Peking - China siedelt seit Mittwoch die ersten von insgesamt 330.000 Menschen um. Zunächst betroffen sind die Einwohner der zentralchinesischen Stadt Danjiangkou. Ihre und weitere Städte müssen für die geplante Süd-Nord-Wasserumleitung weichen. Manche der Städte sollen vollständig geflutet werden.
Die Wasserumleitung soll die Trinkwasserversorgung der mehrere hundert Kilometer entfernten Hauptstadt Peking verbessern. Darüber hinaus sollen 43 weitere Städte versorgt werden. Dafür will die Regierung über Kanäle und Rohre Wasser aus dem Fluss Jangtse in den Norden umleiten. Insgesamt drei künstliche Abzweigungen sind vorgesehen. Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf über 50 Milliarden Euro.
Bis Ende September sollen die ersten 60.000 Personen umgesiedelt sein. Insgesamt soll die Umsiedlung laut der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua bis 2014 dauern. "Ich war überrascht, dass niemand geweint hat, als die Busse das Dorf verließen", wird ein Bewohner der Stadt Danjiangkou zitiert.
Die gestartete Massenumsiedlung ist die größten in China seit dem Bau des Drei-Schluchten-Damms. Für das 2006 fertig gestellte Wasserkraftwerk, das ebenfalls am Jangtse liegt, wurden 1.4 Millionen Chinesen umgesiedelt.
adg/APN
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