Hamburg/Sewastopol - Bei einem Biker-Treffen in der Ukraine hat sich der russische Regierungschef Wladimir Putin einmal mehr als starker Mann inszeniert: Ganz in Schwarz und mit einer Sonnenbrille bekleidet kurvte er am Samstag bei der Veranstaltung nahe der Hafenstadt Sewastopol winkend auf einem Trike, einem dreirädrigen Motorrad, vor rund 7000 Schaulustigen umher. "Ich grüße euch, Brüder", sagte Putin betont volksnah und posierte lässig vor den röhrenden Maschinen für die Fotografen.
Das Motorrad sei das "kühnste und schnellste Transportmittel" und gebe dem Biker das "süße Gefühl von Freiheit", schwärmte Putin in den höchsten Tönen von seinem Gefährt. "Ohne jegliche Übertreibung kann man sagen, dass ein Bike das Symbol der Freiheit ist." Der Ministerpräsident Russlands setzt sich gern in Szene, vornehmlich in der Natur oder beim Kampfsport. So glaubt er, gegenüber Präsident Dmitrij Medwedew bestehen zu können, der ihm politisch und in der Beliebtheit den Rang abgelaufen hat.
Einen Tag später unternahm Putin einen weiteren Versuch, Beliebtheitspunkte in der Bevölkerung zu sammeln: Putin erzählte Journalisten, dass er bei einem Treffen mit den aus den USA ausgewiesenen Spionen mit ihnen gemeinsam patriotische Lieder gesungen habe. Beispielsweise das Lied "Womit die Heimat beginnt", so Putin.
Aber nicht nur das. "Wir haben über das Leben gesprochen", erzählte der Ministerpräsident, selbst ein ehemaliger KGB-Agent. "Ich bin sicher, dass sie eine anständige Arbeit finden." Er gehe auch fest davon aus, dass sie "ein interessantes und fröhliches Leben haben werden". Wann und wo das Treffen stattfand, verriet Putin jedoch nicht.
flo/AFP/APD
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Politik | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Ausland | RSS |
| alles zum Thema Russland | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH