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21.08.2010
 

Provokation

Iran eröffnet sein erstes Kernkraftwerk

Atomkraftwerk in Buschehr: "Auf den Fundamenten deutscher Ingenieure"Zur Großansicht
REUTERS

Atomkraftwerk in Buschehr: "Auf den Fundamenten deutscher Ingenieure"

Darauf hat Irans Führung mehr als 30 Jahre gewartet: In Buschehr feiert das Regime die Einweihung seines ersten Atomkraftwerks - mit russischer Hilfe. Die internationale Gemeinschaft fürchtet ein heimliches Atomwaffenprogramm. Doch Teheran und Moskau wollen davon nichts wissen.

Teheran - Es liegt schon 36 Jahre zurück, dass deutsche Ingenieure des Siemens-Konzerns im iranischen Buschehr mit dem Bau der umstrittenen Atomanlage begannen. Doch seit der Islamischen Revolution 1979 verweigerte der Westen dem Regime die Zusammenarbeit.

Fortan setzte der Iran auf Russland. Man einigte sich auf den Weiterbau des Blocks, 1994 nahmen russische Ingenieure das Projekt wieder auf.

An diesem Samstag nun konnte das Regime sein erstes Atomkraftwerk eröffnen. Mit dabei: Irans Atomchef Ali Akbar Salehi und der frühere russische Ministerpräsident und heutige Chef des Atomkonzerns Rosatom, Sergej Kirijenko. "Heute ist ein besonderer Tag für Russland und Iran. Auf den Fundamenten, die deutsche Ingenieure vor mehr als 30 Jahren zu legen begannen, haben Experten aus beiden Ländern ein einzigartiges Projekt geschaffen", so Kirijenko.

Der Leichtwasserreaktor soll eine Maximalleistung von tausend Megawatt erreichen. Nach und nach wird er nun mit Brennstäben bestückt, die bereits in einem "Brennstoffbecken" in einer Halle vor Ort lagern. Sie wurden bei der Eröffnung von Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) freigegeben. Erst im November soll das Kraftwerk ans Netz gehen. Dann wird es noch sechs bis sieben Monate dauern, bis die volle Leistung erreicht werden kann.

Der Reaktor in Südiran gehört zu den Streitpunkten des Landes mit der internationalen Gemeinschaft, die hinter dem iranischen Atomprogramm die Absicht zum Bau von Atomwaffen vermutet. Die Regierung in Teheran bestreitet die Vorwürfe. Der russische Außenminister Sergej Lawrow wies am Freitag die Kritik zurück, Iran könne das Spaltmaterial in Buschehr auch zu militärischen Zwecken nutzen: "Die Überwachung durch die IAEA schließt eine Manipulation mit den (von Russlands Atomkonzern Rosatom gelieferten) Brennstäben aus", so Lawrow.

Das Risiko, dass Buschehr doch für andere Zwecke missbraucht wird, ist nach Auffassung von Experten gering. Theoretisch müsste Teheran Nuklearbrennstoff aus dem Reaktor entnehmen und weiter anreichern, um eine Bombe zu bauen. Durch die IAEA-Überwachung aber würde das sofort auffallen. "Für Iran wäre das mit einem großen Risiko verbunden: Es müsste eine massive Menge Brennstoff entwendet werden, und das würde nicht unbemerkt geschehen", sagte Nuklearexperte Andreas Persbo vom Londoner Forschungszentrum Vertic.

Dennoch wirkt der AKW-Start in Buschehr wie eine Provokation des Westens.

US-Außenministerin Hillary Clinton hatte noch im Frühjahr gefordert, das Projekt in Buschehr solle nicht fortgesetzt werden, solange Teheran Garantien dafür schuldig bleibe, dass es unter dem Vorwand der Stromgewinnung nicht heimlich nach Atomwaffen strebe. Zuletzt hatte die EU scharfe Sanktionen gegen Teheran verhängt. Neben Buschehr verfügt das Regime noch über weitere Atomanlagen oder diverse Planungen (siehe Kasten links).

sef/dpa

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Die neuesten Beiträge:
12.09.2010 von glücklicher südtiroler: Iran...

Der Iran ist in Asien von mächtigen Nachbarn umgeben und ich denke mal auch die iranische Führung weis, daß unbedachte Handlungen sehr schnell zum eigenen Nachteil werden können. Hätte es selbst ein nukleares Potenzial; das der [...] mehr...

12.09.2010 von Gandhi: Haben China und Russland ein Interesse daran,

dass andere Staaten in der Region Atomwaffen besitzen? Wohl kaum. China und Russland haben ein Interesse daran, dass die Region ruhig bleibt. Das zwingt sie dazu, gegen die Interessen der anderen Seite zu arbeiten, quasi als [...] mehr...

12.09.2010 von Michael Schnarch:

Israel ist zumindest nicht auf Auslandshilfe angewiesen wie eine der renommierten Rating-Agenturen belegt.. Israel is emerging from the global recession faster than many other countries, although it's now struggling to [...] mehr...

12.09.2010 von Michael Schnarch:

Ich denke nicht, dass Russland und China, die beide seit Jahren gegen den islamistischen Terror kämpfen (die einen im Kaukasus, die anderen in Sinkiang) großes Interesse am Wohlergehen des Islamismus a la Teheran haben. [...] mehr...

12.09.2010 von glücklicher südtiroler: Iran, Sanktionen, Nachbarn...

Natürlich haben die Russen kommerzielle Interessen; was Gegenteiliges hab' ich auch nicht geschrieben... Aber nicht nur die Russen haben kommerzielle Interessen im Iran... China is now Iran's top trading partner [...] mehr...

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Irans Atomprogramm

Streit

AP
Iran unterzeichnete 1968 den Sperrvertrag für Atomwaffen . Dieser erlaubt die zivile Nutzung von Nuklearenergie und die dafür notwendige Forschung einschließlich der Urananreicherung .

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) mit Sitz in Wien kontrolliert die Einhaltung des Atomwaffensperrvertrags; sie erstellt regelmäßig Berichte über das iranische Atomprogramm .

Der Uno-Sicherheitsrat hat in seiner Resolution 1696 vom 31. Juli 2006 Iran erstmals aufgefordert, die Anreicherung von Uran einzustellen; Teheran weigert sich unter Berufung auf den Atomwaffensperrvertrag.

Als Vermittler tritt seit einigen Jahren auch die "EU-Troika" auf, bestehend aus Frankreich, Großbritannien und Deutschland.

Anlagen

Geschichte

Sanktionen

Nahost

Personen

Der Verhandlungspoker um die Urananreicherung

Länderlexikon Iran

Fläche: 1.648.195 km²

Bevölkerung: 73,974 Mio.

Hauptstadt: Teheran

Staatsoberhaupt und Religionsführer:
Ajatollah Ali Chamenei

Staats- und Regierungschef:
Mahmud Ahmadinedschad

Mehr auf der Themenseite | Wikipedia | Lexikon


Uran und Atomwaffen

Uran

Uran eignet sich sowohl für die Energiegewinnung als auch für den Einsatz in Atomwaffen. Entscheidend ist der Grad der Anreicherung. Der Ausgangsstoff Uranerz besteht zu rund 99,3 Prozent aus Uran 238; das spaltbare Uran 235 macht nur etwa 0,7 Prozent aus. Für die Nutzung in Kernreaktoren muss der Anteil von Uran 235 auf drei bis fünf Prozent gesteigert werden, für eine Atombombe ist ein Anreicherungsgrad von mindestens 85 Prozent notwendig.

Anreicherung

Einsatz in Atomwaffen





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