Peking - Er soll am Donnerstag in China eingetroffen sein, offiziell wurde nichts bestätigt, wie immer wird der Besuch von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Ill streng geheimgehalten. Und so war es auch am Sonntag zunächst unklar, ob er überhaupt noch in China ist oder schon die Heimreise angetreten hat.
Offizielle Angaben über Sinn und Zweck seiner Reise gibt es nicht, doch Beobachter sind sich sicher: Er will China auf seinen Nachfolger vorbereiten. Demnach wirbt er bei seinem treuen Verbündeten um Unterstützung für seinen Sohn Kim Jong Un, der bei der Reise dabei sein soll.
Südkoreanische Medien berichteten, dass der 68-Jährige Kim auch Chinas Präsidenten Hu Jintao getroffen hat. Am Sonntag hieß es zunächst, Kim sei wieder auf dem Weg zurück in sein Land. Am Tag zuvor war seine Wagenkolonne am Bahnhof der Stadt Changchun gesehen worden. Von dort fuhr er offenbar mit seinem gepanzerten Sonderzug weiter.
Doch nach Angaben der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap bereitet sich die Lokalregierung der Stadt Yanji im Nordosten Chinas auf hohen Besuch vor. Dabei handele es sich "sehr wahrscheinlich" um Kim, sagte ein Regierungsvertreter.
China reagierte auf Abschreckungsmanöver von USA und Südkorea
Derweil kündigte die chinesische Marine am Sonntag an, in der kommenden Woche ein Manöver im Gelben Meer durchführen zu wollen. Es ist offenbar eine Reaktion auf ein gemeinsames Manöver amerikanischer und südkoreanischer Seestreitkräfte im vergangenen Monat in den gleichen Gewässern. Fast 90.000 Soldaten hatten an der Übung unter den Augen der nordkoreanischen Machthaber teilgenommen. Es war ein klares Signal der Abschreckung an das kommunistische Land.
An das Gelbe Meer grenzen China sowie Nord- und Südkorea. Es ist in weiten Teilen internationales Gewässer, allerdings betrachtet es China als Teil seiner Sicherheitszone.
Peking hatte das Manöver scharf verurteilt. Nun werde die Beihai-Flotte der Marine der Volksbefreiungsarmee ein von Mittwoch bis Samstag ein Manöver vor der Küste von Qingdao abhalten, berichtete die Nachrichtenagentur Xinhua. Dabei werde auch mit scharfer Munition geschossen. Vor allem Schiffsartillerie werde zum Einsatz kommen. Es handele sich um ein routinemäßiges, jährliches Manöver, hieß es.
Die USA und Südkorea hatten bereits angekündigt Anfang September weitere gemeinsame Manöver im Gelben Meer durchzuführen. Ein genauer Zeitpunkt wurde noch nicht bekanntgegeben.
bim/AFP/AP
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Politik | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Ausland | RSS |
| alles zum Thema Nordkorea | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH