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28.08.2010
 

Afghanistan

Isaf-Truppen wehren schweren Taliban-Angriff ab

Camp Salerno (Archivbild): Angriff auf einen der größten US-Stützpunkte in AfghanistanZur Großansicht
AP

Camp Salerno (Archivbild): Angriff auf einen der größten US-Stützpunkte in Afghanistan

Doppelattacke auf Isaf-Stützpunkte im Osten Afghanistans: Taliban-Kämpfer haben in der Provinz Khost zwei Nato-Stützpunkte angegriffen, mindestens 13 von ihnen wurden dabei getötet. Nach Isaf-Angaben gab es auf Seiten der Streitkräfte weder Tote noch Verletzte.

Hamburg/Jalalabad - Mehrere Dutzend Aufständische haben am Samstag zwei Stützpunkte der westlichen Truppen im Osten Afghanistans angegriffen. Der Nato-geführten Isaf-Truppe zufolge schlugen ausländische und einheimische Soldaten den Angriff zurück. Mindestens 13 der Angreifer seien getötet worden, teilte die Isaf mit.

Auch Selbstmordattentäter seien an der Aktion beteiligt gewesen, erklärte ein Sprecher der radikalislamischen Taliban. Der Isaf zufolge waren unter den Getöteten vier, die einen Sprengstoffgürtel trugen. Demnach handelte es sich um Mitglieder des Hakkani-Netzwerks, einer Gruppierung mit engen Verbindungen zu al-Qaida. Einer der Getöteten sei ein ranghoher Hakkani-Sprengstoffexperte, der Selbstmordanschläge organisiert haben soll, erklärte die Isaf.


Ziele der Taliban waren die US-Stützpunkte Chapman und Salerno in der Provinz Khost an der Grenze zu Pakistan. Zur Abwehr des mit Schusswaffen sowie Raketen oder Granaten geführten Angriffs sei auch Luftunterstützung angefordert worden, teilte die Isaf weiter mit. Mehrere Kämpfer seien gefangengenommen worden. Zwei Lastwagen mit Munition und Sprengstoff seien sichergestellt worden.

Dem Polizeichef von Khost zufolge wurden die Leichen von 14 Aufständischen in der Nähe der beiden Stützpunkte gefunden. Auch zwei Zivilisten seien getötet worden.

Salerno ist für die Amerikaner sehr wichtig

Hinter der Abkürzung FOB Salerno verbirgt sich eins der größten US-Militärlager in Afghanistan, nahe der Stadt Jalalabad gelegen. Neben mehreren tausend Soldaten sind hier auch Spezialeinheiten, Fluggerät und die Drohnen für die Talibanjagd stationiert. Von JBAD, so heißt das Lager im Militärjargon, werden fast alle Operationen in Ostafghanistan orchestriert.

Das Camp wurde in der Vergangenheit mehrmals Ziel von versuchten Talibanattacken. Das Muster, mit mehreren Suizidbombern zu versuchen, die Sicherheitsringe des Lagers zu überwinden, haben die Aufständischen immer wieder in Afghanistan angewandt. In JABD sind sie jedoch stets gescheitert.

Bei einem Angriff auf den Stützpunkt Chapman im Dezember waren sieben Mitarbeiter des US-Geheimdienstes CIA getötet worden. Im Vorfeld der Parlamentswahlen im kommenden Monat hat die Gewalt in Afghanistan wieder deutlich zugenommen.

flo/mgb/Reuters/apd

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