Amsterdam - Fast drei Monate nach der Parlamentswahl sind die Koalitionsgespräche in den Niederlanden gescheitert. Die Verhandlungen zwischen den Rechtsliberalen und den Christdemokraten mit Billigung des Rechtspopulisten Geert Wilders gingen ohne Erfolg zu Ende, der Verhandlungsführer brach sie ab. Die Suche nach einer neuen Regierung gestaltet sich schwierig. Vor diesen Koalitionsgesprächen waren auch schon mehrere Sondierungsgespräche unterschiedlicher Parteienkonstellation gescheitert.
In den vergangenen Tagen hatte es noch danach ausgesehen, als ob die beiden Parteien ihre Differenzen ausräumen konnten. Bei den Christdemokraten wuchsen aber gleichzeitig die Bedenken wegen der Ansichten der Wilders-Partei PVV zum Islam. Wilders hatte zuletzt angekündigt, am 11. September in New York eine Rede bei einer Demonstration gegen den geplanten Bau einer Moschee unweit der Stelle, an der das World Trade Center stand, zu halten.
Die Partei von Wilders erzielte bei der Parlamentswahl im Juni die größten Zuwächse aller Parteien, während die bis dahin 40 Jahre lang dominierenden Christdemokraten auf Platz vier abrutschten.
Wilders wurde 2008 bekannt durch einen islamkritischen Film. Darin stellte er die These auf, dass der Koran zur Anstiftung von Gewalt aufrufe. Zugleich kombinierte er Bilder von Terroranschlägen mit Koranzitaten. Bei einer anderen Gelegenheit verglich er den Islam mit dem Faschismus und den Koran mit Hitlers "Mein Kampf".
Aufruf zur Enthauptung
Ein bekannter islamischer Geistlicher forderte einem Medienbericht vom Freitag zufolge zu Wilders' Enthauptung auf. Die niederländische Zeitung "De Telegraaf" veröffentlichte Audioclips von Feiz Muhammed, auf denen dieser Wilders als Satan bezeichnet. Jeder, der wie Wilders über den Islam rede, gehöre enthauptet, hieß es darin. Muhammed hat bereits in der Vergangenheit von sich reden gemacht, als er die Radikalisierung von Kindern verlangte und erklärte, Vergewaltigungsopfer seien selbst schuld. Muhammed ist gebürtiger Australier, wohnt seiner Internetseite zufolge aber in Malaysia.
ler/Reuters/AFP
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