Kabul - Zwei Selbstmordattentäter haben sich am Dienstag vor dem Sitz einer britischen Sicherheitsfirma in die Luft gesprengt und dabei zwei Menschen in den Tod gerissen. Der Anschlag ereignete sich nach Angaben von Polizei und Augenzeugen am Eingang des Gebäudes im Norden der afghanischen Hauptstadt Kabul. Zu der Tat bekannten sich die radikalislamischen Taliban.
Die beiden Attentäter hatten ihre Sprengstoffgürtel am Eingang des Gebäudes gezündet, das von dem international agierenden Sicherheitsunternehmen Hart genutzt werde, sagte Polizeichef Sajed Abdul Ghafar Sajedsada. Dabei seien zwei Fahrer getötet und ein Wachmann verletzt worden.
Ein Augenzeuge sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Attentäter hätten die beiden Fahrer erschossen, als sie sich dem Gebäude näherten. Daraufhin hätten sie auf das Eingangstor geschossen und dabei den Wachmann verletzt. "Als sie gemerkt haben, dass das Tor sich nicht öffnet, sind sie von der anderen Seite, von der Hinterseite des Gebäudes gekommen. Dort haben sie sich in die Luft gesprengt", sagte der Augenzeuge.
Karzai will alle privaten Sicherheitsunternehmen auflösen
Ein Vertreter der in London ansässigen Sicherheitsfirma konnte zunächst keine Einzelheiten zu dem Vorfall nennen. Das private Unternehmen unterhält unter anderem auch Büros in Bagdad, Moskau und Singapur. In ganz Afghanistan arbeiten etwa 40.000 Menschen für private Sicherheitsdienstleister. Private Firmen arbeiten dabei oft auch mit den internationalen Truppen am Hindukusch zusammen.
Präsident Hamid Karzai kündigte am Dienstag die Auflösung aller privater Sicherheitsunternehmen in seinem Land an. Er wolle bald eine Frist für die Auflösung verkünden, sagte sein Sprecher. Ein Grund für die Entscheidung sei, dass in private Sicherheitsunternehmen derzeit mehr investiert werde als in die Polizeiausbildung in Afghanistan. Diese komme deshalb nur schleppend voran.
Bis 2014 will Afghanistan selbst die Verantwortung für die Sicherheit im Land übernehmen. Gerade in Kabul hat in den vergangenen zwei Jahren die Zahl der Anschläge wieder zugenommen.
luk/dpa/ddp/AFP
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... und wieder ein Beweis dafür, das man solche Länder nicht in westliche Formen pressen kann. mehr...
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