Islamabad - In Pakistan reißt die Serie von Anschlägen auf Schiiten nicht ab. Am Freitag reihte sich ein Selbstmordattentäter in eine Prozession schiitischer Muslime in der Stadt Quetta im Südwesten Pakistans. Bei dem Anschlag starben 58 Menschen. Laut Polizei und Ärzten wurden 100 Menschen verletzt, als sich der Täter in der Menge in die Luft sprengte. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat.
Den Behörden zufolge hatten sich tausende Schiiten versammelt, um anlässlich des sogenannten Al-Kuds-Tages gegen Israel und die Besetzung der palästinischen Gebiete zu protestieren.
Bei zwei weiteren Anschlägen gab es am Freitag ebenfalls Tote. In der Stadt Mardan sprengte sich laut Polizei ein Selbstmordattentäter nahe einer Moschee der Ahmadi-Sekte in die Luft. Dabei wurden mindestens ein Mensch getötet und mehrere weitere verletzt. In Peschawar, der Hauptstadt der Provinz Khyber Pakhtunkhwa, wurde in der Nähe einer Polizeipatrouille eine Bombe ferngezündet. Ein Polizist wurde getötet, drei weitere wurden verletzt.
Erst am Mittwoch waren in der ostpakistanischen Stadt Lahore 38 Schiiten bei einer Bombenserie getötet worden. Zu der Tat hatte sich eine sunnitische Extremistengruppe mit Verbindung zu den Taliban bekannt.
In Pakistan zählt eine Minderheit von etwa 20 Prozent zu den Schiiten. Sunnitische radikalislamische Taliban nehmen sich immer wieder schiitische Gläubige für ihre Anschläge zum Ziel.
Tote bei US-Angriff
Bei einem US-Raketenangriff in der unruhigen Stammesregion im Nordwesten Pakistans wurden nach Geheimdienstangaben mindestens sechs Menschen getötet. Zwei offensichtlich von einer US-Drohne abgefeuerte Raketen seien am Freitag in einer Siedlung von Lehmhütten bei Miransha eingeschlagen, der größten Stadt Nord-Waziristans. Es gab auch mehrere Verletzte. Die US-Streitkräfte greifen regelmäßig vom benachbarten Afghanistan aus mutmaßliche Verstecke von radikalislamischen Extremisten in der pakistanischen Grenzregion an.
ler/dpa/AFP
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