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06.08.2010
 

Afghanin Aisha

Verstümmeltes Mädchen bekommt neue Nase

Grausame Verstümmelung: Ein Porträt bewegt die USA
Fotos
AP/ Jodi Bieber/ Institute for Time; REUTERS

Wenn Bibi Aisha in den Spiegel schaut, will sie nicht ihr Leben lang an ihr grausames Schicksal erinnert werden. Das afghanische Mädchen, dessen verstümmeltes Gesicht auf dem "Time"-Titelblatt prangt, wird jetzt in den USA operiert.

Washington/Kabul - Ihr entstelltes Gesicht wurde über Nacht zum Symbol der Grausamkeiten am Hindukusch: ein afghanisches Mädchen, dem der gewalttätige Ehemann mit Erlaubnis eines Taliban-Kommandeurs Ohr und Nase abschnitt. In den USA soll die Nase der 19-Jährigen jetzt rekonstruiert werden.

Veröffentlicht wurde das schockierende Porträtfoto auf dem Cover des angesehenen US-amerikanischen "Time Magazine". Die angebliche Motivation von Bibi Aisha, der Zeitschrift zufolge: zeigen, was passiert, wenn die Truppen aus Afghanistan abziehen. Entsprechend neben dem Bild eine provokative und viel gescholtene Behauptung: "Was passiert, wenn wir Afghanistan verlassen".

Bibi Aisha selbst sagte der Zeitschrift: "Ich möchte nur meine Nase zurück." Diesen Wunsch wird ihr laut BBC News eine Stiftung erfüllen, die den Eingriff bezahlen will. Die kalifornische Grossman Burn Foundation setze sich mit kostenlosen Operationen für Frauen ein, die unter häuslicher Gewalt gelitten haben, heißt es in einem Bericht. In der kommenden Woche trifft Bibi Aisha demnach erstmals ihren Chirurgen.

Auch wenn die junge Frau nun Hilfe erhält - von einem "Happy End" könne man nicht sprechen, sagte die Frauenrechtsaktivistin Manizha Naderi von der Organisation "Women for Afghan Women" (Frauen für afghanische Frauen), die das verstümmelte Mädchen aufnahm, der "New York Times". Ihre zehnjährige Schwester sei zurückgeblieben: "Vermutlich lassen sie ihre Wut an ihr aus", sagt Naderi, "oder sie verlangen ein anderes Mädchen aus Aishas Familie, die sie ersetzen soll."

An dem Porträt hatte sich eine neue Debatte um den Afghanistan-Einsatz entfacht. Vor allem Blogger werfen dem Magazin allerdings vor, das Thema Frauenrechte werde missbraucht, um gegen den Truppenabzug Stimmung zu machen.

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