Bagdad - Die Sicherheitslage im Irak ist nach wie vor prekär. Des belegen neue Zahlen zu Opfern von Anschlägen, die das irakische Verteidigungs-, Innen- und Gesundheitsministerium zusammengetragen haben. Demnach wurden im Juli beinahe doppelt so viele Zivilisten getötet wie im Monat davor.
Nach den offiziellen Angaben kamen im Land in den vergangenen vier Wochen insgesamt 535 Menschen durch Anschläge ums Leben, 89 von ihnen seien Polizisten gewesen, 50 Soldaten. Bleiben also 396 Zivilisten. Außerdem wurden mehr als tausend Menschen verletzt.
In den vergangenen Monaten hatten die Opferzahlen weit unter den aktuellen Werten gelegen. Im Juni gab es 204 zivile Todesopfer, im Mai 275. Die Gesamtzahl der getöteten war zuletzt im Mai 2008 so hoch wie jetzt. Damals hatte es insgesamt 563 Opfer von Anschlägen innerhalb eines Monats gegeben.
Seit dem Höhepunkt der gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Schiiten und Sunniten in den Jahren 2006 und 2007 war es im Irak zwar ruhiger geworden. Radikale Kräfte auf beiden Seiten versuchen nun aber nach Ansicht der Behörden, aus innenpolitischen Spannungen Kapital zu schlagen: Seit den Wahlen im März ist es den Parteien nicht gelungen, eine Regierung zu bilden. Aus der Parlamentswahl war kein klarer Sieger hervorgegangen.
chs/reuters/ap
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