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19.08.2010
 

Geberkonferenz für Flutopfer

EU trommelt Pakistan-Spender zusammen

Flut in Pakistan: Opfer fühlen sich von der Regierung im Stich gelassenZur Großansicht
dpa

Flut in Pakistan: Opfer fühlen sich von der Regierung im Stich gelassen

Die private Spendenbereitschaft für Pakistan wächst, auch mehrere Staaten haben ihre Zahlungen für die Opfer der Flut aufgestockt. Die internationale Hilfe für den Wiederaufbau soll nun rasch gebündelt werden - nach einem Zeitungsbericht will die EU im Oktober eine Geberkonferenz ausrichten.

Frankfurt am Main - Der belgische EU-Ratspräsident Steven Vanackere wolle auf einer Sondersitzung der Vereinten Nationen am Donnerstag in New York für diese Idee werben, berichtete die "Süddeutsche Zeitung". Dem diplomatischen Dienst der EU zufolge solle die Geberkonferenz an ein für Oktober in Brüssel geplantes Ministertreffen der Staatengruppe "Friends of Pakistan" angeschlossen werden. Diese Gruppe vereine 22 große Länder und Banken, die Pakistan beim Aufbau einer demokratischen Ordnung helfen wollen. Zu ihnen zählten die USA, China und Deutschland.

Die Lage in Pakistan ist nach wie vor dramatisch: Nach Uno-Angaben sind mehr als 15 Millionen Menschen von der Monsunflut betroffen, von denen acht Millionen dringend Hilfe brauchen. Die pakistanische Regierung geht sogar von 20 Millionen Obdachlosen aus. Ein pakistanischer Diplomat hat die Kosten für den Wiederaufbau auf mindestens 15 Milliarden Dollar beziffert. In den vergangenen Tagen war es zu teils gewalttätigen Protesten von Flutopfern gekommen, die über Mangel an Nahrung klagten und sich von der Regierung im Stich gelassen fühlten.

EU und USA erhöhen Hilfe für Flutopfer

Unterdessen wollen die USA ihre finanzielle Hilfe für Pakistan nochmals aufstocken. Das werde Außenministerin Hillary Clinton am heutigen Donnerstag im Rahmen einer internationalen Konferenz bei den Vereinten Nationen ankündigen, teilte ihr Sprecher Philip Crowley mit. Die Tagung in New York ist eine reguläre Sitzung des Uno-Parlaments der 192 Nationen.

Die USA hätten dem Land für die Bewältigung der Katastrophe bisher rund 90 Millionen Dollar (rund 70 Mio Euro) zur Verfügung gestellt, heißt es in einer Mitteilung aus dem Außenamt. Zudem seien derzeit zahlreiche amerikanische Flugzeuge und Helikopter im Einsatz, die schon fast 6000 Menschen gerettet hätten. Die USA hatten ihre Hilfszusagen in den vergangenen Wochen bereits mehrfach ausgeweitet.

Die USA wollen ihre Unterstützung ausweiten - die Uno hofft auch auf die Zusage weiterer Gelder von anderen Ländern. Auf der internationalen Konferenz am heutigen Donnerstag soll auch Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon sprechen. Berlin wird von Außenamtsstaatsminister Werner Hoyer vertreten. Deutschland hat nach Regierungsangaben bislang mehr als 50 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Bundespräsident Wulff ruft Deutsche zu Spenden auf

Die Europäische Union erhöhte ihre humanitäre Hilfe für die Opfer der Flutkatastrophe nach Angaben der zuständigen EU-Kommissarin Kristalina Georgiewa um 30 Millionen Euro. Damit stellt die EU-Kommission jetzt 70 Millionen Euro bereit. "Das ist eine bedeutende Summe", sagte Georgiewa. "Aber dieses Geld ist nur Nothilfe, es reicht natürlich nicht, um Pakistan wieder aufzubauen."

Nach dramatischen Appellen der Vereinten Nationen und von Hilfsorganisationen gehen nun doch mehr Spenden für die Opfer der Jahrhundertflut in Pakistan ein. Die Vereinten Nationen teilten am Mittwoch mit, sie hätten inzwischen mehr als 40 Prozent der erbetenen knapp 460 Millionen Dollar (rund 357 Millionen Euro) Soforthilfe bekommen.

Nichtsdestotrotz appellierte Bundespräsident Christian Wulff (CDU) an die Deutschen, zu spenden. Im ARD-"Brennpunkt" am Mittwochabend rief er dazu auf, Hilfsorganisationen zu unterstützen. Wulff sagte zur anfangs zurückhaltenden Spendenbereitschaft für Pakistan: "Kritikwürdige Zustände dürfen nicht zu Lasten der dort betroffenen Menschen gehen. Es geht ums nackte Überleben." Millionen Kinder seien jetzt in allergrößter Not. Das ganze Ausmaß der Naturkatastrophe sei anfangs nicht ganz begriffen worden, sagte Wulff.

Die Regierung in Islamabad sicherte zu, gewissenhaft mit den Hilfen umzugehen. Man überlege, ausländische Prüfer zur Überwachung der Verwendung von Spenden einzusetzen, sagte Innenminister Rehman Malik der britischen BBC. Keinesfalls würden Mittel in die Hände von Extremisten gelangen. Die Hilfe gehöre "den Armen, den Flutopfern", sagte Malik. "Ich verspreche, dass sie bei ihnen ankommt." Die Zurückhaltung der Spender war unter anderem mit der Angst vor Korruption und dem Einfluss der Taliban in Pakistan begründet worden.

anr/dpa/Reuters/apn

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Die neuesten Beiträge:
23.08.2010 von tripler: Nicht auf andere verweisen, selber spenden

Wenn ich mir so Star-Biographien in imdb.com angucke kommen solche Stars auf 2 Filme im Jahr. Das heisst im Jahr verdienen die 40 Mio. Dollar Brutto. Damit sind sie natürlich im höchsten Steuersatz aber das vernachlässigen wir [...] mehr...

23.08.2010 von stilus: In diesem Zusammenhang auch zu empfehlen:

Im August erst erschienen: Die Mitleidsindustrie von Linda Polman (EAN 9783593392332). Da wird einem so manches klar! Aber Pat Condell ist unübertroffen in seiner Art, wie er unbequeme Wahrheiten ausspricht und Salz in die [...] mehr...

23.08.2010 von tripler: Sturmschäden in Deutschland

Lächerlich ist eher dass Sie wohl nur über eine Kurzzeiterinnerung verfügen. Wenn hier in Deutschland ein laues Lüftchen weht, ein kleiner Sturm, gibt es schon Millionenschäden, und das obwohl die Häuser nicht aus Lehm gebaut [...] mehr...

23.08.2010 von january54:

Ich persönlich sehe Spenden oder Hilfe als humanitaere Pflicht an.Der Mensch hat die Verantwortung fuer sich für andere fuer die gesamte Zivilisation!Selbst mit der Spende von einem Euro kann ich dazu beitragen im Rahmen von [...] mehr...

23.08.2010 von Vergil:

Man sollte immer den gleichen Maßstab anlegen. Einem Reichen tut es ähnlich weh wie einem Normalverdiener, wenn er die Hälfte seines Vermögens weggibt. Bill Gates hat ca. die Hälfte seines Vermögens gespendet. Das war eine [...] mehr...

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Länderlexikon Pakistan

Bevölkerung: 184,753 Mio. Einwohner

Fläche: 796.000 km²

Hauptstadt: Islamabad

Staatsoberhaupt: Asif Ali Zardari

Regierungschef: Yousuf Raza Gilani

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