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26.07.2010
 

Kambodscha

Rote-Khmer-Folterchef zu 35 Jahren Haft verurteilt

Es ist ein historisches Urteil für Kambodscha: 30 Jahre nach dem Ende der Diktatur der Roten Khmer ist der Chef des schlimmsten Foltergefängnisses verurteilt worden. Kaing Guek Eav ist für den Tod Tausender verantwortlich - und der erste hochrangige Funktionär, der zur Rechenschaft gezogen wird.

Pnomh Penh - Kriegsverbrechen, Sklaverei, Folter und vorsätzlicher Mord - dies sind nur einige der Anklagepunkte gegen den berüchtigten Folterchef der Roten Khmer in Kambodscha. Der auch als "Duch" bekannte Kaing Guek Eav wurde am Montag von einem von der Uno unterstützten Tribunal für schuldig befunden, an der Tötung von mindestens 14.000 Menschen im berüchtigten Gefängnis Tuol Sleng ("S-21") beteiligt gewesen zu sein. Dort wurden Männer, Frauen und Kinder als angebliche Staatsfeinde zu Tode gequält.

Das Tribunal verurteilte Duch zunächst zu 35 Jahren Haft. Weil der Verurteilte aber schon seit langem im Gefängnis sitzt, wurden ihm insgesamt 16 Jahre der Strafe erlassen.

Die Anklage hatte 40 Jahre Haft für Duch gefordert. Dieser sei ein "loyaler und engagierter Agent" des Terrorregimes gewesen, hatte der Staatsanwalt in dem Prozess erklärt, der im März 2009 begonnen hatte. Der Angeklagte selbst bezeichnete sich vor dem Tribunal als kleines Rad in einer großen Mord-Maschine. Während des Prozesses zeigte er sich kühl und entspannt.


Duch ist einer der wenigen Führer des früheren Regimes, die noch am Leben sind - der SPIEGEL hatte ihn einst als "Herr der Killing Fields" bezeichnet. Das Urteil vom Montag ist historisch, denn mit dem Schuldspruch ging das erste Verfahren gegen ein führendes Mitglied der kommunistischen Diktatur vor dem Sondertribunal zu Ende. Vier weiteren Vertretern des Pol-Pot-Regimes wird der Prozess gemacht.

Die Roten Khmer herrschten unter ihrem Anführer Pol Pot zwischen 1975 und 1979 im südostasiatischen Kambodscha und setzten ihre Vorstellungen vom Kommunismus mit rücksichtsloser Härte durch. Während ihrer Herrschaft kamen rund zwei Millionen Menschen ums Leben - sie verhungerten, starben mangels medizinischer Versorgung, mussten sich zu Tode schuften oder wurden hingerichtet. Der Führer der Roten Khmer, Pol Pot, starb 1998.

kgp/apn/Reuters/AFP

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insgesamt 7 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
26.07.2010 von sebastian.gr: Khmer Rouge

Ich kann mich bezüglich des desolaten Zustandes des Landes meinen Vorrednern nur anschließen: Das Land wird noch auf Jahrzehnte mit seiner Geschichte zu kämpfen haben, bedenkt man, dass die knapp zwei Millionen Ermordeten im [...] mehr...

26.07.2010 von castrobaer: verlogener Westen

Pol Pot hat seine "reine Lehre" bei den bourgeoisen Salonkommunisten in Paris inhaliert und diese Lehre dann allerdings als quasireligiöses Bekenntnis verinnerlicht. Wie alle Strenggläubigen entwickelte er hieraus den [...] mehr...

26.07.2010 von mavoe: Nachtrag:

Und heute werden die überlebenden Bauern von ihrem Land vertrieben durch Spekulanten. Meistens aus Thailand oder Japan. Es gibt ja seit den Khmer Rouge Zeiten keine Grundbücher mehr. Und daher keine Beweise für Landbesitz. Ich [...] mehr...

26.07.2010 von StefanKHE: Wider den Mantel des Vergessens

Endlich, möchte man sagen gab es ein Urteil gegen einen der hauptverantwortlichen der schlimmsten Menschenschinder der Menschheit. Der Gefängnisaufseher und Folter-Chef Kaing Guek Eav (oder auch Kiang Khek Iav) hat während der [...] mehr...

26.07.2010 von mavoe: Kambodscha

Bestätigung! Kurz nach Poi-Pet fand ich mich quasi in Indien wieder, hinterm Spielkasino an der Grenze. Zitate aus Siem Reap, Angkor, 2004: "Want to buy water?", danach "Want to buy baby?" mehr...

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Prozess gegen die Roten Khmer

Der Prozess

REUTERS
Nach knapp drei Jahrzehnten sollen in Kambodscha die Massenmorde und Gräueltaten der Roten Khmer unter der Führung des "Bruders Nummer eins", Pol Pot , aufgearbeitet werden.

Das erste Verfahren vor dem Tribunal wurde gegen Kaing Guek Eav alias Duch eröffnet, der von März 1976 bis Anfang 1979 das berüchtigte Gefängnis Tuol Sleng , das auch "Sicherheitsbüro" (S-21) genannt wurde, leitete. Er wurde am 26. Juli 2010 zu 35 Jahren Haft verurteilt. Weil er lange Zeit inhaftiert war, wurden ihm 16 Jahre erlassen. In dem von ihm geleiteten Gefängnis kamen nur sieben der insgesamt 14.000 dort Inhaftierten mit dem Leben davon. Die anderen wurden gefoltert, misshandelt und nach erpressten Geständnissen auf den Killing Fields exekutiert.

Die Angeklagten

Die Roten Khmer


Buchtipp

Erich Follath:
"Die Kinder der Killing Fields"
Kambodschas Weg vom Terrorland zum Touristenparadies

Deutsche Verlags-Anstalt; 363 Seiten; 19,95 Euro.

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