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10.08.2010
 

Regierungschef im Cockpit

Putin löscht Feuer höchstpersönlich

Brandbekämpfer Putin: Cockpit statt Kreml
Fotos
REUTERS

Die Welt kennt Wladimir Putin schon als Kampfsportler, Rocker und Tiger-Bändiger. Jetzt stieg Russlands Regierungschef in das Cockpit eines Löschflugzeuges, um die verheerenden Waldbrände zu bekämpfen. Nach kurzer Einweisung soll Putin zwei Feuer zielsicher gelöscht haben.

Moskau - Angesichts des schwindenden Vertrauens der Russen in sein Management der Brandkatastrophe hat sich Regierungschef Wladimir Putin nun höchstpersönlich als Feuerbekämpfer betätigt. Der Ministerpräsident zeigte sich am Dienstag im russischen Fernsehen als Copilot an Bord eines Löschflugzeugs, das über zwei Brandherden rund 200 Kilometer südöstlich von Moskau seine Wasserladung abwarf.

Die Nachrichtenagentur Ria Nowosti berichtete, dass Putin nach einer "Blitzeinführung" in die Technik des Löschflugzeugs zielgenau den Abwurf der Wasserladung in der Region Rjasan steuerte. Die Feuer wurden demnach gelöscht.

Putin hatte sich bereits in der Vergangenheit immer wieder durch starke Posen in Szene gesetzt. So zeigte er sich beispielsweise an Bord eines Jagdflugzeuges und tauchte mit einem U-Boot durch die Tiefen des Baikalsees.

Angesichts der seit Wochen anhaltenden Waldbrände ist das Vertrauen der Bevölkerung in die politische Führung gesunken. Dem Umfrageinstitut FOM zufolge sank auch die Zustimmungsrate für Putin auf den niedrigsten Stand seit Juli 2008.

Ausgelöst wurden die seit Wochen im europäischen Teil Russlands wütenden Waldbrände durch eine beispiellose Hitzewelle mit Temperaturen von fast 40 Grad Celsius. Vor dem Hintergrund dieser Rekordhitze kritisierten die russischen Kartellbehörden am Dienstag die überteuerten Preise von Ventilatoren und Klimageräten und nahmen angesichts der unnatürlichen Preissteigerung Ermittlungen auf.

Die Preise für einen Ventilator stiegen innerhalb eines Monats um ein Vielfaches - von umgerechnet neun Euro im Juni auf mittlerweile 63 Euro. In Fachgeschäften kosten preiswerte Modelle mittlerweile rund 200 Euro.


luk/AFP

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Die Gefahr des Rauchs

Wie gefährlich ist der Rauch?

Bei den Wald- und Torfbränden in Russland verbrennt organisches Material. Dabei werden mehrere Gase freigesetzt, vor allem Kohlendioxid (CO2) und das weitaus giftigere Kohlenmonoxid (CO). Eine Vergiftung mit Kohlenmonoxid kann im Extremfall zum Erstickungstod führen. Das Gas bindet sich dabei an roten Blutkörperchen, die eigentlich für den Transport von Sauerstoff zuständig sind. Bei der Vergiftung wird also CO statt Sauerstoff in die Organe transportiert. Die Zellen ersticken dadurch. "Es ist, als wenn man sich bei laufendem Motor in einer geschlossenen Garage ins Auto setzt", sagt Bundesfeuerwehrarzt Hans-Richard Paschen. Vergiftungen durch Rauchgas sind immer Mischvergiftungen, nahezu alle Todesfälle werden aber durch CO verursacht. In Russland kommen die starke Hitze und Rußpartikel hinzu. In der Lunge können Rußpartikel zu einer chemischen Schädigung der Schleimhaut führen. Diese kann wieder ausheilen, bei intensiverer Belastung aber auch das Lungengewebe verändern und verhärten.

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Länderlexikon Russland

Bevölkerung: 140,367 Mio. Einwohner

Fläche: 17.098.000 km²

Hauptstadt: Moskau

Staatsoberhaupt: Dmitrij Medwedew

Regierungschef: Wladimir Putin

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