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01.08.2010
 

Bundeswehr am Hindukusch

Berlins Innensenator kritisiert Afghanistan-Einsatz scharf

Bundeswehr-Soldat in Kunduz: "Tagtäglich den Stolz der Afghanen verletzen"Zur Großansicht
DPA

Bundeswehr-Soldat in Kunduz: "Tagtäglich den Stolz der Afghanen verletzen"

Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Truppenabzug aus Afghanistan? Die Debatte um den Bundeswehreinsatz am Hindukusch wird neu angefacht. Berlins Innensenator Körting fordert jetzt in einem Beitrag für den SPIEGEL eine konsequente Rückzugsplanung.

Hamburg - Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) hat den Militäreinsatz in Afghanistan scharf kritisiert: Dieser Einsatz diene "weder der hiesigen Sicherheit, noch stabilisiert er dauerhaft die Sicherheit der Region", schreibt der Sozialdemokrat in einem Beitrag für den SPIEGEL. Die Besatzer würden "tagtäglich den Stolz der Afghanen verletzen, die sich fremdbestimmt fühlen". Man würde zudem Gründe für den Widerstand der Taliban liefern. Körting plädiert deshalb für eine Rückzugsplanung unabhängig davon, ob die früher benannten Ziele des Einsatzes erreicht sind.

Wie prekär die Sicherheitslage ist, wurde am Samstag deutlich: Bei einem Selbstmordanschlag im nordafghanischen Kunduz wurden nach Angaben der Bundeswehr mehrere Zivilisten getötet und verletzt. Deutsche Soldaten seien zum Zeitpunkt des Anschlags nicht im Stadtgebiet gewesen, teilte das Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Potsdam mit. Das Rettungszentrum des Regionalen Wiederaufbauteams in Kunduz helfe bei der Versorgung der Verletzten.

Nach Angaben des stellvertretenden Polizeichefs der Provinz, Abdul Rahman Haktasch, sprengte sich der Selbstmordattentäter bei einem Fußballspiel in die Luft und riss einen früheren regierungstreuen Milizchef, dessen Leibwächter und einen Polizisten mit in den Tod. Nach Informationen des Kabuler Innenministeriums wurden 19 Menschen durch die Explosion verletzt.

Zudem wurde am Abend eine gemeinsame Patrouille von Bundeswehrsoldaten und Soldaten der afghanischen Armee zwölf Kilometer nördlich von Pol-e-Chomri mit Handwaffen beschossen, gab die Bundeswehr bekannt. Das Gefecht dauere noch an, hieß es am frühen Samstagabend. Bislang seien keine Verwundeten gemeldet worden. Pol-e-Chomri liegt in der an Kunduz angrenzenden Provinz Balch.

jul/AP/AFP

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Die Kriegsdebatte

Seit 2001 führt der Westen Krieg in Afghanistan. Doch das Land ist weder politisch stabil, noch wird es ordentlich regiert. Bei Politikern und in der Bevölkerung in Deutschland wachsen die Zweifel an der Mission. Es gibt gute Gründe für die Fortführung des Krieges, es gibt aber auch gute Gründe für den Rückzug der Bundeswehr.

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Fläche: 652.225 km²

Bevölkerung: 31,412 Mio.

Hauptstadt: Kabul

Staats- und Regierungschef: Hamid Karzai

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