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25.07.2010
 

Entführung durch Taliban

Nato sucht verschleppte US-Soldaten

US-Soldat im Hubschrauber: Suche nach den Vermissten läuft auf Hochtouren Zur Großansicht
AP

US-Soldat im Hubschrauber: Suche nach den Vermissten läuft auf Hochtouren

Das Schicksal der zwei von Taliban gekidnappten US-Soldaten ist ungewiss. Möglicherweise ist nur noch einer von ihnen am Leben - die Suche nach den Amerikanern läuft auf Hochtouren.

Hamburg/Kabul - Sind die beiden in Afghanistan entführten US-Soldaten noch am Leben? Was haben die Taliban mit ihnen vor? Und wie kam es überhaupt zu der Geiselnahme? Einen Tag nach dem Kidnapping im Süden der afghanischen Hauptstadt Kabul sind viele Fragen ungeklärt.

Die Entführer sprechen inzwischen davon, dass nur noch einer der Männer am Leben sei. Die Leiche des anderen wollen sie demnach gegen inhaftierte Gesinnungsgenossen austauschen. Auch die afghanischen Behörden nehmen an, dass die radikal-islamischen Taliban einen Soldaten töteten und den zweiten gefangen nahmen. Allerdings gibt es dafür keine Bestätigung der internationalen Nato-Schutztruppe Isaf.

Die Isaf hat inzwischen jedoch eingeräumt, dass es sich bei den Vermissten um Amerikaner handelt. Fahrzeuge und Hubschrauber wurden ausgesandt, um nach ihnen zu suchen, hieß es.

Die zwei Navy-Soldaten waren am Samstag in der Region Logar in den Gewahrsam der Taliban gelangt. Möglicherweise hatten sich die Amerikaner verfahren, nachdem sie ihre Basis in Kabul verlassen hatten. Aus Isaf-Kreisen verlautete, es sei nicht klar, warum und mit welchem Ziel die beiden Soldaten das Gelände verlassen hätten.

US-Durchsagen im Radio

Der lokale Rundfunk verbreitete eine US-Erklärung, in der bis zu 20.000 Dollar für Informationen über den Aufenthaltsort der Soldaten geboten wurden. Die beiden Soldaten werden in der Radiodurchsage äußerlich beschrieben: Einer sei ungefähr sechs Fuß groß (etwa 183 Zentimeter) und wiege rund 220 Pfund (100 Kilogramm), er habe blondes Haar und braune Augen. Sein Kamerad wiege 190 Pfund (86 Kilogramm), habe eine Glatze und einen dünnen Schnurrbart. Beide Männer seien tätowiert, hieß es weiter.

Entführungen von ausländischen Soldaten sind den Taliban seit Beginn des Afghanistan-Kriegs 2003 nur sehr selten gelungen. Seit Mitte 2009 ist allerdings der US-Soldat Bowe Robert Bergdahl in den Händen der Taliban.

In den meisten Geiselfällen hatten die Taliban die Freilassung von Kampfgefährten aus afghanischen Gefängnissen oder aus US-Gewahrsam gefordert. In der Vergangenheit gab es Fälle, bei denen tatsächlich Taliban freikamen - seit 2007 etwa aber reagieren weder die afghanische Regierung noch die internationalen Truppen auf die Forderungen, um keinen Ansporn für weitere Kidnappings zu schaffen.

flo/mgb/Reuters/AP/dpa

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Fläche: 652.225 km²

Bevölkerung: 31,412 Mio.

Hauptstadt: Kabul

Staats- und Regierungschef: Hamid Karzai

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Die afghanische Regierung will spätestens 2014 die Verantwortung für die Sicherheit in ihrem Land von den ausländischen Truppen übernehmen. Mitte 2011 will Deutschland beginnen, seine Truppen abzuziehen. Derzeit sind in Afghanistan unter dem Kommando der Nato rund 85.000 Soldaten aus mehr als 40 Ländern stationiert. Um den Abzug zu ermöglichen, werden derzeit afghanische Soldaten und Polizisten ausgebildet. Die internationale Gemeinschaft rechnet damit, dass Afghanistan bis zum Herbst 2011 171.600 Soldaten und 134.000 Polizisten benötigt. Deutschland beteiligt sich an dem Aufbau der afghanischen Armee und bildet zudem mit gut 200 Polizeibeamten die örtlichen Polizisten in bilateralen Programmen aus.

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