weiter eine doppelbödige Politik. Es ist Verbündeter der USA und Helfer ihrer Feinde.
Dafür scheint es nun viele neue Belege zu geben. In den Dokumenten wird deutlich, dass der Geheimdienst von Pakistan (mehr auf der Themenseite...) der vermutlich wichtigste außerafghanische Helfer der Taliban ist. Der Krieg gegen die afghanischen Sicherheitskräfte, die USA und ihre Isaf-Verbündeten wird noch immer aus Pakistan heraus geführt.
Das Land bietet den Rückzugsraum für alle feindlichen Kräfte und ist deren Aufmarschbasis. Über die pakistanisch-afghanische Grenze strömen die neuen Rekruten der Taliban, darunter gefürchtete ausländische Kämpfer, zu denen inzwischen auch Islamisten aus Europa gehören.
Laut dem Logbuch des Afghanistan-Kriegs sind ISI-Abgesandte dabei, wenn sich Kommandeure der Aufständischen zum Kriegsrat treffen, und geben sogar präzise Mordbefehle. Etwa gegen den afghanischen Präsidenten Hamid Karzai. Am 21. August 2008 zum Beispiel. In einer festgehaltenen Warnung heißt es lapidar: "Colonel Mohammad Yusef vom ISI hat den Talib Maulawi Izzatullah angewiesen, dafür zu sorgen, dass Karzai ermordet wird."
Eine Sonderrolle spielt in den ISI-Dokumenten der ehemalige pakistanische Geheimdienst-Chef Hamid Gul. Gegenüber westlichen Medien zeigte sich Gul nach seinem Ausscheiden als eine Art Propagandist der Taliban. Und auch in den jetzt vorliegenden Dokumenten taucht er als wichtiger Helfer auf, einmal gar als "ein Anführer" der Taliban. In einem Bedrohungsbericht vom 14. Januar 2008 wird behauptet, er habe die geplante Entführung von Uno-Mitarbeitern auf dem Highway Nr. 1 zwischen Kabul und Dschalalabad koordiniert.
Gul befiehlt den Memos zufolge Selbstmordattentate. Er wird in den Papieren auch als einer der wichtigsten Waffenlieferanten der Taliban beschrieben. So erwähnt ein Bericht eine Fahrzeugkolonne von 65 Lastwagen mit Munition, die Gul den Taliban organisiert habe. Anderswo ist die Rede davon, dass der ISI 1000 Motorräder an die Haqqanis geschickt oder 7000 Waffen in die Grenzprovinz Kunar geliefert habe - darunter Kalaschnikows, Mörser und Raketen vom Typ Strella.
An dieser Einschätzung hegen die Verfasser allerdings selbst Zweifel. Derlei Unsicherheit ist oft nachzulesen im nun vorliegenden Logbuch des Krieges, sie offenbart eine große Schwäche des US-Nachrichtenwesens - siehe nächstes Kapitel.
Das Weiße Haus erklärte zu Pakistan auf Anfrage: "Der Status Quo ist nicht akzeptabel, weshalb sich die Vereinigten Staaten so auf diese Herausforderung konzentrieren. Pakistan bewegt sich in die richtige Richtung - aber es muss mehr getan werden. Die sicheren Rückzugsorte für gewalttätige extremistische Gruppen innerhalb Pakistans stellen weiter eine inakzeptable Bedrohung für die USA, Afghanistan und das pakistanische Volk dar, das sehr unter Terrorismus gelitten hat. Die pakistanische Regierung - und Pakistans Militär und Geheimdienste - müssen ihren strategischen Schwenk gegen gewalttätige extremistische Gruppen innerhalb ihres Staatsgebietes fortsetzen und weiter in der Offensive bleiben."
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ich ebenfalls jeden einzelnden Toten in den leider zahllosen Kriegen auf dieser Welt, und erst recht in denen die wir schon wieder mitverantworten oder in denen wir gar mitmischen finde ... Eines müssen Sie bedenken: In [...] mehr...
Dass IHre Neocon Freunde wie Joshua Kuracev vom weekly standard da anere anscihten ahben ist mir bekannt. HIer geht es aber lediglich um die Tatsache daß laut UNICEF in modernen Kriegen auf 9 tote Zivilisten 1 toter Soldat [...] mehr...
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