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10.08.2010
 

Grausame Kolonialherrschaft

Japan entschuldigt sich bei Südkorea

Demonstranten in Südkorea fordern Wiedergutmachung: "Tiefe Reue"Zur Großansicht
AP

Demonstranten in Südkorea fordern Wiedergutmachung: "Tiefe Reue"

Der japanische Ministerpräsident Naoto Kan hat sich entschuldigt - für die Herrschaft seines Landes über die koreanische Halbinsel von 1910 bis 1945. Viele Koreaner wurden damals zum Kriegsdienst oder zur Prostitution gezwungen. Er empfinde "tiefe Reue", sagte Kan.

Tokio - Es ist ein später, aber wichtiger Schritt: Japans Ministerpräsident Naoto Kan hat sich bei Südkorea für die Kolonialherrschaft seines Landes über die koreanische Halbinsel von 1910 bis 1945 entschuldigt. 100 Jahre nach der Annektierung des Gebietes zeigte sich Kan in einer am Dienstag in Tokio verbreiteten Erklärung betroffen über das Leid, das dadurch über die Menschen in Korea gebracht worden sei. "Die Seite, die den Schmerz zugefügt hat, kann leicht vergessen, jene, die gelitten haben, können das nicht", sagte der Regierungschef. Er empfinde "tiefe Reue".

Zugleich kündigte er die Rückgabe von Kulturgütern "in naher Zukunft an". Südkorea hatte entsprechende Forderungen gestellt. Dort wird die Befreiung von der japanischen Kolonialherrschaft am 15. August gefeiert. Während der japanischen Herrschaft auf der koreanischen Halbinsel von 1910 bis 1945 wurden viele Koreaner zum Kriegsdienst oder zur Prostitution gezwungen.

Japans Herrschaft über Korea wurde erst mit Ende des Zweiten Weltkrieges im August 1945 mit der Kapitulation Tokios beendet. Die koreanische Halbinsel wurde dann in zwei Länder geteilt: das kommunistische Nordkorea und das marktwirtschaftliche Südkorea. Japan und Südkorea normalisierten ihre Beziehungen 1965.

Japan biete Südkorea die "von Herzen kommende Entschuldigung für den enormen Schaden und das Leid" unter der Kolonialherrschaft seines Landes an, sagte Kan. Er hoffe, dass die Beziehungen zwischen beiden Ländern an diesem historischen Punkt tiefer und stärker werden.

Die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete, die südkoreanische Regierung habe die Erklärung Kans begrüßt. Sie zeige "die Entschlossenheit der japanischen Regierung, die unglückliche Vergangenheit zwischen Südkorea und Japan zu überwinden und glänzende südkoreanisch-japanische Beziehungen für die Zukunft zu gestalten", teilte das Außenministerium in Seoul mit.

Kgp/dpa/apn/Reuters

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insgesamt 19 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
10.08.2010 von amerlogk: ich hasse Titelzwang

Faschismus hat andere Merkmale als das was in Japan vor sich ging. Und das ist auch nicht genuin entstanden in Japan. Die Rassenideologie Nazi-Deutschlands war so ja auch nicht im faschistischen Italien so zu finden. Was die [...] mehr...

10.08.2010 von maximixa: mit begriffen begreifen

ganz sicher lässt sich darüber diskutieren... ;-) Faschismus als übergeordneter Gattungsbegriff eignet sich für die Bewegungsphasen der drei genuin entstandenen, gemeinhin so genannten Faschismen in Deutschland, Italien und [...] mehr...

10.08.2010 von testthewest: Auf Thema antworten

Ob wir uns mal abgewöhnen können überall das Adjektiv "faschistisch" dranzuhängen, nur weil eine Sache ein Kriegsverbrechen ist? Das Japan damals war eine Kolonialmacht. Imperealistisch sicher, aber genausosicher [...] mehr...

10.08.2010 von Rainer Daeschler: Diplomatie

Es wäre absurd, er würde sich nur bei den Koreanern im Süden entschuldigen, obwohl wenn man die verwendete Schreibweise für den Begriff "Japanische Annexion Koreas 100 Jahre" betrachtet, man leicht zu diesen Irrtum [...] mehr...

10.08.2010 von spdf: Naja

Kolonialismus war nichts illegales. Außerdem funktioniert Kolonialismus nur wenn die Gesellschaft kooperiert. Und fast die gesamte südkoreanische Nachkriegselite hatte mit Japan kooperiert. Außerdem sollte nicht vergessen werden, [...] mehr...

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